Die Cannabis-Politik der Holländer sollte besser werden

Mercedes.Frank
20 Sep 2026

Die Niederlande sind weltweit für ihre lange Geschichte im Zusammenhang mit Cannabis bekannt. Amsterdam war und ist DER internationale Hotspot für Cannabistourismus.


In den letzten Jahren haben die Niederlande ihren Titel als weltweit führender Standort für Cannabis bis zu einem gewissen Grad abgegeben. Mehrere Länder haben ihre Gesetze und Vorschriften modernisiert, um verschiedene Aktivitäten im Zusammenhang mit Cannabis, einschließlich des Handels, zuzulassen.

In Uruguay, Kanada, Malta, Luxemburg, Deutschland, Südafrika und Tschechien ist der Konsum für Erwachsene mittlerweile legal. Auch auf Bundesstaatenebene ist Freizeit-Cannabis in den USA in fast der Hälfte der Bundesstaaten legal. Im Vergleich dazu wird der Freizeitkonsum von Cannabis in den Niederlanden zwar seit jeher weitgehend toleriert, ist jedoch nicht ausdrücklich legalisiert.

Begrenzte Pilotprogramme

In zehn Gemeinden der Niederlande laufen derzeit regionale Pilotprojekte zum Handel mit Cannabis für Erwachsene. Diese forschungsbasierten Pilotprojekte erlauben es teilnehmenden Erwachsenen, in begrenztem Umfang Cannabis anzubauen, zu verkaufen und zu kaufen. Dabei werden Daten und Informationen gesammelt, die den Gesetzgebern und Regulierungsbehörden bei der Ausarbeitung neuer Richtlinien helfen sollen. Die Pilotprojekte finden in Almere, Arnheim, Breda, Groningen, Heerlen, Hellevoetsluis, Maastricht, Nimwegen, Tilburg und Zaanstad statt.

Berichten aus den Niederlanden zufolge stellen Forscher und Gesetzgeber in dieser Woche fest, dass der unregulierte Cannabismarkt in den Niederlanden nach wie vor floriert, was angesichts des begrenzten Umfangs der Pilotversuche keine Überraschung sein sollte.

Keine regionalen Unterschiede 

Derzeit stellen die Forscher keine nennenswerten Unterschiede zwischen den an dem Pilotprojekt teilnehmenden und den nicht teilnehmenden Gemeinden fest, heißt es in einem Bericht seit Beginn des Cannabis-Pilotprojekts. Man wolle zum jetzigen Zeitpunkt noch keine endgültigen Schlussfolgerungen ziehen.

In Fragebögen gaben Cannabiskonsumenten an, dass sie ihr Cannabis oft außerhalb der Coffeeshops kaufen, sei es aus Preisgründen oder weil sie so pro Einkauf mehr davon erwerben können. In den am Pilotprojekt teilnehmenden Gemeinden sanken die Preise schneller als in anderen Gebieten; allerdings stieg der Preis für Haschisch auch schneller an als in den anderen Gemeinden.

Erwartbare Resultate

Die bisher berichteten Ergebnisse dürften für jeden Beobachter zu erwarten gewesen sein. Zwar sind die Pilotversuche eine gute Option für die Teilnehmer, doch nimmt die überwiegende Mehrheit der Cannabiskonsumenten in den Niederlanden nicht an den Versuchen teil. Die Tatsache, dass eine vorgeschlagene Ausweitung des Pilotversuchsprogramms auf Amsterdam zuvor von Mitgliedern des niederländischen Parlaments abgelehnt wurde und damit der größte Cannabiskonsumentenmarkt des Landes faktisch vom Pilotversuchsprogramm ausgeschlossen ist, macht deutlich, wie viel Raum für Verbesserungen in der Cannabispolitik in den Niederlanden noch besteht.

Solange die Niederlande die Cannabisbranche nicht vollständig akzeptiert und es kein reguliertes Modell für die Cannabisbranche gibt, wird der Schwarzmarkt nicht verschwinden.

Siehe auch

Medizinisches Cannabis in den Niederlanden meist ohne Rezept

Mehrheit in den Niederlanden für Cannabis-Legalisierung

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Mercedes.Frank