Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Cannabis?
Der Unterschied zwischen Hanf und Cannabis liegt im Zuchtzweck, der genetischen Abstammung und den Anbaumethoden.
Was macht Hanf zu Hanf?
Hanf ist eine der ältesten domestizierten Kulturpflanzen und wurde bereits von frühen Zivilisationen sowohl für industrielle als auch für medizinische Zwecke genutzt. Heute ist Hanf zu einer bedeutenden Industrie geworden. Forscher entdecken ständig neue Anwendungsmöglichkeiten für Hanf, wie beispielsweise die Herstellung von erneuerbaren Kunststoffen für die Automobilindustrie.
Darüber hinaus haben Forscher der University of Alberta Wege gefunden, Hanfmaterial in Superkondensatoren zu verwenden, bei denen es sich um Batterien handelt, die sich fast augenblicklich aufladen und nicht an Leistung verlieren.
Sowohl Hanf als auch Cannabis stammen aus derselben Gattung und Art, „Cannabis sativa“. Die wissenschaftliche Unterscheidung zwischen den beiden basiert auf dem Zweck, für den jede Sorte gezüchtet wurde, ihrer genetischen Abstammung und ihren Anbaumethoden.
Durch jahrelange selektive Züchtung sind hohe, widerstandsfähige Hanfsorten entstanden, die einen geringen THC-Gehalt und einen höheren CBD-Gehalt aufweisen. Hanfpflanzen sind überwiegend männlich, bilden keine Blütenknospen, wachsen im Freien schnell, liefern größere Erträge und entwickeln lange, starke Stängel, die für die Gewinnung von Hanffasern wichtig sind.
Was unterscheidet Cannabis von Hanf?
Im Gegensatz dazu wird Cannabis, das selektiv für medizinische Zwecke und den Freizeitkonsum gezüchtet wird, in der Regel in Innenräumen angebaut. In dieser kontrollierten Umgebung werden die einzelnen Pflanzen sorgfältig gepflegt und alle Faktoren, die ihr Wachstum und ihre Entwicklung beeinflussen, werden akribisch gesteuert. Dies führt zur Entwicklung von Cannabissorten mit verbesserten Eigenschaften und Wirkungen, was zu einem höheren THC-Gehalt führt.
Cannabis ist heute stärker denn je. Durch kontrollierte Umgebungen und selektive Züchtung sind neue Hybriden weiblicher Blütenpflanzen mit großen, harzgefüllten Drüsen entstanden. Cannabis-Sorten können THC-Gehalte zwischen 5 % und 20 % aufweisen, während Hanf gesetzlich maximal 0,3 % THC enthalten darf.
Welche Bedeutung hat der Grenzwert von 0,3 %?
Im Wesentlichen ist er willkürlich. Dr. Ernest Small, Botanikexperte und Berater der Regierung, schrieb 1979 ein einflussreiches Buch mit dem Titel „The Species Problem in Cannabis” (Das Artenproblem bei Cannabis). In diesem Buch definierte er Hanf als Cannabisblüten mit einem THC-Gehalt von 0,3 % oder weniger. Später räumte er jedoch ein, dass viele Sorten, mit denen er für die Gewinnung von Fasern und Öl experimentierte, einen THC-Gehalt von mehr als 0,3 % aufwiesen. Seine Entscheidung basierte nicht darauf, welche Cannabissorten landwirtschaftlich oder psychoaktiv wertvoll waren, sondern war einfach eine willkürliche Zahl.
Obwohl die botanische Grenze zwischen Hanf und Cannabis oft nur an einem willkürlichen THC-Wert festgemacht wird, könnten die Einsatzgebiete kaum unterschiedlicher sein. Während Produkte aus Hanf industriell hergestellt werden, bleibt Cannabis die Pflanze für Genuss und Therapie. Letztlich zeigt diese vielseitige Pflanze, dass es sich lohnt, genau hinzusehen – egal, ob man nach nachhaltigen Fasern oder hochwertigen Blüten sucht.