Medizinisches Cannabis gegen epileptische Anfälle

Mercedes.Frank
18 Sep 2026

Wir berichten ja regelmäßig über medizinisches Cannabis und seine vielfältigen Anwendungsgebiete. Auch über die Hilfe, die Cannabis für Epilepsie-Patienten sein kann, gab es schon Informationen.


Jetzt gibt es eine neue Studie zu diesem Thema aus Minnesota. Forscher der University of Minnesota untersuchten die Wirksamkeit staatlich zugelassener medizinischer Cannabisprodukte bei Patienten mit Anfallsleiden. Über 1.900 Patienten nahmen an der Studie teil. Die meisten Patienten bekamen medizinisches Cannabis, das einen höheren Anteil von CBD als THC enthielt.

Weniger Anfälle

Und das Ergebnis dieser Studie ist laut der Fachzeitschrift „Epilepsy & Behavior“ ein deutlicher Rückgang der Anfallshäufigkeit nach der Einnahme staatlich zugelassener medizinischer Cannabisprodukte. Das war bei 68% der Probanden der Fall, wobei etwa die Hälfte von ihnen einen Rückgang der wöchentlichen Anfallshäufigkeit angab. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Mundtrockenheit, Müdigkeit und Schlaflosigkeit. Einem Großteil der Patienten (87,0 %) wurde ein hohes Verhältnis von CBD zu THC in der täglichen Gesamtdosis verabreicht.

Mehr Nebenwirkungen bei Älteren

Ein höherer Anteil älterer Erwachsener (älter als 60 Jahre) berichtete über unerwünschte Nebenwirkungen als andere Altersgruppen. 
Bei 67,6 % der Patienten verbesserte sich die Anfallshäufigkeit im Verlauf des Studienzeitraums. Von den Patienten, die bei ihrem letzten Besuch die Einnahme von Begleitmedikamenten angaben, nahmen 76,2 % zusätzlich zu medizinischem Cannabis mindestens ein Antiepileptikum ein. Insgesamt empfanden die Patienten medizinisches Cannabis als vorteilhaft. 

Zu hohe Kosten

Was sind jedoch weniger vorteilhaft empfanden waren und sind die höheren Kosten, die diese Therapie mit Cannabis mit sich bringt.
Die Kosten sind etwa zehn mal höher als eine Therapie mit herkömmlichen Anti-Epileptika. 
Daher prüfen die Krankenkassen diese Fälle ganz genau und es müssen immer alle verfügbaren Standardtherapien fehlerhaft oder unwirksam verlaufen sein (Pharmakoresistenz) und eine begründete Aussicht auf Besserung bestehen.

Durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gab es im Sommer ja eine radikale Einschränkung bei den gesetzlichen Krankenkassen. Den seit dem 30.7.2026 sind Cannabisblüten komplett aus dem regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Erste Klagen von Betroffenen wurden bereits abgewiesen. Bei der Behandlung von Epilepsie werden jedoch ohnehin meist flüssige, hochdosierte CBD-Öle oder standardisierte Extrakte verwendet. Und standardisierte Cannabisextrakte bleiben weiterhin erstattungsfähig. 

Aussicht

Das bedeutet, dass Blüten selbst gezahlt werden müssen. Und die bürokratischen Auflagen und Kontrollen für Extrakte werden weitaus strenger werden.
Aber durch Studie der University of Minnesota wissen wir, dass Cannabis bei Epilepsie die Anfallshäufigkeit spürbar senken kann. Und genau darum geht es doch.

Siehe auch

Cannabis und Epilepsie

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Mercedes.Frank