Ist der CBD-Hype nur ein Marketing-Trick?

Mercedes.Frank
02 Apr 2025

Wenn man der Werbung Glauben schenken will, ist Cannabidiol (CBD) nahezu ein Allheilmittel, das gegen eine Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten hilft. Ist das alles nur Marktgeschrei, oder ist CBD im medizinischen Bereich wirklich so vielseitig einsetzbar?


Da CBD kein psychoaktiver Wirkstoff der Cannabispflanze ist, unterliegt er auch nicht dem Betäubungsmittelgesetz, und ist somit legal und frei erhältlich. Und angeblich ist CBD bestens für Schmerzpatienten geeignet, aber es soll auch bei Angstzuständen, Depressionen, Psychosen, Epilepsie oder Multipler Sklerose helfen. Und natürlich noch bei vielen Krankheiten mehr. Es soll blutdrucksenkend sein, gegen Schuppenflechte oder Schlaflosigkeit helfen und sogar eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Krebszellen und Tumoren haben.

Nun, CBD hat sicher für manche Menschen einen positiven Effekt, wenn sie unter einer der genannten Krankheiten leiden. Aber dann sollten sie das alles mit ihren Ärzten besprechen, und nicht einfach in der Apotheke oder im Drogeriemarkt irgendetwas kaufen. Irgendetwas, wo auf der Verpackung groß mit CBD für oder gegen was auch immer geworben wird.

Und Produkte dieser Art gibt es zuhauf. Cremes, Salben, Öle und Nahrungsergänzungsmittel sind sehr präsent. Es gibt sie in unzähligen Online-Shops und Drogerien und Apotheken. Und es wird immer viel versprochen. In manchen Fällen fühlen sich die Leute nach Einnahme oder Auftragen dieser Mittel sicher besser als zuvor. Aber in vielen halt auch nicht. Gerade auf dem Lebensmittelmarkt bringt CBD keinen nachweislichen Nutzen. 

Nach Auswertung verschiedener Studien zum Thema kam die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), eine fachübergreifende Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft und Forschung in der Bundesrepublik Deutschland, zu diesem Ergebnis. Allerdings sind diese CBD-Produkte auch sehr niedrig dosiert. Ab höheren Dosisbereichen ist CBD nur als verschreibungspflichtiges Medikament erhältlich. 

Die Konsumform von CBD-Präparaten hat eine direkte Auswirkung darauf, wie hoch die so genannte Bioverfügbarkeit ist, also des CBD-Anteils, der tatsächlich auch den Blutkreislauf erreicht. Am besten und gelangt das CBD via Vapen in den Körper. Es hat im Vergleich zu der oralen Aufnahme und äußerlichen Anwendung die vergleichsweise höchste Bioverfügbarkeit.

Aber der große Marketing-Hype besteht ja gerade bei Produkten, die man auf die Haut aufträgt oder isst. Daher kann man derzeit davon ausgehen, dass ein Großteil der angebotenen CBD-Produkte nicht das hält, was versprochen wird. Einfach weil in den meisten Fällen die Dosierung zu niedrig ist. Dennoch hat CBD hat aus klinisch-wissenschaftlicher Sicht ein großes therapeutisches Potential. Und es wird sehr viel geforscht. Und in ein paar Jahren wird CBD im medizinischen Bereich sicher noch stärker verfügbar sein als bisher. Alles andere ist Marktschreierei.

Siehe auch

CBD bei Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen

CBD gegen Alkoholismus?

 

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Mercedes.Frank