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Space Cubes & Co.: Legale Edibles aus Nutzhanf

Soft Secrets
28 Jul 2026

Während die einen noch über die Teil-Legalisierung diskutieren, hat sich neben dem regulierten Cannabis-Markt eine zweite Kategorie etabliert: Edibles auf Nutzhanf-Basis. Der deutsche Anbieter LEAFZ produziert sie selbst — und legt für jede Charge den Laborbericht offen.


Die Szene hat in den letzten Jahren viel über Legalisierung gesprochen — über Anbauvereinigungen, Eigenanbau und Besitzgrenzen. Fast unbemerkt hat sich daneben eine zweite Kategorie etabliert, die nach ganz anderen Regeln funktioniert: Edibles auf Nutzhanf-Basis. Keine Vereinsmitgliedschaft, keine Wartelisten, kein Rezept — sondern Onlineshop, Chargennummer und Laborbericht. Einer der Anbieter, die diese Kategorie in Deutschland geprägt haben, ist LEAFZ.

Wo die Kategorie rechtlich steht

Der Ausgangspunkt ist eine Unterscheidung, die im Konsumcannabisgesetz (KCanG) sauber angelegt, in der öffentlichen Debatte aber untergegangen ist. Das Gesetz regelt „Cannabis" — und nimmt Nutzhanf ausdrücklich davon aus. § 1 Nr. 8d und Nr. 9 KCanG ziehen diese Linie: Was als Nutzhanf einzuordnen ist, ist rechtlich kein „Cannabis" im Sinne des Gesetzes.

Entscheidend für die Einordnung ist der Gesamt-THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent, wobei die Vorstufe THCA mit dem Faktor 0,877 eingerechnet wird — wer nur freies Delta-9-THC misst, rechnet unvollständig. Nach eigenen Angaben arbeitet LEAFZ durchgängig auf dieser Basis und dokumentiert sie je Charge.

Wichtig für das Verständnis der Produkte: Die 0,3-Prozent-Schwelle ist eine Konzentrationsangabe. Sie beschreibt den prozentualen Anteil im Ausgangsmaterial, nicht die absolute Milligramm-Menge im fertigen Produkt. Ein Fruchtgummi-Beutel bringt genug Eigengewicht mit, dass bei einer Konzentration unterhalb der Schwelle trotzdem ein klar deklarierbarer Milligramm-Gehalt im Endprodukt steht. Diese Mechanik ist der Grund, warum Edibles in dieser Kategorie überhaupt sinnvoll funktionieren — und warum eine Packungsangabe von „750 mg" kein Widerspruch zur Prozent-Grenze ist.

Die Produktwelt

Namensgeber der Marke ist eine durchgehend eigene Bildsprache — Astronauten, Weltraum, kräftige Farben. Dahinter steht ein Sortiment, das die vier gängigen Darreichungsformen abdeckt.

Gummis: Space Cubes und Spacejellies

Space Cubes 750 sind das Flaggschiff: gewürfelte Fruchtgummis im Glas, erhältlich in Erdbeere, Himbeere und Ananas, mit 750 Milligramm Gesamtgehalt pro Einheit und definiertem Wert pro Würfel. Wer kleinere Einheiten bevorzugt, findet dieselben Sorten in 150- und 300-Milligramm-Beuteln.

Spacejellies 2.0 sind die klassische Bärchen-Variante — Vollspektrum, in fünf Sorten von Grünem Apfel bis Kirsche, wahlweise mit 100 oder 200 Milligramm pro Beutel und 5 bis 10 Milligramm pro Stück. Die Vollspektrum-Rezeptur bringt neben THC auch CBD und CBG mit; die Deklaration steht direkt auf der Packungsvorderseite.

Gebäck, Drinks und Schokolade

Spacecookies 250 mg und Space Brownies 200 mg kommen aus dem, was das Unternehmen seine „Space-Bäckerei" nennt: Gebäck mit ausgewiesenem Gehalt pro Stück statt der unberechenbaren Küchen-Improvisationen früherer Jahre. Der Fettanteil im Teig ist dabei funktional — Cannabinoide sind fettlöslich und werden aus Backwaren zuverlässiger aufgenommen als aus wässrigen Zubereitungen.

Dazu kommt der THC Shot 20 mg in vier Geschmacksrichtungen, ein Nano-Sirup für alle, die lieber mischen, sowie Schokolade. Das Sortiment deckt damit Gummis, Gebäck, Getränke und Schokolade gleichzeitig ab — eine Bandbreite, die in Deutschland bislang selten aus einer Hand kommt.

Space Cubes & Co.: Legale Edibles aus Nutzhanf
„Laborgeprüfte Reinheit: Jede Charge wird analysiert, das Zertifikat ist öffentlich abrufbar."

Eigenproduktion statt Zwischenhandel

Der für die Szene interessanteste Punkt ist weniger das Sortiment als das Modell dahinter. Viele Anbieter in diesem Segment handeln fremde Ware durch — LEAFZ entwickelt Rezepturen selbst. Das ist aufwendiger, hat aber einen praktischen Effekt: Wer Rezeptur, Dosierung und Chargenführung kontrolliert, kann Gehaltsangaben tatsächlich verantworten, statt sie vom Lieferanten zu übernehmen und zu hoffen.

Das merkt man dem Sortiment an. Die Stärkeabstufungen — 150, 300 und 750 Milligramm bei den Cubes, 100 und 200 bei den Jellies — sind keine willkürlichen Zahlen, sondern das Ergebnis davon, dass jede Charge ohnehin durchs Labor geht und der Wert pro Stück damit belastbar feststeht. Operativ ist das Unternehmen als EU-Firma aufgestellt, mit Versand aus einem Lager in Tschechien; Kernmarkt ist Deutschland, weitere EU-Länder kommen schrittweise dazu.

Transparenz als Geschäftsmodell

Genau hier liegt der Punkt, an dem sich in dieser Kategorie die Spreu vom Weizen trennt. Das Bundeskriminalamt warnt seit Jahren vor gepanschter Ware aus unregulierten Quellen, die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt ist — Produkte, bei denen niemand zuverlässig sagen kann, was tatsächlich drin ist. Der Unterschied eines legalen Anbieters ist deshalb nicht der Preis, sondern die Nachprüfbarkeit.

LEAFZ macht die Laborberichte öffentlich einsehbar: Für jede Charge liegt ein Certificate of Analysis vor, das das Cannabinoid-Profil inklusive THCA und berechnetem Gesamt-THC ausweist und sich über die Chargennummer der Packung zuordnen lässt. Das ist der eigentliche Prüfstein — ein Analysezertifikat ohne Chargenbezug belegt nichts.

Wachstum ohne die üblichen Kanäle

Bemerkenswert ist auch, wie die Marke gewachsen ist. Werbeplattformen behandeln alles mit „THC" im Namen ablehnend, gängige Zahlungsdienstleister ebenso. Übrig bleiben eigene Kanäle: E-Mail, ein Telegram-Kanal für Drops und Restocks, Affiliate-Partnerschaften — und Bezahlwege wie Banküberweisung und Krypto über eine selbst betriebene BTCPay-Instanz. Verknappte Drops mit limitierter Stückzahl erinnern eher an Sneaker-Releases als an klassischen Hanf-Handel. Wer in dieser Nische ohne bezahlte Reichweite wachsen will, muss sich Vertrauen erarbeiten, statt es einzukaufen.

Ausblick

Die Nutzhanf-Kategorie ist jung und wird sich regulatorisch weiter bewegen — daran gibt es wenig zu deuteln. Für Konsumentinnen und Konsumenten zählt kurzfristig etwas anderes: Sie haben erstmals die Werkzeuge, um selbst zu prüfen, was sie kaufen. Nicht das Etikett entscheidet über Vertrauen, sondern die Bereitschaft eines Herstellers, seine Analysen offenzulegen. Anbieter, die das nicht tun, werden es in den nächsten Jahren schwerer haben.

Produkte ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren. Nicht vor dem Autofahren oder dem Bedienen von Maschinen konsumieren, nicht mit Alkohol kombinieren.

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