Was ist HHC und wie wird es hergestellt?

Mercedes.Frank
27 Jul 2026

Das Cannabinoid Hexahydrocannabinol (HHC) hat auf dem europäischen Markt hat zu einer Flut von Produkten geführt, die für Verbraucher in vielen Fällen ein Rätsel sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Cannabinoiden, die direkt aus den Trichomen der Pflanze gewonnen werden, handelt es sich bei HHC um ein halbsynthetisches Cannabinoid (SSC).


Das bedeutet, dass es nicht aus der Natur stammt, sondern durch chemische Umwandlung im Labor entsteht, bei der CBD (gewonnen aus Industriehanf) als Hauptrohstoff verwendet wird.

Die Grundlage: CBD als Ausgangsbasis

Industriehanf, der reich an CBD und arm an THC ist, bildet die Basis. Aufgrund seiner großen Verfügbarkeit und der weniger restriktiven rechtlichen Rahmenbedingungen in vielen Ländern hat sich CBD zu einer effizienten Vorläufersubstanz für die Massenproduktion von HHC entwickelt.

Der Umwandlungsprozess

Die Synthese von HHC ist ein schrittweiser, zweistufiger Prozess, der eine präzise technische Steuerung erfordert:

 

Intramolekulare Zyklisierung (von CBD zu THC)

CBD ist ein Molekül mit offener Kette (bicyclisch). Um es in eine Verbindung mit cannabinoidenähnlichem Potenzial umzuwandeln, müssen Chemiker seine Struktur durch eine säurekatalysierte intramolekulare Cyclisierungsreaktion bei erhöhten Temperaturen modifizieren.

Der Mechanismus: Wenn CBD der Einwirkung von Säurekatalysatoren (wie Phosphorsäure oder p-Toluolsulfonsäure) ausgesetzt wird, faltet sich das Molekül und bildet einen dritten Ring (den Pyranring).

Das Ergebnis: Es entsteht ein Isomerengemisch, in dem Delta-8-THC (aufgrund seiner größeren thermodynamischen Stabilität) überwiegt und ein variabler Anteil an Delta-9-THC vorhanden ist. Dieses Gemisch ist der wesentliche Zwischenschritt zur Gewinnung von HHC.

 

Katalytische Hydrierung (die Bildung von HHC)

Das dabei entstehende THC ist ein Molekül, das chemische Doppelbindungen aufweist, wodurch es anfällig für den Abbau durch Sauerstoff, Licht und Wärme ist (und sich in CBN, eine inaktive Verbindung, umwandelt). Die Hydrierung ist der Prozess, der die Struktur stabilisiert:

Die Reaktion: Der Mischung wird Wasserstoffgas (H₂) in Gegenwart von metallischen Katalysatoren wie Palladium auf Kohlenstoff (Pd/C) oder Platin(IV)-oxid (Adams-Katalysator) zugesetzt. Diese Metalle wirken als Katalysatoren, indem sie die Doppelbindungen aufbrechen und es Wasserstoffatomen ermöglichen, sich an das Molekül anzulagern.

Molekulare Stabilität: Durch die Sättigung der Bindungen mit Wasserstoff entsteht die Verbindung HHC. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine hydratisierte Form, die wesentlich alterungsbeständiger ist als das ursprüngliche THC.

Der entscheidende Faktor: Die Wirksamkeit der (9R)- und (9S)-Epimere

Dies ist der technisch anspruchsvollste und relevanteste Punkt für das Verständnis der Qualität des Endprodukts. Bei der Hydrierung entstehen zwei geometrische Formen, sogenannte Epimere, die chemisch identisch sind, sich jedoch in ihrer räumlichen Anordnung unterscheiden:

(9R)-HHC (oder 9β-HHC): Dies ist die aktive Form. Ihre Geometrie ermöglicht eine optimale Bindung an die CB1-Cannabinoidrezeptoren im menschlichen Körper und erzeugt ähnliche Wirkungen wie THC.

(9S)-HHC (oder 9α-HHC): Dies ist die inaktive Form (bzw. eine Form mit verminderter biologischer Aktivität). Ihre Methylgruppe ragt so hervor, dass eine effektive Bindung an die Rezeptoren verhindert wird.

Laborvariabilität

Das endgültige Verhältnis zwischen diesen beiden Epimeren hängt ausschließlich vom verwendeten Katalysator und der Temperatur ab. Ein Produkt kann zwar insgesamt 50 % HHC enthalten, doch wenn der Großteil aus dem inaktiven Isomer (9S) besteht, wird seine Wirksamkeit für den Konsumenten enttäuschend sein. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass Chargen verschiedener Hersteller so unterschiedliche Wirkungen haben können.

 

Sicherheits- und Kontrollaspekte

Der chemische Synthesevorgang ist effizient, birgt jedoch Risiken, wenn er nicht gemäß pharmazeutischen Standards durchgeführt wird:

Verunreinigungen: Rückstände der bei der Cyclisierung verwendeten Säuren oder Spuren von Schwermetallen aus den Katalysatoren können im Endprodukt verbleiben, wenn keine gründliche technische Reinigung durchgeführt wird.

Toxikologie: Der EMCDDA-Bericht betont, dass die Pharmakologie und Toxikologie von HHC beim Menschen bislang nicht untersucht wurden. Jeder Konsum halbsynthetischer Produkte bedeutet eine Exposition gegenüber Verbindungen, deren Langzeitwirkungen noch nicht bekannt sind.

Wird HHC bei einem Drogentest nachgewiesen?

Aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeit mit THC besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Urin- oder Speicheltests ein falsch positives Ergebnis liefern.

Ist HHC dasselbe wie CBD?

Nein. Während CBD ein natürlich vorkommendes, nicht-psychoaktives Cannabinoid ist, handelt es sich bei HHC um eine halbsynthetische Verbindung, die an CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet und psychoaktive Wirkungen hervorruft, die denen von THC ähnlich, aber nicht identisch, sind.

Ist HHC zu 100 % natürlich?

Nein. HHC kommt in Spuren in der Pflanze vor, aber das Produkt, das den Verbraucher erreicht, wird im industriellen Maßstab durch Hydrierung von CBD im Labor hergestellt.

Dieser Text ist eine Übersetzung von der englischen softsecrets Seite

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Mercedes.Frank