BLE hat vier Cannabis-Forschungsprojekte genehmigt
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat bestätigt, dass vier Cannabis-Forschungsprojekte bewilligt werden. Es sind aber keine Konsum-Modellprojekte, daher wird es auch keine Cannabis-Abgabe an Konsumenten geben.
Nach Angaben des BLE gingen zwischen 2024 und 2025 insgesamt 69 Anträge auf Forschungsprojekte ein. 46 dieser Forschungsprojekte wurden geprüft. Da ein einzelnes Forschungsprojekt mehrere Anträge umfassen kann, wird die Gesamtzahl der bis Ende 2025 geprüften Anträge 77 erreichen. 23 Forschungsprojekte, die 46 Anträge umfassen, wurden inzwischen abgelehnt.
Forschungsprojekt Nutzhanf
Bei den von der BLE genehmigten Forschungsprojekten geht es um den Anbau von Nutzhanf sowie um einzelne Cannabissorten und deren Eigenschaften. Untersucht werden sollen Parameter, die das Wachstum und den Wirkstoffgehalt beeinflussen. Befürworter von Cannabis hatten lange darauf gehofft, dass die BLE Anträge für regionale Pilotprojekte zum Handel mit Cannabis für den Konsum durch Erwachsene genehmigen würde, doch es scheint, als werde das Warten auf solche Genehmigungen vorerst weitergehen.
Seit April 2024 gibt es das deutsche Cannabisgesetz (CanG). Die ersten Bestimmungen des CanG traten im April 2024 in Kraft und legalisierten den Eigenanbau, den Besitz und den Konsum von Cannabis durch Erwachsene. Später, im Juli 2024, konnten Erwachsene Anträge auf den Betrieb von mitgliederbasierten Anbauvereinen stellen.
Vorerst keine Konsum-Modellprojekte
Die „zweite Säule“ des deutschen Legalisierungsmodells konzentriert sich auf Pilotprojekte zum Cannabiskonsum für Erwachsene. Der Wunsch nach der Einführung regionaler Pilotprojekte zum Cannabishandel für Erwachsene ist groß. Allerdings gibt es diese nach wie vor nicht. Und wird es vermutlich so schnell auch nicht geben. Denn das BLE hat Ablehnungsbescheiden unter anderem darauf verwiesen, dass jeder Proband dann einzeln einen Antrag stellen müsste.
„Eine wissenschaftliche Begleitung ermöglicht die Messung und Bewertung der wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen einer regulierten Abgabe. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Chancen und Herausforderungen einer möglichen Legalisierung in Deutschland und der EU realistisch einzuschätzen“, heißt es auf der Website des BvCW (Branchenverband Cannabiswirtschaft).
Solche Pilotprojekte sind in Europa kein neues Konzept, und Deutschland muss das Rad nicht neu erfinden. In den Niederlanden und der Schweiz laufen bereits seit mehreren Jahren verschiedene Pilotprojekte, ohne dass größere Probleme gemeldet wurden. Wenn diese Länder Pilotprojekte erfolgreich starten und durchführen können, dann können die Deutschen das sicher auch.
Man kann die Genehmigung dieser Projekte auch als einen ersten Schritt betrachten. In der Hoffnung, dass in der zweiten Jahreshälfte weitere Schritte erfolgen.
Siehe auch
Bundes-Drogenbeauftragter befürwortet Cannabis-Modellprojekte