Wiz Khalifa in Rumänien zu neun Monaten Haft verurteilt
Der amerikanische Rapper Wiz Khalifa wurde von einem rumänischen Gericht in Abwesenheit zu neun Monaten Haft verurteilt, nachdem er gegen ein Urteil wegen Drogenbesitzes im Zusammenhang mit einem Festivalauftritt im Jahr 2024 Berufung eingelegt hatte. Khalifa, der sich öffentlich nicht zu dem endgültigen Urteil geäußert hat, entschuldigte sich nach dem Vorfall im Jahr 2024 in den sozialen Medien und erklärte, er habe dem Land „keine Respektlosigkeit entgegenbringen wollen”.
Ein rumänisches Berufungsgericht hat den amerikanischen Rapper Wiz Khalifa zu neun Monaten Haft verurteilt, weil er auf der Bühne einen Joint geraucht hatte – ein Fall, der die wachsende Kluft zwischen der Normalisierung von Cannabis im Westen und dem Verbot im Osten Europas deutlich macht.
Das Urteil, das am 18. Dezember 2025 vom Berufungsgericht in Constanța gefällt wurde, stellt eine erhebliche Verschärfung gegenüber einer früheren Entscheidung der Vorinstanz dar. Im April wurde der Rapper, geboren als Cameron Jibril Thomaz, zunächst zu einer Geldstrafe von 3.600 Lei (etwa 830 Dollar) verurteilt. Die rumänischen Staatsanwälte der Direktion für die Untersuchung von organisierter Kriminalität und Terrorismus (DIICOT) legten jedoch erfolgreich Berufung gegen die „milde” Strafe ein und drängten auf eine Freiheitsstrafe.
Clash of cultures
Die Verurteilung geht auf Khalifas Auftritt beim „Beach, Please!”-Festival im Juli 2024 zurück. Trotz Rumäniens bekanntermaßen strengen Drogengesetzen trat der „Black and Yellow”-Künstler auf, während er sichtbar Cannabis konsumierte. In ihrer schriftlichen Begründung beschrieben die Berufungsrichter die Handlungen des Rappers als „ostentative Handlung”, die dem überwiegend jungen Publikum eine „Botschaft der Normalisierung illegalen Verhaltens” vermittelte.
Nach rumänischem Recht gilt Cannabis weiterhin als hochriskante Substanz. Khalifa wurde zwar mit 18,5 Gramm Gras festgenommen, doch lag der Schwerpunkt des Gerichts auf der symbolischen Bedeutung der Tat. Die Verurteilung einer amerikanischen Ikone zu einer Gefängnisstrafe – wenn auch in Abwesenheit – ist eine strenge Warnung der rumänischen Justiz vor der wahrgenommenen „Verwestlichung“ der Drogenkultur.
Wird er seine Strafe verbüßen?
Trotz der Haftstrafe ist es unwahrscheinlich, dass Khalifa jemals eine rumänische Gefängniszelle von innen sehen wird. Als US-Bürger in einem Staat, in dem Cannabis legal ist, ist eine Auslieferung wegen einer gewaltfreien, geringfügigen Anklage wegen Drogenbesitzes praktisch ausgeschlossen. Obwohl es keine offizielle Erklärung gibt, interpretieren einige internationale Rechtsexperten das Urteil als einen de facto „Persona non grata”-Status, der den Künstler effektiv davon abhält, nach Rumänien zurückzukehren.
Wiz Khalifa hat Cannabis seit langem zu einem Teil seiner öffentlichen Person gemacht und teilt dies häufig in seinen sozialen Netzwerken. 2016 ging er noch einen Schritt weiter und lancierte seine eigene Cannabis-Marke, die mittlerweile über die USA hinaus auch in Europa Fuß fasst. Sein Fall ist jedoch auch eine eindrucksvolle Mahnung für „Cannabis-Reisende“: Trotz des allgemeinen Trends zur Legalisierung gibt es nach wie vor auch andere Gesetze. Für alle, die Cannabis konsumieren, ist es unerlässlich, vor einer Auslandsreise den rechtlichen Status zu überprüfen.
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