Hanfpflanzen kennen und erkennen

20 May 2021

Hanfpflanzen sind, je nach Art, von unterschiedlicher Gestalt bei einem gemeinsamen Nenner. Selbst der Laie erkennt gewöhnlich eine Hanfpflanze, egal um welche Art, welche Varietät oder welche Zuchtform es sich handelt. Dennoch unterscheiden sich die klassischen Hanfarten dergestalt voneinander, dass man sie mit ein wenig Übung recht leicht auseinanderhalten kann.

Cannabis sativa ist eine hochwüchsige, locker verästelte und meist wenig verzweigte Pflanze, die zwei bis über sechs Meter hoch werden kann und lange Internodien, also zwischen zwei Blättern bzw. Blattknoten liegende Stengelabschnitte, aufweist. Die Blattfinger sind bei urtümliche Hanfpflanzen vom Sativa-Typ meist etwas heller und deutlich länger, lanzettförmiger und schmaler ausgeprägt als bei Cannabis indica. Die Samen von Cannabis sativa sind glatt und größer als die von Cannabis indica.

Cannabis indica gedeiht eher kleinwüchsig, stark verzweigt bis buschig und zuweilen in Form eines Tannenbaums, also konisch. Indischer Hanf bringt mit Abstand die meisten Blüten hervor und wird bis etwa 1,2 (seltener bis zu zwei) Meter hoch. Die Hanfpflanzen weisen meist dunklere, kleinere und breitere Blattfinger als Cannabis sativa auf. Die Samen sind kleiner als die von Cannabis sativa und außerdem dunkler.

Cannabis ruderalis ist kleinwüchsig, vergleichsweise karg und nur wenig, bisweilen gar nicht verzweigt. Die eher mageren Blütenstände sitzen am Ende der Stengel, die Blätter des Ruderalhanfs bleiben meist kleiner als bei den anderen Arten. Exemplare von Cannabis ruderalis bleiben unter einem Meter – sie werden gewöhnlich nur maximal 80, meist 30 bis 60 Zentimeter hoch.

Die geschlechtliche Aufteilung in weiblich und männlich ist nicht allein ein Phänomen des Tier- und Menschenreichs. Auch im Reich der Botanik gibt es Familien und Gattungen, die zweihäusige, also zweigeschlechtliche (diözische) Arten hervorbringen. Der Hanf ist so eine Pflanze, die sowohl männliche wie auch weibliche Exemplare ausbildet und sich entsprechend zweigeschlechtlich vermehrt. Zuweilen kommt es auch vor, dass Hanfpflanzen sexuelle Zwischenformen annehmen, also beide Geschlechter an einem Exemplar ausbilden (Zwitterformen).

Die weiblichen Exemplare, auch Hanfhennen genannt, sind für die Produktion von medizinischen bzw. psychoaktiven Cannabisblüten und damit für den Anbau prädestiniert, denn sie enthalten deutlich mehr Cannabinoide als ihre männlichen Gegenstücke. Weibliche Hanfpflanzen wachsen verzweigter, bilden mehr Blätter aus und reifen später als die eher spärlich erscheinenden männlichen Hanfpflanzen, auch Femelhanf genannt. Beim Anbau von Cannabis müssen also die männlichen Pflanzen ausgesondert und entfernt werden, da sie andernfalls die Weibchen befruchten und dann das Marihuana unbrauchbar wird.