Der „Frankfurter Leitfaden“ für den verantwortungsbewussten Heimanbau

Mercedes.Frank
06 Sep 2026

Das Drogenreferat Frankfurt/Main hat einen Leitfaden zur Schadensminimierung beim Cannabis-Eigenanbau veröffentlicht. Safer Grow, so der Name der Broschüre, soll allen Growern helfen, Risiken zu minimieren und rechtliche Probleme zu vermeiden.


Rechtliche Fragen

Und davon gibt es ja auch nach dem 1. 4.2024 (Einführung des Cannabis-Gesetzes) immer noch genug. Denn seit April 2024 dürfen Erwachsene zu Hause drei Pflanzen anbauen. Aber es ist derzeit noch rechtlich umstritten, ob auch schon ein Steckling als eine solche Pflanze gezählt wird. Und auch männliche Pflanzen fallen unter dieses Gesetz. Am sichersten ist es also, nie mehr als drei eingepflanzte Exemplare zu besitzen. Der Anbau darf in der eigenen Wohnung, auf dem Balkon oder im Garten erfolgen. Und man sollte auch nur selber mit den Pflanzen zugange sein. Allein das Giessen fremder Pflanzen kann juristisch problematisch werden. 

Man darf zu Hause nie mehr als 50 Gramm haben, neben den drei Pflanzen. Wenn dann die Ernte ansteht, kann es von der Menge her problematisch werden. Denn man erntet im Normalfall mehr als 50 Gramm von drei Pflanzen. Was man mit der überschüssigen Menge macht, hat der Gesetzgeber nicht klar geregelt. Man muss den Überschuss jedenfalls vernichten, also für den Konsum komplett unbrauchbar machen. 

Man kann den Überschuss auch nicht verschenken oder mit anderen teilen, denn die Erlaubnis gilt ausschließlich für den Eigenkonsum. Auch Kuchen/Kekse backen oder das Cannabis zu anderen Edibles weiterzuverarbeiten ist illegal. Denn es wird als „Herstellung“ gewertet. Und die ist nach wie vor strafbar.

Brandschutz

Die Brandgefahr ist beim Indoor-Anbau immer zu beachten. Es wird daher empfohlen, nicht am Material zu sparen. Man sollte also zertifizierte Lampen nutzen, Überlastung der Steckdosen vermeiden und regelmäßig die Kabel checken.  Es wird sogar empfohlen, einen Rauchwarnmelder zu installieren und Feuerlöscher immer griffbereit zu haben. Auch Abluftsysteme und Filter sollten regelmäßig gewartet werden, denn bei Verstopfung droht Überhitzung. Und  auch den Abstand der Lampen von anderen Materialien gilt es zu beachten. 

Nachbarschaft und Vermieter

Man sollte stets darauf achten, dass es nicht zu Schäden in der Wohnung kommt und die Nachbarn nicht belästigt werden. Das kann gerade beim Einbau sehr schnell durch Geruchsbelästigung passieren. Filteranlagen sind in dem Fall hilfreich.

Generell wird man jedoch wissen, mit wem man es in der Nachbarschaft zu tun hat und wie man sich verhalten kann. 

Schutz von Kindern und Jugendlichen

Es ist nicht sonderlich sinnvoll, zu Hause anzubauen. Zumindest dann, wenn auch Kinder in der Wohnung sind. Denn Kinder sind neugierig. Und es ist alles andere als einfach, Dingen lange vor ihnen geheim zu halten. Auch der Konsum von Cannabisprodukten darf nicht in Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen stattfinden. Das ergibt sich aus den gesetzlichen Regelungen. Daher sollte man Cannabisprodukte und die Pflanzen immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Und es gilt ja weiterhin ein Konsumverbot für Kinder und Jugendliche. Gespräche der Eltern mit ihren Kindern zu diesem Thema sind deshalb früher oder später sowieso notwendig.

Der Frankfurter Leitfaden richtete sich primär an Neulinge in Sachen Eigenanbau. Die Erfahrenen wissen normalerweise, welche Utensilien man benötigt, um gut und sicher anzubauen. Aber in Sachen rechtlicher Fragen werden auch sie vermutlich noch ein paar neue Infos bekommen.

Im Lettfaden "Safer Grow" geht um die Verringerung des Risikos. Gleichzeitig betont man aber auch, dass „es einen risikofreien Konsum von Cannabis nicht gibt“.

Siehe auch 

Wie verbreitet ist der Heimanbau von Cannabis in Deutschland?

Gift im Weed: Warum biologischer Pflanzenschutz beim Eigenanbau essentiell ist

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Mercedes.Frank