Was ist das Endocannabinoidsystem?

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Endocannabinoidsystem: So wirken körpereigene Cannabinoide in uns!

Das Endocannabinoidsystem (ECS) im menschlichen und tierischen Körper besteht aus diversen Rezeptorsystemen, den körpereigenen Cannabinoiden (endogen = körpereigen), den Proteinen und Enzymen, die für die Produktion der Endocannabinoide gebraucht werden, sowie aus Proteinen, die für den Abbau der Substanzen verantwortlich sind. Endocannabinoide wirken viel kürzer als Pflanzencannabinoide, im Bereich von Sekunden bis Minuten, weil der Körper jeweils schnell auf neue Situationen reagieren muss.
Es gibt viele Prinzipien des Endocannabinoidsystems, aber das Grundprinzip funkioniert so: Das ECS hemmt eine Überaktivität anderer Neurotransmitter. Stellen wir uns also vor, zwei Nervenzellen kommunizieren miteinander. Die eine Nervenzelle gibt ein Signal an die andere Nervenzelle ab. Das geschieht über den synaptischen Spalt, also über den Spalt zwischen den beiden Nervenzellen, und zwar mit Hilfe eines Neurotransmitters, eines Nervenüberträgerstoffs. Das sind zum Beispiel Glutamat und Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) und diverse andere. Wenn innerhalb dieser Systeme ein Übermaß an Aktivität herrscht, dann hat das Endocannabinoidsystem die Aufgabe, dies zu regulieren. Und zwar von allen Neurotransmittern, auch von den hemmenden.
Die GABA ist zum Beispiel ein solcher hemmender Neurotransmitter. Die körpereigenen Cannabinoide hemmen dann dessen hemmenden Eigenschaften, was zu komplexen Wechselwirkungen führt. Ein Beispiel: Adrenalin bringt den Körper auf Hochtouren, das Endocannabinoidsystem ist dann dafür da, den Körper wieder herunterzufahren. Das ist ein wichtiges Balance-System, damit wir zum Beispiel bei Schmerzen nicht ausflippen, denn wo zu viel Schmerzaktivität ist, wirkt das Endocannabinoidsystem den Schmerzen natürlicherweise entgegen.
Das geschieht auf zweierlei Weise: Bei chronischen Schmerzen werden vermehrt Cannabinoidrezeptoren gebildet und vermehrt Endocannabinoide ausgeschüttet. Wenn nun im Körper übermäßig viele Cannabisrezeptoren vorhanden sind, können auch pflanzliche Cannabinoide besser wirken. Und wenn in Gehirnregionen, die zum Beispiel für Übelkeit zuständig sind, vermehrte Aktivität herrscht, wird auch diese Überaktivität gehemmt.
Droht zum Beispiel ein epileptischer Anfall, wird vom Endocannabinoidsystem versucht, genau diese Aktivität zu hemmen. Das erklärt das breite Wirkungsspektrum: Hemmung von Schmerzen, Hemmung von neurologischen Störungen, Hemmung von Übelkeit, Hemmung von Entzündungen und so weiter. Dabei sind die Cannabisrezeptoren im gesamten Körper verteilt, was erklärt, wieso die Cannabinoide so wirksam sind.

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