Ethnobotanisches Growing (5): Absinth

Artemisia absinthium

Absinth ist ein Kind die Wermutpflanze, wie Artemisia absinthium auch genannt wird, und gehört zu den psychoaktiven Gewächsen. Das hauptwirksame Prinzip des Absinth ist das alpha-Thujon, das im Verbund mit den anderen in der Pflanze enthaltenen Inhaltsstoffen auch für die psychedelische Wirkung verantwortlich ist und in hohen Dosierungen zur giftigen Substanz wird.

Die Absinthpflanze wird ethnopharmazeutisch unter anderem geräuchert, geraucht und geschnupft, extrahiert, destilliert und potenziert, sie ist also eine echte Schamanenpflanze.

Dabei ist Artemisia absinthium sogar bei uns heimisch. Das Gewächs kommt in Europa, Asien, Amerika und Afrika vor – auch in Mitteleuropa bereichert der Wermut bzw. Absinth die Wildflora. Populationen, die für den industriell-pharmazeutischen Gebrauch angepflanzt werden, stammen vornehmlich aus Osteuropa. Daher ist die Pflanze selbstverständlich in unseren Gärten hervorragend anzubauen und zu pflegen.

Hat Absinth auch Ansprüche?

Absinth präferiert trockenen oder sogar steinigen Boden und ist ansonsten eher anspruchslos – eine sogenannte Ruderalpflanze, die sich auch in scheinbar unwirtlichen Verhältnissen zu behaupten weiß. So verhält sich Artemisia absinthium, was die Ansprüche an die gärtnerischen Fähigkeiten seines Besitzers anbelangt, ziemlich zurückhaltend – sprich: Auch Menschen mit weniger grünem Daumen dürften durchaus in der Lage sein, den Wermut mit Erfolg aufzuziehen und zu pflegen.

Wie geht man nun vor?

Ausgehend vom Material, über das man sich die Pflanze beschafft, gibt es zwei Möglichkeiten der Vermehrung von Artemisia absinthium.

Über Samen: Die recht winzigen Samen des Wermuts werden auf ein Anzuchtsubstrat ausgebracht, das auf jeden Fall vor Regengüssen geschützt sein sollte, und nur sehr sehr sparsam feucht gehalten wird.

Die auf dem Substrat des Anzuchtgewächshauses oder des Saatbeets im Garten liegenden Samen sollen sehr vorsichtig gegossen werden, am bestem mit einem Vernebler, einer Sprühflasche oder ähnlichem. Wichtig ist, dass die Erde in diesem Stadium niemals komplett austrocknet, aber auch nicht zu nass gehalten wird.

Für den Fall der Fälle wäre ein kurzzeitiges Austrocknen deutlich unschädlicher als eine übermäßige Übernässung des Bodens.

Wie gesagt: Die Samenkörner werden nicht in die Erde gedrückt, sondern nur auf die Oberfläche des Substrats gestreut und vorsichtig angedrückt. Benutzen wir ein Zimmergewächshaus zum Ankeimen des Saatguts, empfiehlt es sich, gegen eine mögliche Schimmelpilzinfektion eine dünne Schicht Sand auf die Aussaat zu geben.

Sämlinge pikieren

Nach wenigen Tagen sollten die Samen dann keimen und können pikiert werden, sobald sie etwas stabiler geworden sind. Pikieren bedeutet vereinzeln, das heißt im Klartext: Die Keimlinge werden mit Hilfe eines Eierlöffels oder ähnlichem aus ihrer Umgebung herausgehoben und in das letztendliche Beet verbracht.

Dabei sollte die zarten Wurzelfasern auf jeden Fall noch eine Schicht des Anzuchtsubstrats umhüllen, versuche niemals, die Pflanze sauber und erdfrei aus dem Boden zu heben, dabei würde sie aller Voraussicht nach unweigerlich zerstört werden.

Stecklinge verwenden

Wer keine Samen hat, kann sich einen Steckling schneiden. Das geschieht auf die gewöhnliche und konventionelle Art und Weise. Ein jüngeres, nicht verholztes Triebstück wird mitsamt einem bis zwei Blättern vom Haupttrieb geschnitten und bewurzelt. Das kann über ein Wurzelhormon ebenso passieren wie mit der herkömmlichen Wasser- oder Erdmethode.

Dabei wird der Steckling schlicht in Wasser gestellt oder in frischen Erdboden gesteckt, bis sich erste Wurzelfasern bilden. Anschließend wird die Wermutpflanze weiterhin sparsam, aber nicht zu geizig bewässert und ab und an gedüngt.

Die Düngung kann im Garten allerdings auch ausbleiben, als heimische Wildpflanze versorgt sich Artemisia absinthium mit den notwendigen Nährstoffen aus dem Erdreich und ist im übrigen winterhart, wie man sich bei einer einheimischen Pflanze denken kann.

Sie bedarf also keiner Überwinterung im Haus. Ist die Absinth-Pflanze erst einmal genügend groß und stabil geworden, bedarf das Gewächs kaum einer Pflege vonseiten des Pflanzenbesitzers, im Gegenteil: Absinthpflanzen sind sehr widerstandsfähig und neigen dazu, sich selbst zu vermehren.

Sie sind damit eigentlich eher schwierig aus dem Garten zu entfernen, wenn sie sich einmal angesiedelt haben. So jedenfalls die gängige Erfahrung.

Wie immer bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel, und manche Gärtner berichten, dass es ihnen tendenziell schwer fiel, den Wermut im Garten erfolgreich hochzuziehen. Das mag an der Zusammensetzung des Bodens liegen, letztlichen Aufschluss über dieses zuweilen auftretende Phänomen gibt es jedoch nicht.

So viel zum Anbau der Absinth-Pflanze. Auch dessen psychoaktive Verwandte, so der Mexikanische Wermut Artemisia mexicana und andere Artemisia-Arten, zum Beispiel der Beifuß, können auf ähnliche Art und Weise vermehrt und gepflegt werden.

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