Amazon unterstützt cannabis-legalisierung

Frank Brandse
04 Aug 2021

Der Onlineshopping-Riese Amazon hat jetzt angekündigt, die Legalisierung von Cannabis in den USA voll zu unterstützen. So soll zum Beispiel in Drogenscreenings nicht mehr auf Cannabis getestet werden. Hintergrund ist die Entkriminalisierung bzw. vollumfängliche Legalisierung von Hanfpflanzen und -produkten in einzelnen Bundesstaaten der USA, derer es immer mehr werden. Die meisten der Staaten haben in den vergangenen Jahren auf Landesebene beschlossen, Cannabis für medizinische Zwecke oder gar für den Genusskonsum freizugeben


Onlinehändler will künftig nicht mehr auf THC testen

 

Auch die Neuerungen auf Bundesebene spielen bei der ganzen Sache eine Rolle – so zum Beispiel die Legalisierung von landwirtschaftlichem Hanf, die mit der Gesetzesänderung „Agriculture Improvement Act of 2018;  U.S. Farm Bill“ etabliert worden war. Nun hat das Gebaren von Amazon nicht wirklich etwas mit Verständnis, Vernunft oder Menschenliebe zu tun. Damit der Onlinehändler als einer der größten Arbeitgeber der Vereinigten Staaten (und der Welt) nicht gegen Mitarbeiter, die sich im Rahmen des Gesetzes bewegen, vorgehen muss, bleibt dem kapitalistischen Boliden gar nichts anderes übrig, als die internen Regeln ebenfalls anzupassen – und entsprechend der gesetzlichen Neuerungen zu ändern. Das Haupt-quartier von Amazon ist übrigens in Washington beheimatet, wo Marijuana im Vergleich zu anderen Staaten schon recht früh entkriminalisiert worden ist, nämlich bereits 2012, basierend auf einem Volksentscheid (Initiative 502). Erst jetzt, neun Jahre später, zieht Amazon die Konsequenzen. So beispielsweise in Sachen Mitarbeiterführung. Zum Hintergrund: Wer bei dem Versandunternehmen als Mitarbeiter beschäftigt ist oder dies anstrebt und sich bewirbt, muss sich regelmäßig umfassenden Drogentests unterziehen. Bisher war dies für Kiffer und Cannabis-Patienten eine Art „Räuber und Gendarme“-Spiel. Denn wer mit THC-Abbauprodukten im Urin erwischt wurde, musste mit der Kündigung rechnen. Das soll sich jetzt ändern – aber vorerst nur in den USA.

Die geschäftsführende Ebene des Unternehmens hat mitgeteilt, dass im Rahmen von Drogenscreenings bei Angestellten, Arbeitern und Bewerbern, künftig nicht mehr auf Cannabis getestet werde. Lediglich Mitarbeiter, die unter die Aufsicht des Verkehrsministeriums fallen, also solche, die im Arbeitsalltag im Auto auf der Straße unterwegs sind und Pakete ausliefern, können im Zuge von Stichproben bzw. bei einem konkret vorliegenden Verdacht im Screening auch auf Cannabiswerte geprüft werden. Dazu

der Amazon-CEO der Consumer Division, Dave Clark: „In der Vergangenheit haben wir, wie viele andere Arbeitgeber auch, Menschen von der Arbeit bei Amazon ausgeschlossen, wenn sie positiv auf Marijuanakonsum getestet wurden. Angesichts der Entwicklung der staatlichen Gesetze in den USA haben wir jedoch unseren Kurs geändert. Wir werden Marijuana nicht mehr in unser umfassendes Drogenscreening-Programm für alle Positionen aufnehmen, die nicht vom Verkehrsministerium reguliert werden, und es stattdessen genauso behandeln wie den Konsum von Alkohol. Wir werden weiterhin Beeinträchtigungskontrollen am Arbeitsplatz durchführen und nach jedem Vorfall auf alle Drogen und Alkohol testen“ (www.aboutamazon.com). Außerdem will Amazons Public Policy Team „aktiv den Marijuana Opportunity Reinvestment and Expungement Act of 2021 (MORE Act) unterstützen – ein Bundesgesetz, das Marijuana auf Bundesebene legalisieren, Vorstrafen löschen und in betroffene Gemeinden investieren würde. Wir hoffen, dass andere Arbeitgeber sich uns anschließen werden und dass die politischen Entscheidungsträger schnell handeln werden, um dieses Gesetz zu verabschieden“ (ebd.).

Quelle: www.rnd.dewww.aboutamazon.com

Markus Berger

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Frank Brandse