Studie widerlegt Schwarzseher und Panikmacher wegen Cannabis-Legalisierung
Im Vorfeld der Verabschiedung des deutschen Canannabis-Gesetzes (CanG) im April 2024 griffen Cannabisgegner in Deutschland auf eine klassische Taktik der Anti-Cannabis-Propaganda zurück. Sie warnten vor „Weltuntergangsszenarien“ hinsichtlich des Cannabiskonsums unter Jugendlichen, falls bzw. sobald eine bundesweite Legalisierung von Cannabis für Erwachsene beschlossen würde.
Die Cannabisgegner bringen dieses Argument immer noch vor, aber eine aktuelle Studie von Forschern des Bundesinstituts für Gesundheit widerlegt solche Behauptungen jedoch. Die Forscher untersuchten zwölf repräsentative Studien aus den Jahren 2008 bis 2025, in denen die Veränderungen der 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums bei 12- bis 17-jährigen Jugendlichen und 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen in Deutschland erfasst wurden. Die Ergebnisse der Studie wurden diesen Monat im „Journal of Health Monitoring“ veröffentlicht.
Cannabis-Konsum nicht größer geworden
„Ein Jahr nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis wurden weder bei weiblichen noch bei männlichen Jugendlichen oder bei jungen Frauen im Vergleich zu 2023 unmittelbare, signifikante Veränderungen der 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums beobachtet. Langfristig war bei männlichen Jugendlichen im Vergleich zu 2019 ein Rückgang zu verzeichnen“, heisst es dort.
Die einzige Gruppe, bei der ein statistisch signifikanter Anstieg der Konsumraten festgestellt wurde, waren junge Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren; dabei ist jedoch zu beachten, dass der Konsum in Deutschland legal ist. Seit April 2024 dürfen Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind, in Deutschland Cannabis für den Eigenbedarf anbauen, besitzen und konsumieren. „Ein Jahr nach der Teillegalisierung gab es keine Anzeichen für eine unmittelbare Auswirkung auf die Prävalenz des Cannabiskonsums unter jungen Menschen in Deutschland. Weitere Studien sollten die künftigen Entwicklungen beobachten“, schlussfolgerten die Forscher.
Auch in anderen Ländern kein Anstieg des Cannabis-Konsums
Die Ergebnisse dieser Studie aus Deutschland wurden kurz nach einer Untersuchung veröffentlicht, die ergab, dass Malta Jahre nach der dortigen Legalisierung des Konsums für Erwachsene die niedrigste Cannabiskonsumrate unter Jugendlichen in Europa hat. Malta war das erste Land in Europa, das eine nationale Legalisierungsmaßnahme für den Konsum verabschiedete, nachdem der Gesetzgeber Ende 2021 das Gesetz über die Behörde für den verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis verabschiedet hatte.
Uruguay war 2013 das erste Land überhaupt, das eine landesweite Legalisierung des Cannabiskonsums für Erwachsene ermöglichte. Laut Gesundheitsforschern, die fast ein Jahrzehnt nach der Legalisierung in Uruguay eine Studie durchführten, „war die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum in Uruguay weder mit einem allgemeinen Anstieg des Cannabiskonsums im vergangenen Jahr oder Monat noch mit mehrjährigen Veränderungen beim riskanten und häufigen Cannabiskonsum unter Jugendlichen verbunden.“
Auch mehrere andere Studien, die die Trends beim Cannabiskonsum unter Jugendlichen in Nordamerika untersuchten, konnten nach der Einführung der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene keinen statistisch signifikanten Anstieg der Cannabiskonsumraten bei Jugendlichen feststellen. In den USA haben zwei Dutzend Bundesstaaten sowie Washington D.C. die Legalisierung für Erwachsene eingeführt, und Kanada verabschiedete 2018 eine landesweite Legalisierung für den Konsum durch Erwachsene.
Aber die Cannabisgegner werden mit Sicherheit weiterhin den Teufel an die Wand malen und von katastrophalen Zuständen sprechen. Die es eben aber so nicht gibt.
Siehe auch
Neue Studie: Jugendkonsum von Cannabis auf 20-Jahres-Tief
Neue kanadische Studie besagt, dass die Cannabnis-Legalisierung funktioniert