Cannabis-Extrakte mit 99 % THC: Wie geht das?
Mit Reinheitsgraden von 99 % oder mehr gehören diese Extrakte zu den wirksamsten Formen von Cannabis, die es gibt, und übertreffen selbst die stärksten Blütensorten bei weitem. In der Cannabisbranche herrscht ein unstillbares Streben nach Wirksamkeit, das durch Fortschritte in der Extraktionstechnologie vorangetrieben wird.
Was macht Extrakte mit 99 % THC so wirksam?
Die Cannabisbranche hat sich im Laufe der Jahre enorm weiterentwickelt: Von Blütensorten, die einen THC-Gehalt von 30–40 % aufwiesen, ging der Trend hin zu hochwirksamen Extrakten mit einem THC-Gehalt zwischen 90 % und 99,9 %. Frühe Innovationen wie die legendären „Dragon Balls“ setzten Maßstäbe für die heutigen Destillate – Produkte, die in der Cannabis-Community oft als „flüssiges Gold“ verehrt werden.
Was sind „Dragon Balls“?
Diese Extrakte mit einem Gewicht von jeweils rund 3.000 Gramm stellten einen Wendepunkt in der Cannabisextraktion dar. Hergestellt von X-tracted Labs, wurden sie aufgrund ihrer auffälligen Ähnlichkeit mit großen, kugelförmigen Kugeln zu einer Ikone. Sie markierten eine deutliche Abkehr von traditionellen Konzentraten wie Shatter oder Wax, die eine Mischung aus Cannabinoiden, Terpenen und Pflanzenmaterial enthalten.
Was ist ein Destillat und warum wird es als „flüssiges Gold“ bezeichnet?
Ein Destillat ist ein Cannabisextrakt, der einer sorgfältigen Reinigung unterzogen wird, um bestimmte Cannabinoide wie THC oder CBD zu isolieren. THC-Destillate haben aufgrund ihrer durchscheinenden, bernsteinfarbenen Farbe und ihrer außergewöhnlichen THC-Konzentration, die typischerweise zwischen 90 % und 99 % liegt, den Spitznamen „flüssiges Gold“ erhalten. Diese extreme Reinheit macht sie geruchs- und geschmacksneutral, wodurch sie sich ideal für die Verwendung in Vape-Kartuschen und Esswaren eignen.
Wie wird eine THC-Reinheit von 99 % erreicht?
Um eine derart hohe THC-Reinheit zu erreichen, ist ein mehrstufiger, komplexer Prozess unter Einsatz spezieller Laborgeräte erforderlich.
1. Erstgewinnung und Decarboxylierung
In diesem ersten Schritt werden die Cannabinoide mithilfe von Lösungsmitteln wie Ethanol oder CO₂ aus dem Pflanzenmaterial abgetrennt, wodurch ein „Rohöl“ entsteht. Das Rohöl wird anschließend im Rahmen der Decarboxylierung erhitzt, um das THC zu aktivieren.
2. Filtern
Unerwünschte Pflanzenstoffe wie Lipide und Fette verbleiben im Rohöl. Das Öl wird mit Ethanol vermischt und auf Temperaturen unter Null abgekühlt, wodurch die Verunreinigungen verfestigt und anschließend herausgefiltert werden können, was zu einem reineren Extrakt führt.
3. Destillation
Der Destillationsprozess maximiert die Reinheit. Unter Verwendung von Anlagen wie einem Kurzweg- oder Wiped-Film-Verdampfer unter Unterdruck wird der Extrakt erhitzt.
Fraktionierte Destillation:
Diese Technik ermöglicht die Trennung von Verbindungen anhand ihrer Siedepunkte. Durch die gezielte Ausrichtung auf den Siedepunkt von THC (ca. 157 °C) isoliert der Extrahierer das THC und erhält so ein nahezu reines Destillat.
Was ist das Terpen-Paradoxon und wie wirkt es sich auf den Geschmack aus?
Ein Nachteil des Reinigungsprozesses ist der Verlust natürlicher Terpene – jener aromatischen Verbindungen, die für den Geschmack und die Wirkung einer Sorte verantwortlich sind. Um dem entgegenzuwirken, werden vielen kommerziellen Destillaten Terpene wieder zugesetzt, wobei lebensmitteltaugliche Terpene – entweder aus Cannabis gewonnen oder pflanzlichen Ursprungs – dem THC-Öl wieder beigemischt werden. Dieser Prozess zielt darauf ab, das einzigartige Erlebnis und den „Entourage-Effekt“ wiederherzustellen, die bei der vollständigen Isolierung der Cannabinoide verloren gegangen sind.
Wie man 99-prozentige THC-Extrakte dosiert
Aufgrund ihrer extremen Wirksamkeit kann bereits ein einziges Milligramm dieser Extrakte eine Wirkung entfalten, die mehreren Gramm herkömmlicher Cannabisblüten entspricht. Daher ist eine präzise Dosierung sowohl für neue als auch für erfahrene Konsumenten von entscheidender Bedeutung.
Wie sieht die Zukunft der Cannabis-Wirkstoffkonzentration jenseits von 99 % aus?
Während Cannabisblüten in der Regel einen THC-Gehalt von maximal etwa 30–42 % aufweisen, werden durch die Weiterentwicklung von Destillaten und anderen Extrakten die Grenzen der Wirksamkeit immer weiter verschoben. Angesichts des technologischen Fortschritts – wer weiß, welche unglaublichen Innovationen in der Welt der Cannabisextrakte noch auf uns warten?
Cannabisextrakte sind bei uns in Apotheken und online erhältlich. Man benötigt jedoch ein ärztliches Rezept.
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