Cannabis-Shop in Neuss als Forschungsprojekt geplant
Der Cannabis-Markt hierzulande basiert ja nach wie vor auf dem Schwarzmarkt, auch wenn eines der Ziele des CanG die Verdrängung dieses Marktes war. Aber was soll man machen, wenn sich die Möglichkeiten des legalen Bezugs lediglich auf den Eigenanbau oder die viel zu wenigen Cannabis Social Clubs beschränken?
In Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt in Neuss, soll zu Forschungszwecken ein Cannabis-Fachgeschäft eröffnet werden. Ein Fachgeschäft für den Freizeit-Konsum von Cannabis. Und dieser Cannabis-Shop, der vom Angebot her mit einem niederländischem Coffee-Shop vergleichbar sein soll, wird ein mehrjähriges Forschungsprojekt. Das ist zumindest der Plan. Denn die Kunden des Shops werden automatisch zu Teilnehmern einer Studie.
Studie von fünf Jahren geplant
Das Projekt wird vom Biologen Andreas Alberts aus Neuss als wissenschaftlichem Leiter geführt. Die Heinrich Heine-Universität in Düsseldorf unterstützt das Vorhaben und ist für die Datenerhebung zuständig. Das Forschungskonzept wurde von Justus Haucap als Verantwortlichem für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät erstellt.
Die Studie soll unter anderem folgende Fragen beantworten: Erhöht sich der Konsum bei legaler Verfügbarkeit? Gibt es Unterschiede zwischen Alters- und Geschlechtergruppen? Wie ist die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen? Wie sind die Auswirkungen auf die Gesellschaft? Zu diesen Fragen gibt es zwar schon Daten aus Kanada und den USA, wo Cannabis legal gekauft werden kann. Doch sind die Ergebnisse nicht komplett ein zu eins auf Deutschland übertragbar.
Konsumenten sind Studienteilnehmer
Die Kunden des Shops müssen sich registrieren lassen und regelmäßig an Befragungen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf teilnehmen. Denn es ist ja ein Forschungsprojekt, kein normaler Shop. Inwieweit Konsumenten dazu bereit sein werden, steht auf einem anderen Blatt. Aber es gibt in der Stadt Neuss auch einen Cannabis Social Club. Und auch bei dieser Art Cannabis-Bezugsquelle muss man sich registrieren lassen.
Gespräche mit der Politik sind schon geführt worden. Und es soll ein Antrag bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eingereicht werden, die seit Ende 2024 für solche Vorhaben zuständig ist. Wie schnell das alles genehmigt wird, weiß man natürlich noch nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass ein solches Vorhaben einige bürokratische Hürden überwinden muss, und so etwas funktioniert nicht von heute auf morgen. Wenn diesen Hürden aber überwunden werden können, kann das Projekt innerhalb der nächsten zwölf Monate realisiert werden, so Alberts.
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