Legaler Anbau in Luxemburg

Valentina Lentz
29 Jun 2023

Luxemburg legalisiert endlich den Eigenanbau von Cannabis von bis zu 4 Pflanzen. Das Parlament entschied am 28. Juni mit 38 Ja- und 22 Nein-Stimmen für die Umsetzung.


Da Cannabis auch in Luxemburg die am häufigsten konsumierte Droge ist, entschied das Land schon 2018 die Legalisierung zur freizeitlichen Nutzung in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. Nach langer Verzögerung - zum Teil wohl auch durch die Pandemie bedingt - sowie der zwischenzeitlichen Annahme, die rechtlichen Hürden könnten doch zu hoch sein, wurde nun zu Gunsten einer Legalisierung - ähnlich wie in Deutschland - in 2 Phasen entschieden. Und das noch gerade rechtzeitig, bevor im Oktober erneut Parlamentswahlen anstehen. 

Das ursprüngliche Ziel des staatlich kontrollierten Anbaus und Verkaufs wurde zwar nicht wie befürchtet aufgegeben, wird aber erst als zweite Phase in Form eines Modellprojektes starten. Nach Ausarbeitung soll das Konzept der EU-Kommission vorgelegt werden. Angedacht ist die Vergabe von 2 Produktionslizenzen sowie die Öffnung von 14 Verkaufspunkten. Bis zu 30 Gramm im Monat, sollen Konsumenten so auf legalem und sicherem Wege erwerben können. Davon profitieren werden allerdings nur luxemburgische Einwohner können, und auch der Konsum im öffentlichen Raum bleibt weiterhin verboten.

Phase 1 ermöglicht den Einwohnern künftig den Anbau von bis zu 4 Pflanzen pro Haushalt sowie den Konsum zuhause. Draußen oder beispielsweise in einem Schrebergarten anzubauen, bleibt illegal, genau so wie das Mitführen von mehr als 3 Gramm, was einen automatisch zum Dealer deklariert. Bei Zuwiderhandlungen drohen weiterhin empfindliche - wenn auch geminderte - Strafen. Unter 3 Gramm zahlt man 145 Euro, für mehr können bis zu 500 Euro anfallen. Der illegale Verkauf sowie die Weitergabe an Minderjährige werden weiterhin hart bestraft.

Inwiefern es künftig Sinn machen wird, Menschen für das Mitführen geringer Mengen Strafen zahlen zu lassen, obwohl Luxemburg vor hat bis zu 5 Gramm pro Person legal verkaufen zu wollen, bleibt fraglich. Begleiten soll die neue Gesetzgebung aber auch verschiedene Präventionsmaßnahmen, um den Jugendlichen die Risiken und möglichen Auswirkungen bewusst zu machen. Das Thema soll in den Lehrplan integriert werden, zudem wird aber auch ab dem kommenden Schuljahr schon ein "Coordinateur addiction" an den Schulen zu finden sein, der bei Fragen und Problemen zu Rate gezogen werden kann. 

Begleitend wird es außerdem eine Studie mit rund 3000 zu befragenden Teilnehmern geben. Die ersten Ergebnisse werden bereits Ende des Jahres erwartet. 

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Valentina Lentz