Die dritte Welle der Psychedelik

Denver wird die erste Stadt in den USA, die “magische Pilze” entkriminalisiert, nachdem die Ja-Wähler mit einem Vorsprung von weniger als 1 Prozent über die Gegner triumphierten.

Die dritte Welle der psychedelischen Revolution: Wenn in der Vergangenheit das Schlagwort „Psychedelik“ im Mainstream bemüht wurde, assoziierten die Menschen vornehmlich hippieeske, buntgewandete und rastazopfbewachsene Protagonisten damit. Der psychedelische Lebensweg stand zumeist in Verbindung mit Revolte, Blumenkindern und Andersartigkeit. Das hat sich allerdings gewandelt – bzw. ist noch im Begriff sich zu ändern.

Psychedelika in aller Munde

Heute interessieren sich immer mehr „normale“ Menschen für das Thema, das sich allmählich zum Hype auszuwachsen beginnt. Ayahuasca, Ibogain und das Krötensekret der Coloradokröte – einst Hardcore-Psychedelika der Spezialisten – sind in aller Munde, und längst erwärmen sich nicht mehr nur die eingeweihten Psychonauten für diese Substanzen, sondern auch Personen, die mit „Drogenkultur“ bis vor Kurzem nichts am Hut hatten.

Aus der Mitte der Gesellschaft

Die psychedelische Revolution, die dritte Welle der Psychedelik, der wir uns gegenübersehen, kommt heute nicht mehr aus den schattigen Randbereichen der Gesellschaft, sondern gerade aus der Mitte des Mainstreams.

Aus der einstigen Subkultur wird ein Phänomen der Breitenkultur. Und diese Genese scheint unaufhaltsam zu sein.

Das zeigt nicht nur die annähernd weltweite Kehrtwende in Sachen Cannabis, derer wir seit Jahren Zeuge werden.

Auch LSD, Psilocybin, MDMA und andere Psychoaktiva werden plötzlich mit anderen Augen gesehen – so stimmten kürzlich die Bürger von Denver (im US-Bundesstaat Colorado) dafür, Psilocybinpilze für den Besitz und Gebrauch durch Volljährige zu entkriminalisieren. Das hätte es so vor zehn Jahren nicht gegeben.

Wir surfen die dritte Welle

Doch beginnen wir von vorn. In psychonautisch orientierten Kreisen spricht man von der „dritten Welle“ der Psychedelik.

Die initiale Welle war demnach mit Bekanntwerden des ersten wissenschaftlich erforschten Psychedelikums aufgekommen – die Rede ist von Meskalin aus dem Peyote-Kaktus, das von indigenen Ethnien Amerikas verwendet wurde und wird.

Dieses psychedelische Phenylethylamin war der westlichen Wissenschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts bekannt geworden: Der Berliner Pharmakologe Louis Lewin hatte den Peyote-Kaktus nach Europa gebracht, wo der Leipziger Pharmakologe Arthur Heffter nach einigen Selbstversuchen mit Peyote schließlich dessen Hauptalkaloid, das Meskalin, isolierte und benannte.

Peyote und Meskalin

Im Lauf der Zeit wurden Peyote und Meskalin immer mehr Wissenschaftlern bekannt, bis Anfang der 50er Jahre u.a. auch der Romancier Aldous Huxley mit dem indianischen Psychedelikum Bekanntschaft machte.

Trotzdem: Diese Errungenschaft hatte noch nicht das Potenzial, in die wirkliche Mitte der Gesellschaft zu gelangen, weil vornehmlich Wissenschaftler, Forscher, Intellektuelle und Künstler mit dem Kaktus-Entheogen in Berührung kamen.

Maria Sabina

In der Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts entdeckten dann der Banker R. Gordon Wasson und seine Frau Valentina den mexikanischen Pilzkult der Maria Sabina für den Westen und bereiteten damit schon unwissentlich den Nährboden für die etwas mehr als ein Jahrzehnt später aufkommende US-amerikanische Revolution der Blumenkinder, die insbesondere nach dem Bekanntwerden des LSD florierte und als die „zweite Welle“ gilt.

Und was wir heute erleben, nennen wir entsprechend die „dritte Welle“ der Psychedelik. Gemessen am Ausmaß der gesamtgesellschaftlichen Einflüsse der psychedelischen Kultur könnten wir auch von der zweiten Welle sprechen, denn was heute geschieht, ist die folgerichtige Fortsetzung der psychedelischen Welle in den 60er und 70er Jahren.

Die Faszination für Meskalin und psychotrope Kakteen konnte sich nämlich nicht annähernd global so etablieren wie die nachfolgenden entheogenen Episoden der Gesellschaft.

Eigentlich die vierte Welle

Eigentlich, und wenn wir es streng nehmen wollen, ist dies aber bereits die „vierte Welle“, denn die schamanischen Kulturen dieser Welt bedienen sich schon immer der psychoaktiven Katalysatoren für Ritual, Heilung und Rekreation.

Egal ob zweite, dritte oder vierte Welle: Viele Menschen sind des destruktiven Gebarens der egozentrischer werdenden Welt in zunehmendem Maße überdrüssig.

Der Kapitalismus frisst nicht nur sämtliche Ressourcen dieser Erde auf, sondern auch Seelen und Menschenleben. Nebenher zerstören macht- und habgierige Unternehmen und Personen unseren Lebensraum.

Deshalb finden viele Individuen zurück zur Spiritualität und zurück zur Natur – und damit zurück zur psychedelischen Erfahrung.

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