Vier US-Cannabismedien gründen das „Green Press Collective“

Mercedes.Frank
03 Aug 2026

Ganjapreneur, Beard Bros Pharms und weitere Nischenmedien haben das Green Press Collective (GPC) gegründet. Für 1.250 US-Dollar erhalten Unternehmen Zugang zu einer spezialisierten Zielgruppe – eine Alternative zur blockierten Werbung auf Social Media.


Ein neues PR-Netzwerk für die Cannabis-Branche

Vier Medienkanäle in den USA haben das „Green Press Collective“ ins Leben gerufen, ein kostenpflichtiges Vertriebsnetzwerk für die Kommunikation von Cannabis-, Hanf- und Psychedelika-Unternehmen. Das Projekt zielt darauf ab, einen Teil der Werbeinvestitionen in der unabhängigen Presse zu sichern.

Ganjapreneur, CashColorCannabis, Beard Bros Pharms und Fat Nugs Magazine gaben die Gründung des Green Press Collective (GPC) bekannt. Die Initiatoren präsentieren es als die erste Basis-Medienkooperation in der Cannabisbranche. In den öffentlich zugänglichen Informationen finden sich jedoch keine Unterlagen zur Rechtsform oder zur Leitung, sodass der Begriff – zumindest vorläufig – eine kommerzielle Allianz beschreibt.

Konditionen und Reichweite im Überblick

Der Vorschlag sieht vor, dass gegen eine Gebühr von 1.250 US-Dollar eine genehmigte Pressemitteilung dauerhaft auf den Websites der vier Mitglieder veröffentlicht wird. Der Dienst verspricht, dass die erste Veröffentlichung innerhalb von maximal zwei Werktagen erscheint und der gesamte Vorgang innerhalb von fünf Tagen abgeschlossen ist. Die Aufnahme in Newsletter und soziale Netzwerke ist nicht garantiert, sondern liegt im Ermessen der jeweiligen Publikation.

Nach Angaben der Gründer erreicht das Netzwerk mehr als 500.000 Follower in sozialen Netzwerken, 110.000 E-Mail-Abonnenten und 80.000 monatliche Besucher. Das wichtigste Argument ist nicht nur die Reichweite, sondern auch die Möglichkeit, Leser zu erreichen, die bereits mit der Cannabiskultur und -industrie verbunden sind.

Antwort auf die Blockadepolitik der Big-Tech-Konzerne

Das Kollektiv entsteht als Reaktion auf die Einschränkungen, mit denen Cannabis-Marken in den großen Werbekreisen konfrontiert sind. Google, Meta und andere Plattformen haben in der Vergangenheit Regeln durchgesetzt, die die Werbung für pflanzenbezogene Produkte und Inhalte einschränken, selbst in Märkten, in denen bestimmte Aktivitäten legal sind. Diese Agenturen haben Medien und Content-Ersteller zudem mit Kontosperrungen, Reichweitenverlusten und Entscheidungen konfrontiert, gegen die sich nur schwer Einspruch einlegen lässt.

Sponsoring vs. Journalismus: Die Sache mit der Unabhängigkeit

Das Modell wirft zudem die Frage auf, wie Fachjournalismus durch kostenpflichtige Inhalte finanziert werden kann, ohne die Grenze zwischen Information und Werbung zu verwischen. Die Regeln der CPG verlangen sachliche, relevante Texte ohne irreführende Behauptungen, doch das Kollektiv hat bislang noch keine Details zur Einnahmenverteilung oder zu gemeinsamen redaktionellen Kontrollmechanismen veröffentlicht.

Die Initiative ermöglicht es vier unabhängigen Medienkanälen, ihre Infrastruktur gemeinsam zu nutzen und mit allgemeinen Verbreitungsdiensten zu konkurrieren. Der Mehrwert liegt darin, zu zeigen, dass diese Zusammenarbeit spezialisierte Medien unterstützen, Werbekunden überprüfbare Ergebnisse zu liefern und die Grenze zwischen einer bezahlten Pressemitteilung und einer Nachrichtenmeldung deutlich machen kann.

M
Mercedes.Frank