Wie viel THC ist zu viel? Neue Studie definiert klare Grenzwerte für riskanten Konsum

Mercedes.Frank
19 Jan 2026

Wie viel Cannabis ist „zu viel“? Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht wurde, liefert eine der bislang eindeutigsten Antworten darauf. Durch die Erfassung der wöchentlichen THC-Aufnahme anstelle der bloßen Häufigkeit des Cannabiskonsums konnten die Forscher bestimmte Konsumwerte ermitteln, ab denen gelegentlicher Konsum eher als Störung einzustufen ist.


Die Ergebnisse legen nahe, dass die Wirksamkeit ebenso wichtig ist wie die Häufigkeit und dass die Kenntnis der gesamten THC-Aufnahme entscheidend sein könnte, um zu verstehen, wann Cannabiskonsum von Freizeitkonsum zu riskantem Konsum wird.

Warum „wie viel“ wichtiger ist als „wie oft“

Jahrzehntelang wurde der Cannabiskonsum anhand der Häufigkeit gemessen – also daran, an wie vielen Tagen pro Woche man konsumierte. Eine neue Studie, die im Januar 2026 in der Fachzeitschrift Addiction von Experten der University of Bath veröffentlicht wurde, hat dieses Paradigma jedoch verändert.

Da die Potenz moderner Blüten zwischen 10 % und über 30 % THC liegen kann, ist das einfache Zählen von Joints kein zuverlässiger Indikator mehr. Forscher haben nun eine Standard-THC-Einheit eingeführt, die als 5 mg reines THC definiert ist. Diese soll ähnlich wie die „Standard-Alkoholgetränkeinheit“ in der Alkoholindustrie funktionieren und eine universelle Formel für den sicheren Konsum bieten.

Die neuen Grenzwerte 

Die Studie identifizierte spezifische wöchentliche Grenzwerte, bei deren Überschreitung das Risiko, eine Cannabiskonsumstörung (CUD) zu entwickeln, deutlich steigt.

Für Erwachsene (ab 21 Jahren): Der Schwellenwert für ein geringes Risiko liegt bei 8 Einheiten (40 mg THC) pro Woche. Bei Überschreiten von 13 Einheiten (65 mg THC) pro Woche kommt es zu einem starken Anstieg der CUD-Symptome.

Für Jugendliche: Der Spielraum ist noch geringer. Die Studie empfiehlt einen Grenzwert von 6 Einheiten (30 mg THC) pro Woche und weist darauf hin, dass jüngere Gehirne anfälliger für Abhängigkeit sind.

Erkennen einer Cannabiskonsumstörung (CUD)

Es ist wichtig zu wissen, dass Cannabiskonsumstörung eine medizinische Diagnose ist und keine moralische Bewertung. Es geht darum, wann Cannabis aufhört, eine freie Entscheidung zu sein, und beginnt, das tägliche Leben zu beeinträchtigen. Zu den wichtigsten Anzeichen gehören:

  • Erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren oder zu kontrollieren.
  • Heißhunger oder starkes Verlangen nach Cannabis.
  • Vernachlässigung beruflicher oder sozialer Verpflichtungen, um high zu werden.
  • Erhöhte Toleranz (es wird mehr benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen).

Hier einige Wege, um den Konsum zu reduzieren: 

  • Dosis reduzieren: Niedrige und langsame“ Methoden anwenden, insbesondere bei Esswaren, bei denen 1 Einheit genau 5 mg entspricht.
  • Der 48-Stunden-Reset: Regelmäßige 48-stündige „T-Pausen“ können dazu beitragen, die CB1-Rezeptoren empfindlich zu halten, so dass man die Dosierung nicht erhöhen muss
  • COA überprüfen: Immer die Laborergebnisse (Analysezertifikat) in der Apotheke ansehen, um die „Einheiten“ zu berechnen.

Da aber wieder jeder Körper etwas anders ist, gelten solche Werte immer nur als Anhaltspunkt. 

Siehe auch

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