Wie Cannabis die Träume beeinflusst: THC, REM-Schlaf und der Rebound-Effekt

Mercedes.Frank
23 Feb 2026

Der Konsum von Cannabis als Schlafhilfe wird immer beliebter. Viele Nutzer berichten, dass sie mit Cannabis schneller einschlafen und seltener nachts aufwachen. Doch ein Phänomen fällt fast jedem regelmäßigen Konsumenten auf: Das Traumleben scheint fast vollständig zu verschwinden. Aber warum ist das so, und was passiert, wenn man mit dem Konsum aufhört?


Welche Rolle spielen THC und CBD beim Schlaf?

Die Auswirkungen von Cannabis auf die Schlafqualität sind komplexer, als es der erste "müde" Eindruck vermuten lässt. Die beiden Hauptwirkstoffe der Pflanze, THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), interagieren auf unterschiedliche Weise mit unserem Schlafzyklus.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass THC den sogenannten REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) verringert. Gleichzeitig erhöht es oft den Tiefschlaf (Slow-Wave-Schlaf). Während dies kurzfristig erholsam wirken kann, fehlt dem Gehirn dadurch eine wichtige Phase der Informationsverarbeitung. CBD hingegen wirkt oft regulatorisch. Je nach Dosierung kann es den REM-Schlaf entweder leicht fördern oder reduzieren, wobei es primär angstlösend wirkt und so das Einschlafen erleichtert, ohne das Traumgeschehen so massiv zu unterdrücken wie THC.

Die Bedeutung des REM-Schlafs für das Träumen

Der REM-Schlaf ist die Phase, in der wir am intensivsten träumen. Wenn Menschen in dieser Phase aufwachen, können sie sich meist lebhaft an ihre Träume erinnern. Da Cannabis (speziell Sorten mit hohem THC-Gehalt) diese Phase verkürzt, berichten Konsumenten oft davon, dass ihr "Traumbildschirm" schwarz bleibt.

Ein weiterer Faktor ist das Gedächtnis: THC kann die Bildung von Kurzzeitgedächtnissen beeinflussen. Selbst wenn wir träumen, fällt es dem Gehirn unter Cannabiseinfluss schwerer, diese flüchtigen Erinnerungen nach dem Erwachen zu speichern.

Der REM-Rebound: Wenn die Träume mit voller Wucht zurückkehren

Wer gewohnheitsmäßig Cannabis konsumiert und dann eine Pause einlegt (einen sogenannten "T-Break"), erlebt oft eine Überraschung. Sobald der Körper kein THC mehr erhält, versucht das Gehirn, den versäumten REM-Schlaf nachzuholen. Dieses Phänomen nennt man REM-Rebound. Die Folgen sind:

Extrem lebhafte, teils bizarre oder sehr reale Träume.

Häufigeres Erwachen aus Traumphasen.

Ein deutliches Wiederaufflammen der Traumerinnerung, das bis zu 45 Tage nach dem Absetzen anhalten kann.

Für Langzeitkonsumenten kann dieses plötzliche Wiederaufleben der Traumwelt sehr intensiv und manchmal sogar beunruhigend sein, ist aber ein Zeichen dafür, dass sich das Gehirn regeneriert.

Seit April 2024 ist der Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen in Deutschland legal. Dennoch warnen Mediziner davor, Cannabis ohne ärztliche Begleitung als dauerhaftes Schlafmittel einzusetzen. Langfristiger Konsum kann zu einer psychischen Abhängigkeit führen und die natürliche Schlafarchitektur dauerhaft verändern.

In der Schweiz bleibt "Cannabis Light" (unter 1% THC) eine beliebte Alternative, die weniger Einfluss auf den REM-Schlaf hat als herkömmliches Cannabis. In Österreich ist die Rechtslage weiterhin strenger, was den Zugang zu THC-haltigen Produkten betrifft.

Cannabis kann beim Einschlafen helfen, verändert aber grundlegend, wie wir träumen. Wer Cannabis zur Schlafverbesserung nutzt, sollte sich der Unterdrückung des REM-Schlafs bewusst sein.

Siehe auch

Cannabis-Empfehlungen für einen guten Schlaf

M
Mercedes.Frank