MedCan senkt den Verbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente deutlich

Mercedes.Frank
10 May 2026

Eine Umfrage unter mehr als 3.500 Patienten ergab, dass der Konsum anderer verschreibungspflichtiger Medikamente nach Beginn der Behandlung mit medizinischem Cannabis um durchschnittlich 85 Prozent zurückging, wobei insbesondere der Konsum von Opioiden und Schlafmitteln stark sank. Und mehr als die Hälfte der Befragten gab an, mindestens ein Medikament vollständig abgesetzt zu haben.


Rückgang bei bestimmten Medikamentengruppen

Die von Bloomwell veröffentlichte Umfrage auf Basis von Selbstauskünften deutet auf einen deutlichen Rückgang bei bestimmten Medikamentengruppen hin. Unter denjenigen, die zuvor Schlafmittel eingenommen hatten, reduzierten 93,6 Prozent ihren Konsum mindestens um die Hälfte, und 75,5 Prozent setzten die Einnahme ganz ein. Beim ADHS-Medikament Methylphenidat, auch bekannt als Ritalin, betrug die durchschnittliche Reduzierung 88,4 Prozent, wobei 77,3 Prozent die Einnahme einstellten.

Der Opioidkonsum sank um durchschnittlich 83,9 Prozent; 61 Prozent gaben an, Opioide ganz abgesetzt zu haben, und 70 Prozent dieser Gruppe berichteten von keinen weiteren Nebenwirkungen.

Vor Beginn der medizinischen Cannabiseinnahme verwendeten die Befragten am häufigsten nicht-opioide Analgetika (55,8 Prozent), Schlafmittel (51,5 Prozent), Antidepressiva (26,8 Prozent) und Opioide (18,8 Prozent).

Weit weniger Nebenwirkungen 

60,7 Prozent gaben an, nach Beginn der medizinischen Cannabisbehandlung keine medikamentenbedingten Nebenwirkungen zu verspüren. 37,9 Prozent berichteten von weniger Nebenwirkungen, 1,1 Prozent von gleich vielen und 0,3 Prozent von mehr. Die Patienten nannten zudem weitere positive Effekte: 67,8 Prozent stellten eine bessere Konzentrationsfähigkeit fest, 61,9 Prozent mehr soziale Kontakte und 53,9 Prozent weniger Fehlzeiten am Arbeitsplatz; negative Auswirkungen wurden von weniger als 3 Prozent berichtet.

„Medizinisches Cannabis sollte keine Behandlung der letzten Wahl sein“, sagte Dr. Julian Wichmann, Mitbegründer und Geschäftsführer von Bloomwell. „In vielen Fällen ist eine individuelle therapeutische Erprobung schon frühzeitig angebracht – insbesondere bei häufigen Beschwerden wie Schlafstörungen, chronischen Schmerzen oder Angststörungen. Gleichzeitig zeigt unsere Umfrage, dass wir endlich offener über die großen Vorteile von medizinischem Cannabis sprechen sollten, anstatt ausschließlich vor empirisch unbewiesenen Risiken zu warnen.“

Solche Informationen sollten auch endlich im Bundesgesundheitsministerium ankommen. Und die Krankenkassen sollten sich deutlich mehr für Cannabis einsetzen, denn man kann mit Cannabis auch eine Menge Kosten einsparen. Und zur Zeit, so zumindest die jüngsten Aussagen der Politik, ist das notwendiger als je zuvor.

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