Sri Lanka: Mönche mit 110 Kilo Cannabis gefasst
In Sri Lanka werden 22 buddhistische Mönche mit 110 Kilo Cannabis am Flughafen festgenommen – Ermittler vermuten organisierten Schmuggel.
Am 25. April wurden am Flughafen von Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, 22 buddhistische Mönche festgenommen. In ihrem Gepäck fanden die Behörden insgesamt 110 Kilogramm Cannabis, verteilt auf mehrere Koffer.
Buddhismus als Staatsreligion – und strenge Drogengesetze
Sri Lanka ist ein Inselstaat mit rund 21 Millionen Einwohnern südöstlich von Indien. Der Buddhismus ist Staatsreligion; im Land gibt es etwa 6.000 Klöster und rund 15.000 Mönche. Obwohl Cannabis in Sri Lanka grundsätzlich verboten ist und Konsum wie Handel hart bestraft werden, existieren Ausnahmen im Rahmen der traditionellen ayurvedischen Medizin.
Rückkehr aus Thailand – Reise angeblich gesponsert
Die festgenommenen Mönche waren überwiegend Studenten und kamen von einer viertägigen Reise aus Thailand zurück. Thailand hatte 2022 Cannabis legalisiert und exportiert seitdem Teile seiner Produktion ins Ausland. Die Reise soll laut Polizei von einem anonymen Sponsor finanziert worden sein. Die Ermittler wurden durch einen Hinweis auf die Gruppe aufmerksam.
Cannabis in versteckten Fächern transportiert
Jeder der Mönche führte etwa fünf Kilogramm Cannabis mit sich. Die Drogen waren in geheimen Zwischenwänden der Koffer versteckt, zwischen Schulmaterialien und Süßigkeiten. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass viele der jungen Mönche nicht wussten, was sie transportierten.
Untersuchungshaft und weitere Festnahmen
Nach einer ersten Anhörung vor Gericht wurden die 22 Mönche für sieben Tage in Untersuchungshaft genommen. Die Behörden wollen klären, wer hinter der Organisation des Schmuggels steckt.
Verdächtiger mutmaßlicher Drahtzieher festgenommen
Ein 23. Mönch, der als möglicher Organisator gilt, wurde später in einem Vorort von Colombo festgenommen. Er selbst hatte nicht an der Reise teilgenommen und soll den anderen Mönchen erklärt haben, die Pakete enthielten Spenden.
Eine Lieferwagenbesatzung sollte die Koffer nach der Ankunft abholen.
Die Polizei schätzt den Wert der beschlagnahmten Ware auf rund drei Millionen Euro – eine Summe, die nach Einschätzung lokaler Medien deutlich überhöht erscheint. Bei dem sichergestellten Cannabis soll es sich um die Sorte Kush handeln.