Cannabiskonsum bei Hitzewellen
Da die Sommertemperaturen regelmäßig neue Rekorde brechen, sind Hitzewellen nicht mehr nur eine Unannehmlichkeit – sie stellen eine echte Gefahr für die Gesundheit dar. Zwar wissen die meisten Menschen, dass sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und Schatten suchen sollten, doch nur wenige machen sich Gedanken darüber, wie sich die hohe Umgebungstemperatur auf ihren Cannabiskonsum auswirkt.
Wenn man sich nach einer Session an einem heißen Sommertag schon einmal ungewöhnlich benommen, schwindelig oder erhitzt gefühlt hat, dann bildet man sich das nicht ein. Sowohl extreme Hitze als auch Tetrahydrocannabinol (THC) stellen ganz eigene Anforderungen an das Herz-Kreislauf-System. In Kombination belastet man das Herz zusätzlich – was einen klugen Ansatz zur Schadensminderung erfordert.
Hier erfährt man, was passiert, wenn Hitze und Cannabinoide aufeinandertreffen, und wie man den Konsum sicher anpassen kann.
Hitze und THC: Wie der Körper reagiert
Um zu verstehen, warum sich Konsum-Sessions im Sommer anders anfühlen, ist es hilfreich zu betrachten, wie dein Körper sowohl auf Umgebungswärme als auch auf THC einzeln reagiert.
1. Wie Hitze das Herz beeinflusst
Wenn die Umgebungstemperatur stark ansteigt, kämpft Ihr Körper darum, seine Kerntemperatur auf stabilen 37 °C (98,6 °F) zu halten. Um überschüssige Wärme abzuleiten, signalisiert Ihr Gehirn den Blutgefäßen nahe der Haut, sich zu erweitern (Vasodilatation). Dadurch wird der Blutfluss nach außen umgeleitet, was dazu führen kann, dass Ihr Herz schneller schlägt und stärker pumpt, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten.
2. Wie THC das Herz beeinflusst
THC wirkt direkt auf die CB1-Rezeptoren im Nervensystem und an den Gefäßwänden. Bereits wenige Minuten nach dem Konsum kann THC dazu führen, dass die Ruheherzfrequenz um 20 bis 50 Schläge pro Minute ansteigt. Gleichzeitig kann es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen, insbesondere beim Aufstehen aus dem Sitzen (orthostatische Hypotonie).
Der Kombinations-Effekt
Wenn man Cannabis mit hohem THC-Gehalt bei Temperaturen von über 35 °C konsumiert, verstärken sich diese beiden Prozesse gegenseitig:
Beschleunigte Herzfrequenz: Das Herz ist einer doppelten Belastung ausgesetzt – zum einen muss es den Körper kühlen, zum anderen reagiert es auf das THC.
Blutdruckabfall: Die gleichzeitige Gefäßerweiterung durch Hitze und THC kann plötzliche Blutdruckabfälle erheblich verschlimmern.
Dehydrierungsbelastung: Hitze führt zu Flüssigkeitsverlust durch Schweiß, wodurch das gesamte Blutvolumen sinkt. Ein geringeres Blutvolumen zwingt das ohnehin schon rasende Herz, noch härter zu arbeiten.
Diese Kombination könnte auch erklären, warum es unter sengender Sonne viel leichter zu einem „Ohnmachtsgefühl kommt als in einem klimatisierten Raum.
Hitzschlag vs. „Greening Out“: Den Unterschied erkennen
Da Hitzekrankheiten und eine negative Reaktion auf Cannabis sehr ähnliche Warnzeichen aufweisen, ist es hilfreich zu wissen, was der Körper signalisiert – und wie man entsprechend reagieren sollte:
Früher Hitzschlag
Anzeichen: Starkes Schwitzen, blasse oder klamme Haut und Übelkeit.
Was zu tun ist: Schnell in einen klimatisierten Raum begeben, Füße hoch legen und kühles Wasser trinken.
Plötzlicher Blutdruckabfall (THC + Hitze)
Anzeichen: Schwindel, Benommenheit oder das Gefühl, dass sich der Raum dreht, wenn man aufstehen.
Was zu tun ist: Sitzen bleiben, bis man sich wieder stabil fühlt, etwas trinken und tief und langsam atmen.
Übermäßiger Konsum von THC („Greening Out“)
Anzeichen: Herzrasen, plötzliche Angstzustände, Schüttelfrost oder Paranoia.
Was zu tun ist: An einen kühlen Ort begeben, sitzen bleiben, kühles Wasser ins Gesicht spritzen.
Im medizinischen Notfall: Wenn jemand heiße, gerötete oder trockene Haut hat (kein Schwitzen), verwirrt wirkt oder das Bewusstsein verliert, handelt es sich um einen Hitzschlag. sofort einen Notarzt aufsuchen.
Tipp: Man sollte es vermeiden, Cannabis bei extremer Hitze mit kaltem Bier oder Alkohol zu kombinieren. Alkohol wirkt harntreibend, beschleunigt die Dehydrierung und verstärkt Blutdruckabfälle.
Ganz allgemein erfordern Hitzewellen ein gewisses Maß an Vorsicht – ebenso wie das Herz-Kreislauf-System. Wenn man weiß, wie hohe Temperaturen und Cannabinoide zusammenwirken, kann man einfache Anpassungen vornehmen, um die Sommersessions sicher, angenehm und genussvoll zu gestalten.
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