Kranke Pflanzen erkennen: Symptome, Ursachen und Lösungen

Mercedes.Frank
18 Jan 2026

Cannabis gilt oft als „Unkraut“ (Weed), da die Pflanze unter verschiedensten Bedingungen weltweit wachsen kann. Doch seit der Einführung des Cannabisgesetzes (CanG) in Deutschland im April 2024, das den Anbau von bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf erlaubt, ist das Interesse an einer gesunden Ernte gewachsen. Damit die Pflanzen nicht nur überleben, sondern gedeihen, muss man lernen, ihre Warnsignale richtig zu deuten.


Die Sprache der Blätter: Verfärbungen und Nährstoffe

Wenn sich die Blätter deiner Pflanze verfärben, ist dies oft ein Hilfeschrei nach Nährstoffen. Ein Stickstoffmangel zeigt sich beispielsweise durch das Gelbwerden der älteren, unteren Blätter, während die Pflanze ihre Energie in das neue Wachstum oben steckt. Braune, „verbrannte“ Blattränder hingegen deuten oft auf einen Kaliummangel hin.

Wurzelgesundheit: Warum weniger oft mehr ist

Wächst die Pflanze krumm, verkümmert oder lässt sie dauerhaft die Blätter hängen? Dann liegt das Problem oft im Verborgenen – bei den Wurzeln. Wurzelfäule entsteht meist durch zu häufiges Gießen (Staunässe). Die Wurzeln benötigen Phasen in trockenerem Boden, um Sauerstoff ziehen zu können. Achte auf eine gute Drainage in deinen Töpfen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Schädlinge: Kleine Ursache, große Wirkung

Kleine helle Punkte auf den Blattoberseiten oder feine, silbrige Gespinste sind klare Anzeichen für Spinnmilben oder anderes Ungeziefer. Ein frühzeitiges Eingreifen ist hier entscheidend, um die gesamte Ernte zu retten. Biologische Mittel wie Neemöl oder Nützlinge (Raubmilben) sind oft effektivere und sicherere Lösungen als chemische Pestizide.

Tipps für den Heimanbau

Um die Qualität des Anbaus zu sichern, sollte man folgende Punkte regelmäßig prüfen:

-  pH-Wert: Ein falscher pH-Wert des Wassers blockiert die Nährstoffaufnahme, selbst wenn genug Dünger vorhanden ist.

-  Beobachtung: Das Beschneiden der Pflanzen nutzen, um sie aus der Nähe auf Schädlinge zu untersuchen.

-  Prävention: Sauberkeit im Growroom ist der beste Schutz vor Pilzbefall wie Mehltau oder Bud Rot (Blütenfäule).

Eine gesunde Cannabispflanze ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis aufmerksamer Beobachtung. Auch wenn Cannabis zu Recht den Beinamen „Weed“ trägt, benötigt es im kontrollierten Heimanbau eine stabile Umgebung, um sein volles Potenzial zu entfalten. Die meisten Probleme wie Nährstoffmängel oder Wurzelfäule lassen sich durch eine Anpassung des Gießverhaltens und des pH-Werts schnell beheben, sofern man die Warnsignale frühzeitig erkennt. 

Immer daran denken: Weniger ist oft mehr. Übermäßiges Düngen oder Wässern schadet der Pflanze meist mehr als ein kurzer Trockenraum. Wer diePflanzen regelmäßig prüft und bei den ersten Flecken oder Verfärbungen gezielt reagiert, wird mit einer qualitativ hochwertigen und sicheren Ernte belohnt.

Siehe auch

The Perfect Grow - Willkommen zu Staffel 2

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