Wo wird weltweit am meisten Cannabis konsumiert?

Mercedes.Frank
23 Jun 2026

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale – beziehungsweise zunehmend legalisierte – Substanz der Welt. Ob zu medizinischen Zwecken, als Genussmittel im Rahmen neuer gesetzlicher Freiheiten oder auf dem traditionellen Schwarzmarkt: Weltweit greifen Hunderte Millionen Menschen regelmäßig zu Weed. Doch während einige Nationen den Konsum mittlerweile staatlich regulieren, drohen in anderen Regionen nach wie vor drakonische Strafen.


Doch wo auf der Welt wird statistisch gesehen eigentlich am meisten gekifft? Und wie schlägt sich Deutschland im internationalen Vergleich, nachdem das Cannabisgesetz (CanG) den rechtlichen Rahmen völlig neu definiert hat?

Die Datengrundlage: Was ist die Jahresprävalenz?

Um den globalen Cannabiskonsum messbar zu machen, greifen Institutionen wie das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung (UNODC) in ihrem jährlichen World Drug Report auf die sogenannte Jahresprävalenz zurück. Diese Kennzahl gibt an, wie viel Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert haben.

Wichtiger Hinweis zur E-E-A-T-Glaubwürdigkeit: 

Da diese Daten auf repräsentativen Umfragen und offiziellen Behördenmeldungen basieren, ist von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. In Ländern mit restriktiver Gesetzgebung ist die Hemmschwelle, den Konsum bei Umfragen ehrlich zuzugeben, naturgemäß höher als in Ländern mit legalem Markt. Zudem macht medizinische Hanfnutzung statistisch gesehen weltweit nur einen Bruchteil des Gesamtkonsums aus.

Die weltweiten Spitzenreiter: Kultur trifft auf Legalität

Werfen wir einen Blick auf die weltweite Top-Gruppe der Konsum-Rangliste. Hier zeigt sich deutlich, dass eine Mischung aus fortschrittlicher Gesetzgebung und tief verwurzelter Kultur die Zahlen prägt:

Platz 1: USA (ca. 22,8 %): Die Vereinigten Staaten führen das Ranking traditionell an. Da mittlerweile weit mehr als die Hälfte aller US-Bundesstaaten Cannabis vollständig für Erwachsene legalisiert hat und der Markt hochgradig kommerzialisiert ist, ist Hanf dort längst im Mainstream angekommen.

Platz 2: Kanada (ca. 20,7 %): Seit der bundesweiten Legalisierung im Jahr 2018 (Cannabis Act) hat sich der Markt in Kanada stabilisiert. Der Konsum ist auf einem konstant hohen Niveau, wird jedoch sicher und kontrolliert über staatlich lizensierte Fachgeschäfte abgewickelt.

Platz 3: Jamaika (ca. 18 %): Hier ist der Konsum vor allem tief in der Kultur und Geschichte (unter anderem durch die Rastafari-Bewegung) verankert. Entkriminalisiert ist der Besitz kleinerer Mengen bereits seit Jahren.

Platz 4: Neuseeland (ca. 15,3 %): Obwohl das Referendum zur vollständigen Legalisierung im Jahr 2020 knapp scheiterte, verzeichnet das Land im pazifischen Raum weiterhin eine der höchsten Konsumquoten weltweit.

Platz 5: Uruguay (ca. 14,6 %): Das südamerikanische Land war 2013 der weltweite Pionier bei der vollständigen staatlichen Regulierung von Cannabis.

Europa im Fokus: Wo steht Deutschland heute?

In Europa zeigt sich ein sehr gemischtes Bild. Lange Zeit galt die Tschechische Republik mit einer Jahresprävalenz von rund 11,1 % als europäischer Spitzenreiter, dicht gefolgt von Ländern mit liberaler Vergabepraxis oder Coffeeshop-Kulturen wie Spanien (10,5 %) und den Niederlanden (10,4 %). Auch Italien bewegt sich mit knapp 10,21 % im oberen Drittel.

Und Deutschland? Der alte Datensatz verortete die Bundesrepublik mit 7,09 % auf Platz 23. Dieses Bild hat sich jedoch gewandelt. Neuere Erhebungen (wie der Epidemiologische Suchtsurvey) zeigten bereits vor der Gesetzesänderung einen Aufwärtstrend auf rund 8,8 % bei Erwachsenen.

Mit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes (CanG) hat Deutschland eine historische Kehrtwende vollzogen. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland damit neben Ländern wie Malta und Luxemburg eine progressive Vorreiterrolle ein. Während die Nachbarländer wie Österreich nach wie vor eine strikte Verbots-Politik verfolgen und die Schweiz primär auf "Cannabis Light" (unter 1 % THC) sowie lokale Pilotprojekte (wie Züri Can) setzt, zeigt das deutsche Modell, wie Entkriminalisierung in der Praxis aussehen kann.

Die Statistik im Wandel der Legalität

Genaue Statistiken zum Cannabiskonsum werden auch in Zukunft eine Annäherung bleiben. Durch das CanG und die Entstigmatisierung in Deutschland wird sich jedoch die Datenqualität verbessern, da Konsumenten bei Befragungen nicht mehr mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Sicher ist: Repression hat den Konsum weltweit nie nachhaltig gesenkt – die moderne Regulierung versucht nun stattdessen, Aufklärung, Jugendschutz und saubere Produkte in den Vordergrund zu stellen.

Siehe auch

Cannabiskonsum bei Jugendlichen in Frankfurt auf historischem Tiefstand

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