Bundes-Drogenbeauftragter befürwortet Cannabis-Modellprojekte
Wenn es um das Cannabis-Gesetz geht, das die Vorgänger-Regierung vor zwei Jahren auf den Weg gebracht hat, war seitens der CDU bisher immer nur Negatives zu hören. Man hatte stets den Eindruck, dass sie das am liebsten alles wieder rückgängig machen wolle.
Gesundheitsministerin Nina Warken von der CDU will keine weiteren Erleichterungen der legalen Abgabe. Sie ist der Ansicht, dass viele Menschen Online-Plattformen nutzen, um medizinisches Cannabis zu Rauschzwecken zu kaufen. Auch der Bundes-Drogenbeauftragte Hendrik Streeck von der CDU ist dieser Ansicht. Daher müssen medizinische Versorgung und Freizeitkonsum klar getrennt bleiben, so Streeck.
„Wenn über Onlineplattformen massenhaft Cannabis mit fragwürdigen Verfahren verschrieben wird, beschädigt das am Ende auch die Akzeptanz echter medizinischer Anwendungen“, sagte er. Wer aber Cannabis medizinisch brauche, solle es weiterhin bekommen. Daher befürworte er auch den Plan von Gesundheitsministerin Warken, bei dem die Verschreibung von Cannabisblüten nur noch nach persönlichem Kontakt mit einem Arzt möglich sei.
Drogenbeauftragter für Pilotprojekte
Doch Hendrik Streeck hat sich dafür ausgesprochen, in Pilotprojekten den legalen Verkauf von Cannabis zu erlauben. Genau das ist ja bisher seitens der CDU blockiert worden. Diese Pilotprojekte seien aber nur unter bestimmten, sehr strengen Bedingungen möglich.
Und diese Bedingungen sind dann doch wieder genau das, was man von der CDU erwarten kann: Keine Normalisierung, keine kommerzielle Ausweitung, keine Werbung, keine Abgabe an junge Erwachsene. Und weiter „Denkbar wären sehr begrenzte Mengen, etwa fünf Gramm, eine Abgabe nur an Menschen über 25 und eine enge wissenschaftliche Begleitung“, sagte Streeck. Gleichzeitig solle der öffentliche Konsum stärker begrenzt werden. Denn „Cannabis sollte nicht auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen oder an Orten sichtbar sein, an denen sich viele Kinder und Jugendliche aufhalten“.
Cannabis-Konsum ist Normalität
Er ist sich aber durchaus im Klaren darüber, dass rund fünf Millionen Menschen regelmäßig Cannabis konsumieren. Daher glaube er nicht, dass sich das Gesetz zurückdrehen lasse. Und auch die strikten Vorgaben für Anbauvereine (CSC) seien zu überdenken. Denn wenn die Regulierung so kompliziert sei, entstehe Ausweichverhalten, aber keine Kontrolle.
Das klingt erst mal vernünftig und sinnvoll. Den Worten des Drogenbeauftragten ist aber auch zu entnehmen, dass er Cannabis nach wie vor für eine sehr gefährliche, stark zu regulierende Substanz hält. Das war vor zwanzig Jahren, und auch davor, schon falsch. Mit Ansichten dieser Art ist man hierzulande von einem freien Markt sehr weit entfernt.
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