THC gegen Alpträume

Mercedes.Frank
17 Aug 2026

Eine klinische Studie hat gezeigt, dass ein Tetrahydrocannabinol (THC)-haltiges Medikament die Häufigkeit und Intensität von Albträumen bei Menschen, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, deutlich verringert.


Wer hat die Studie durchgeführt?

Die Studie wurde von einem Forscherteam führender Einrichtungen durchgeführt, darunter das Universitätsklinikum Charité in Berlin, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Ihre Zusammenarbeit stellt einen bedeutenden Schritt bei der Erforschung des therapeutischen Einsatzes von THC bei PTBS dar.

Wie viele Teilnehmer gab es?

Insgesamt nahmen 171 Erwachsene mit PTBS und wiederkehrenden Albträumen an dieser multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Studie teil. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 37,9 Jahren, wobei Frauen mit 79,3 % deutlich überrepräsentiert waren.

Wie sahen die methodischen und therapeutischen Details aus?

Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei eine Gruppe Dronabinol (ein verschreibungspflichtiges, THC-haltiges Medikament) und die andere ein Placebo erhielt. Über einen Zeitraum von 10 Wochen nahmen sie jeden Abend vor dem Schlafengehen die ihnen zugewiesene Behandlung ein, wobei die Dosierungen zwischen 2,5 mg und 15 mg Dronabinol lagen. Die Ergebnisse liefern überzeugende Belege für die Wirksamkeit von THC bei der Behandlung von PTBS-bedingten Albträumen.

Was sind die Studienergebnisse?

Die Forscher maßen die Häufigkeit und Intensität der Albträume anhand einer aus acht Items bestehenden Subskala der „Clinician-Administered PTSD Scale“ (CAPS). Nach zehn Wochen verzeichnete die Dronabinol-Gruppe einen durchschnittlichen Rückgang der Albtraumwerte um 3,7 Punkte, während die Placebo-Gruppe eine Verringerung um 2,2 Punkte aufwies. Dieser Unterschied von 1,5 Punkten war statistisch signifikant und deutete auf eine moderate bis große Effektstärke hin.

Bei mehr als einem Drittel der Patienten, die Dronabinol einnahmen, kam es bis zum Ende der Behandlung zu einem vollständigen Verschwinden der Albträume, während weitere 21 % von einer Verringerung der Albtraumhäufigkeit um mindestens 50 % berichteten. Darüber hinaus stellten etwa fünf von sechs Teilnehmern eine Verbesserung ihres allgemeinen Gesundheitszustands fest.

Wie wirkt sich THC auf PTBS-Träume aus?

Die Forscher stellten fest, dass Dronabinol zwar Albträume wirksam reduzierte und die Schlafqualität verbesserte, im Vergleich zum Placebo jedoch keine signifikanten Auswirkungen auf den Gesamtschweregrad der PTBS oder auf depressive Symptome zeigte. Die Wechselwirkung von THC mit dem Endocannabinoid-System spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Schlaf, Stress und der Verarbeitung emotionaler Erinnerungen, was seinen Einfluss auf die Häufigkeit von Albträumen erklären könnte, da es möglicherweise die Traumaktivität während des REM-Schlafs reduziert.

Was sind die Nebenwirkungen und Sicherheitsaspekte?

Bei 89,7 % der Patienten in der Dronabinol-Gruppe wurden Nebenwirkungen festgestellt, verglichen mit 77,1 % in der Placebo-Gruppe. Zu den häufigen leichten bis mittelschweren Nebenwirkungen zählten Schwindel, Kopfschmerzen und gesteigerter Appetit. Fünf Patienten (5,7 %) in der Dronabinol-Gruppe brachen die Behandlung aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab, während sechs Patienten (7,2 %) in der Placebo-Gruppe die Behandlung ebenfalls abbrachen. Obwohl bei sieben Personen, die Dronabinol erhielten, einige schwerwiegende unerwünschte Ereignisse gemeldet wurden, wurden keine schweren Nebenwirkungen auf das Medikament zurückgeführt. Zudem fanden die Forscher keine Hinweise auf Entzugserscheinungen nach Abschluss der Therapie.

Was bedeutet dies für zukünftige Behandlungsmöglichkeiten?

Die Autoren der Studie betonen, dass diese Ergebnisse wertvolle Hinweise darauf liefern, dass Dronabinol Linderung bei PTBS-bedingten Albträumen bieten kann. Es sind jedoch weitere Forschung erforderlich, um den langfristigen Nutzen und das Sicherheitsprofil einer THC-Behandlung zu bewerten, einschließlich der Möglichkeit, dass Patienten im Laufe der Zeit eine Toleranz entwickeln.

Siehe auch

CBD bei Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen

Cannabis und Depressionen

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