CBD zeigt Potenzial gegen Medikamentenresistenz bei Leukämie

Valentina Lentz
22 Feb 2026

CBD könnte laut Laborstudien bestimmte Resistenzmechanismen bei CML beeinflussen. Forschung zeigt komplexe Effekte auf Krebszellen.


Neue Forschungsergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal Global Medical Genetics, deuten darauf hin, dass Cannabidiol (CBD) möglicherweise eine Rolle dabei spielen könnte, die Arzneimittelresistenz bei der Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML) zu beeinflussen. Die Wissenschaftler vermuten, dass dies mit Veränderungen bestimmter Mikro-RNAs (miRNAs) zusammenhängt, die über Exosomen transportiert werden. Wichtig ist jedoch: Die Ergebnisse stammen ausschließlich aus Laborversuchen mit Zelllinien. Das bedeutet nicht, dass CBD eine wirksame Therapie für Menschen mit Leukämie darstellt. Klinische Studien wären notwendig, um Sicherheit und Wirksamkeit zu bestätigen.

CML und das Problem der Medikamentenresistenz

Die chronische myeloische Leukämie ist eine Form von Blutkrebs, die durch das BCR-ABL1-Fusionsgen ausgelöst wird. Die Einführung von Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) wie Imatinib hat die Behandlung revolutioniert und die Erkrankung für viele Betroffene deutlich besser kontrollierbar gemacht. Dennoch sprechen einige Patientinnen und Patienten nicht auf Imatinib an – ein zentrales Problem in der Therapie. Zwar stehen inzwischen TKI der zweiten und dritten Generation zur Verfügung, doch auch sie führen nicht bei allen zu langfristigem Erfolg. Daher wird intensiv nach neuen therapeutischen Ansätzen geforscht.

Wie CBD die Behandlung beeinflussen könnte

Ein Forschungsteam der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Sofia untersuchte die miRNA-Profile in Exosomen zweier Zelllinien: einer Imatinib-sensitiven (K-562S) und einer resistenten (K-562R) Linie. Die Zellen wurden behandelt mit:

  • CBD allein  
  • Imatinib allein  
  • einer Kombination aus CBD und Imatinib  

Anschließend analysierten die Forschenden, wie sich die miRNA-Expression veränderte und welche biologischen Signalwege davon betroffen waren.

Unterschiedliche Reaktionen in sensiblen und resistenten Zellen

In den sensiblen Zellen führte CBD zu miRNA-Veränderungen, die das Tumorwachstum hemmten und Apoptose – also den programmierten Zelltod – förderten. Diese Ergebnisse decken sich mit früheren Studien, die CBD eine wachstumshemmende Wirkung auf Krebszellen zuschreiben.

In den resistenten Zellen fiel die Reaktion komplexer aus. Hier zeigten sich Veränderungen sowohl in miRNAs, die mit Tumorwachstum in Verbindung stehen, als auch in solchen, die den Zellstoffwechsel regulieren. Das deutet auf ein vielschichtiges Zusammenspiel der Mechanismen hin, die über das Überleben oder Absterben resistenter Zellen entscheiden.

Imatinib allein löste in sensiblen Zellen erwartungsgemäß Prozesse aus, die das Tumorwachstum unterdrücken. In resistenten Zellen waren diese Effekte jedoch deutlich abgeschwächt.

Kombinationstherapie: CBD und Imatinib

Die interessantesten Ergebnisse ergaben sich aus der Kombination beider Substanzen. In sensiblen Zellen verstärkte die Kombination die Apoptose und aktivierte zusätzlich Signalwege, die mit der Zelldifferenzierung zusammenhängen. In resistenten Zellen waren die Effekte weniger eindeutig: Einige apoptotische Signalwege wurden teilweise wiederhergestellt, viele tumorunterdrückende Mechanismen blieben jedoch unverändert.  

Das deutet darauf hin, dass CBD möglicherweise bestimmte Aspekte der Resistenz beeinflussen kann – aber längst nicht alle. Weitere Forschung ist daher unerlässlich.

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Valentina Lentz