Optimierung des Raumklimas und der Beleuchtung mit CO2

Mercedes.Frank
01 Feb 2026

Um Erträge in professioneller Qualität zu erzielen, können sich Züchter nicht mehr allein auf den Kauf der stärksten Lampe oder des größten Ventilators verlassen. Optimaler Anbau basiert auf dem „Goldenen Dreieck“: dem biologischen Zusammenhang zwischen Lichtintensität, Kohlendioxidgehalt (CO₂) und Temperatur. Wenn diese drei Faktoren zusammen passen, wird ein metabolischer „Overdrive“ in der Cannabispflanze ausgelöst. Ist jedoch einer dieser Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten, kann das gesamte System für die Pflanze schädlich werden. Hier wird erklärt, wie bestimmte Produkte eingesetzt werden können, um diese Synergie zu beherrschen.


Die biologische Grenze: Warum CO₂ das „fehlende Glied“ ist

In einem normalen Anbauraum liegt der CO₂-Gehalt bei etwa 400 ppm (Teile pro Million). Bei diesem Wert kann eine Pflanze nur eine bestimmte Menge an Licht verarbeiten. Der Betrieb einer leistungsstarken LED-Lampe mit voller Leistung ohne zusätzliches CO₂ schränkt die Fähigkeit der Pflanze ein, die zusätzliche Energie zu nutzen. Dies führt zu Lichtstress, ausgebleichten Knospen und Wachstumsstörungen.

Durch die Anreicherung mit CO₂ (mit einem Zielwert von 1.200–1.500 ppm) wird der „Sättigungspunkt“ der Pflanze angehoben, sodass sie mehr Licht absorbieren und bei höheren Temperaturen gedeihen kann.

Phase 1: Integration von intensiver Beleuchtung

Beleuchtungsoptimierung: Um die Vorteile von CO₂ zu nutzen, muss man eine Sättigungslichtintensität haben, die als PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) gemessen wird. Das bedeutet, Werte von 1.200 bis 1.500 µmol/m²/s zu erreichen. Bestimmte LED-Leuchten mit hoher Leistung sind in der Lage, vollspektrales „weißes” Licht für eine tiefe Durchdringung des Blätterdachs zu liefern, wodurch die unteren Knospen ausreichend Energie für die Photosynthese erhalten. Man kann aus einer Vielzahl von LED-Optionen wählen, die diese Anforderungen erfüllen.

Klimaoptimierung: Die größte Herausforderung bei intensiver Beleuchtung ist die Strahlungswärme. Auch wenn moderne LEDs effizienter sind als alte HPS-Lampen, geben sie dennoch erhebliche Wärme über die Dioden ab. In einer optimierten CO₂-Umgebung sollte der Raum warm sein (zwischen 28 °C und 29 °C), aber diese Wärme muss gleichmäßig verteilt sein. Eine oszillierende Luftbewegung hilft dabei, Mikroklimata und Wärmetaschen, die sich direkt unter hochintensiven LEDs bilden, aufzubrechen, wodurch Verbrennungen an Blättern verhindert werden und gleichzeitig der Stoffwechsel funktioniert.

Phase 2: Beherrschung des VPD (Dampfdruckdefizit)

Klimaoptimierung: VPD ist das Maß dafür, wie viel „Platz“ die Luft für mehr Feuchtigkeit hat, was bestimmt, wie schnell Pflanzen „atmen“ oder transpirieren. In einem Raum mit hoher Temperatur und hohem CO₂-Gehalt ist es wichtig, während der Blütezeit einen VPD-Wert von 1,2 bis 1,5 kPa aufrechtzuerhalten. Dafür sind zuverlässige Umgebungssensoren unerlässlich. Diese Sensoren sind wertvoll, um zu erkennen, wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Wenn die Luft bei 29 °C zu trocken ist, schließt die Pflanze ihre Spaltöffnungen, um Wasser zu sparen, was ihre Fähigkeit, CO₂ aufzunehmen, stark einschränkt.

Beleuchtungsoptimierung: Der Beleuchtungsplan muss perfekt auf die Klimaveränderungen abgestimmt sein. TrolMaster, AC Infinity, Growflux und Vivosun gehören zu den beliebtesten Steuerungsoptionen unter Züchtern. Mit zunehmender Lichtintensität steigt auch der Wasserbedarf der Pflanzen. Wenn die Lichtintensität ihren Höhepunkt erreicht, das Klima jedoch außerhalb des optimalen Bereichs liegt, leidet die Pflanze unter Transpirationsstress. Die Lichtdimmkurve sollte immer mit der Fähigkeit des Luftentfeuchters übereinstimmen, mit der erhöhten Feuchtigkeit Schritt zu halten, die die Pflanzen an die Luft abgeben.

Phase 3: CO₂-Anreicherungsprodukte und Umsetzung

Klimaoptimierung: Durch die Zugabe von CO₂ ändert sich die Abluftstrategie. Bei Verwendung eines herkömmlichen „immer eingeschalteten” Abluftventilators wird ein Großteil des hinzugefügten CO₂ einfach aus dem Raum abgesaugt. Dies kann durch die Umstellung auf ein geschlossenes System oder einen zeitgesteuerten Abluftansatz verbessert werden. CO₂-Beutel sind eher ergänzende als präzise Werkzeuge und eignen sich am besten für kleine Zelte. In größeren oder professionellen Anlagen verwendet man häufig tankbasierte CO₂-Systeme in Kombination mit zuverlässigen Reglern. Diese Systeme sollten mit einem Umgebungsregler verbunden sein, der das CO₂ abschaltet, wenn der Abluftventilator aktiv ist.

Beleuchtungsoptimierung: Wenn CO₂ zugeführt wird, vertragen Cannabispflanzen eine „Overdrive“-Beleuchtung. In diesem Fall sollte die „Boost“-Einstellung der LED-Treiber genutzt werden. Da das CO₂ dafür sorgt, dass die Pflanzen auch bei höheren Temperaturen gesund bleiben, können die Lampen etwas näher an den Blättern positioniert werden als bei einer „Nicht-CO₂-Einstellung“. Dadurch kann die Lichtdichte (PPFD) deutlich erhöht werden, was zu einer robusteren Knospenentwicklung und einer verbesserten strukturellen Integrität führt. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass es auch wichtig ist, die Temperatur des Blätterdachs mit IR-Thermometern oder Blatttemperatursensoren zu überwachen (die ideale Blattoberflächentemperatur liegt in CO₂-angereicherten Räumen in der Regel zwischen 25 und 28 °C).

Phase 4: Das Feuer anfachen – Bodenverbesserungsmittel und Booster

Klimaoptimierung (Nährstoffaufnahme): Wenn die Temperaturen auf etwa 30 °C steigen, um die CO₂-Anreicherung zu ermöglichen, erhöht sich die Verdunstungsrate Ihres Wachstumsmediums. Dies kann zu einer „Salzansammlung” führen, wenn man handelsübliche Nährstoffe in Flaschen verwendet. Um dies zu mildern, sollten man Organic Living Soil in Betracht ziehen, das mit hochwertiger Biokohle oder Reishülsen angereichert ist. Diese Bodenverbesserungsmittel wirken als Puffer für den Wurzelbereich und speichern Feuchtigkeit und nützliche Mikroben, die die Wurzeln vor der höheren Umgebungswärme schützen, die für die CO₂-Strategie erforderlich ist.

Beleuchtungsoptimierung (Stoffwechselbedarf): Bei einer Lichtintensität von 1.500 PPFD kann der Bedarf der Pflanze an Kalzium (Ca) und Magnesium (Mg) steigen. Unter diesen Lichtbedingungen kann man einen Cal-Mg-Booster oder ein organisches Äquivalent wie Kokosnusswasserpulver verwenden, das Cytokinine, Kalium und Enzyme liefert. Die Zugabe eines Siliziumdioxid-Zusatzes kann stärkere Zellwände unterstützen und der Pflanze helfen, unter CO₂-angereicherten Bedingungen die Struktur zu bewahren und höhere Temperaturen im Blätterdach zu tolerieren. 

Zusammenfassung

Klimafokus: Der Erfolg hängt von der Automatisierung ab, insbesondere wenn es um professionellere oder fortschrittlichere Anbaukonfigurationen geht. Ein integrierter Umweltregler kann Ventilatoren, Luftbefeuchter und CO₂-Injektoren so koordinieren, dass sie zusammenarbeiten und den „Seesaw-Effekt” verhindern, bei dem sich Geräte gegenseitig entgegenwirken, Energie verschwenden und die Pflanzen belasten. 

Beleuchtung und Boden: Niemals vergessen, dass Licht der Treibstoff ist, aber der Boden das Kühl- und Versorgungssystem des Motors. Die Verwendung von leistungsstarken LEDs in Verbindung mit CO₂ kann die Stoffwechselaktivität der Pflanzen steigern. Dies sollte durch eine robuste, siliziumreiche Bodenstruktur und einen „lebendigen Boden”-Ansatz unterstützt werden, um den Wurzelbereich bei höheren Umgebungstemperaturen zu schützen. Wenn diese Elemente richtig aufeinander abgestimmt sind, kann man die Produktion von Sekundärmetaboliten und die Gesamtqualität der Pflanzen verbessern.

Siehe auch

Anbausubstrate: Was sollte man verwenden?

Indoor-Anbau ohne Lampen?

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