Cannabis und Sport: Leistungssteigerung oder Risiko für das Training?

Mercedes.Frank
01 Jan 2026

Mit der fortschreitenden Entkriminalisierung von Cannabis – insbesondere durch das Cannabisgesetz (CanG) in Deutschland – rückt die Pflanze immer stärker in den Fokus von Profisportlern und Fitness-Enthusiasten. Statistiken zeigen ein klares Bild: Eine Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass über 92 % der Fitnessstudiobesucher bereits Erfahrungen mit Cannabis im sportlichen Kontext gesammelt haben. Doch was sagt die Wissenschaft zur tatsächlichen Wirkung auf den Körper?


Was sagt die Wissenschaft? Kraft vs. Ausdauer

Eine im Journal of Strength and Conditioning Research veröffentlichte Untersuchung liefert interessante Einblicke. Forscher konnten keine signifikanten negativen Unterschiede in der Herzfunktion oder der allgemeinen Körperzusammensetzung zwischen Langzeitkonsumenten und Nicht-Konsumenten feststellen.

Interessant ist jedoch die spezifische Auswirkung auf die Leistung: Während Cannabiskonsumenten tendenziell über etwas weniger Maximalkraft verfügten, zeigten sie oft eine bessere Ausdauerleistung. Dennoch berichten 77 % der aktiven Konsumenten von subjektiven Vorteilen wie gesteigerter Konzentration, besserer Entspannung und einer effektiveren Erholung nach dem Workout.

CBD und THC: Der Entourage-Effekt im Sport

Während CBD (Cannabidiol) längst in der Fitnesswelt etabliert ist, um Entzündungen zu hemmen und den Schlaf zu verbessern, rückt auch THC wieder in den Fokus. Gemäß der „Entourage-Effekt”-Theorie entfaltet Cannabis seine volle Wirkung erst durch das Zusammenspiel der über 120 Cannabinoide. Für Sportler bedeutet das: Die ganzheitliche Nutzung der Pflanze könnte bei der Regeneration hilfreicher sein als isolierte Präparate.

Regeneration und Schlaf: Der Schlüssel zum Erfolg

Ein entscheidender Faktor für sportliche Höchstleistungen ist die Erholung. Studien belegen, dass medizinisches Cannabis bereits nach drei Monaten die Schlafqualität signifikant verbessern kann. Da Cannabis den REM-Schlaf beeinflussen kann, nutzen viele Athleten die entspannende Wirkung, um die Regenerationsphasen zu optimieren. Sogar die NBA hat reagiert und testet ihre Spieler nicht mehr auf Cannabiskonsum.

Trotz der Vorteile ist Vorsicht geboten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) führt Cannabis weiterhin auf der Verbotsliste für Wettkämpfe – primär aus Sicherheitsgründen, da ein Rauschzustand die Koordination und das Gleichgewicht beeinträchtigen kann.

Cannabis und Sport sind kein Widerspruch mehr, sofern der Konsum verantwortungsbewusst erfolgt. Während es für die unmittelbare Kraftleistung eher hinderlich sein kann, bietet es enorme Potenziale in der Regenerationsphase und beim mentalen Fokus. Allerdings ist laut CanG der Konsum in unmittelbarer Nähe von Sportstätten weiterhin untersagt.

Siehe auch

Cannabis-Empfehlungen für einen guten Schlaf

M
Mercedes.Frank