Warum die Wasserqualität beim Anbau von Cannabis entscheidend ist
Wir wissen, dass wir für den Anbau von Cannabis Licht, Nährstoffe, Kohlendioxid und Wasser benötigen. Und beim Wasser gibt es gewaltige Unterschiede.
Wir haben ja erst kürzlich über das richtige Bewässern berichtet.
Die Bedeutung der Wasserqualität für Cannabis
Wasser ist mehr als nur ein Durstlöscher; es ist das Transportmittel für alle Nährstoffe. Wer die Wasserqualität ignoriert, riskiert Nährstoffblockaden (Lockouts) und Kümmerwuchs.
Wasserarten im Vergleich
1. Weiches Wasser (Idealfall)
Weiches Wasser (z. B. viele stille Mineralwasser oder gefiltertes Wasser) ist die beste Basis für Cannabispflanzen.
EC-Wert: Unter 0,4 mS/cm.
pH-Wert: 6,0 – 7,0.
Vorteil: Geringer Eigen-Mineralgehalt erlaubt volle Kontrolle über zusätzliche Düngergaben (Ca/Mg).
2. Hartes Wasser (Problemfall)
Enthält hohe Mengen an Kalk, Magnesium und Kalzium durch Gesteinsschichten.
EC-Wert: Über 0,8 mS/cm.
pH-Wert: Ab 8,0 (alkalisch).
Nachteil: Erschwert die Nährstoffberechnung; führt schnell zu Kalkablagerungen und Blockaden (Nutrient Lockout).
3. Umkehrosmosewasser (R/O)
Die reinste Form durch Membranfiltration. Entfernt 95-99% aller gelösten Stoffe, Viren und Schwermetalle.
EC-Wert: 0,0 – 0,1 mS/cm (Nahe Null).
Wichtig: Da R/O-Wasser fast keine Mineralien enthält, musst du zwingend CalMag hinzufügen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
4. Regenwasser (Die ökologische Alternative)
Natürlich weich und chlorfrei, aber nicht ohne Risiken.
Vorteil: Kostenlos und oft leicht sauer (gut für den Boden).
Risiko: Kann Schadstoffe aus der Luft oder Bakterien bei falscher Lagerung enthalten.
Pro-Tipp: Für maximale Sicherheit Regenwasser zusätzlich durch einen R/O-Filter jagen.
Der EC-Wert: Die elektrische Leitfähigkeit
Der EC-Wert (Electrical Conductivity) misst die Konzentration der gelösten Salze. Ein zu hoher Ausgangswert schränkt deinen Spielraum für Dünger ein.
Sämlinge: 0,5 – 1,2 mS/cm
Wachstum (Veggie): 1,2 – 1,8 mS/cm
Blütephase: 1,8 – 2,5 mS/cm
Pro-Tipp: Nutze ein kalibriertes EC-Messgerät. Wenn dein Leitungswasser bereits einen EC von 0,8 hat, solltest du es mit Umkehrosmosewasser mischen, um Platz für Nährstoffe zu schaffen.
Der pH-Wert: Der Türsteher der Wurzeln
Selbst bei perfekten Nährstoffen entscheidet der pH-Wert, ob die Pflanze diese aufnehmen kann.
Anbau auf Erde: pH 6,0 – 7,0
Hydrokultur / Kokos: pH 5,5 – 6,5
Warnsignale für schlechte Wasserqualität
Geruch: Schwefeliger Geruch deutet auf Sauerstoffmangel und anaerobe Bakterien hin.
Farbe/Trübung: Biofilme oder Ablagerungen können Wurzelkrankheiten fördern.
Algenbildung: Licht im Wassertank führt zu Algen, die Sauerstoff verbrauchen.
pH-Instabilität: Wasser mit geringer Pufferkapazität lässt den pH-Wert gefährlich schwanken.
So, und nun viel Spaß beim Bewässern.