Krankheiten und Schädlingsbefall verhindern

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Von Jorge Cervantes jorge@marijuanagrowing.com

Saubere, gut gepflegte Pflanzungen haben wenig Probleme mit Krankheiten und Schädlingen. Im Gegensatz dazu hatte jede schmuddelige, feuchte, vernachlässigte Plantage, die ich gesehen habe, Probleme mit Echtem Mehltau, Blütenfäule, Spinnmilben, Thripsen und vielen anderen Krankheiten und Schädlingen. Problematische Pflanzungen liefern minderwertige Ernten.

Krankheiten und Schädlingsbefall lassen sich verhindern durch Kontrolle der Umstände, die Krankheiten und Schädlinge anziehen und letzteren helfen, sich zu vermehren. Feuchte, unhygienische Versteckmöglichkeiten beseitigen, saubere Kleidung tragen, Hände und Werkzeuge waschen nach Kontakt mit kranken Pflanzen. Falls eine oder mehrere Pflanzen erkranken, sind diese zu isolieren und getrennt zu behandeln.

Die Plantage sauber halten. Boden und Wege täglich fegen. Verschmutzte Wege mit gewobenen Unkrautbarrieren aus Stoff abdecken, um Staub und Schlamm zu minimieren und die Reinigung zu erleichtern. Beim Anbau in geschlossenen Räumen Böden, Wände, Behälter usw. mit einer 5-prozentiger Bleichlösung desinfizieren. Im Freien sauberen organischen Mulch – Stroh, Alfalfa-Heu, gut verrotteten Kompost usw. – verwenden, der frei von Krankheitserregern und Chemikalien ist. Keine vergammelten Cannabisblätter oder anderen krankheits- und schädlingsbelasteten Mulch benutzen. In Anbauräumen und Gewächshäusern sterilisierbaren Mulch verwenden, einschließlich Blähtonkügelchen, Papier und Folie.

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Große, starke, gesunde Cannabispflanzen, die im Freien wachsen, bekommen keine Krankheiten und Schädlinge

Grower befördern viele Krankheiten und Schädlinge, welche den Anbau zerstören könnten. Ganz einfache gewöhnliche hygyienische Vorsichtsmaßnahmen halten Krankheiten und Schädlinge fern. Saubere Kleidung tragen – Hemd, Schuhe, Hosen, Handschuhe -, vor allem in geschlossenen Räumen. Solche einfachen Vorkehrungen halten die Probleme außerhalb der Wände des Anbauraums. Eine flache Wanne mit verdünnter 5-prozentiger Bleichlösung außerhalb des Anbaus aufstellen, um die Schuhe zu desinfizieren. Vor jedem Gang in die Plantage in die Lösung treten. Professionelle Anbauer von medizinischem Cannabis wenden diese Vorgehensweise erfolgreich an, um Krankheiten und Schädlinge davon abzuhalten, in die Indoor- und Gewächshausplantagen zu gelangen.

Hände waschen, mindestens 20 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser, vor Berühren der Blätter und nach der Behandlung kranker Pflanzen. Beim Umgang mit erkrankten Pflanzen zwischendurch einige Tropfen Reinigungsalkohol (Isopropylalkohol) auf die Hände tun, um sie schnell zu desinfizieren. Hände waschen tötet schädliche Bakterien, Pilze und Viren ab.

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Die Strohschicht in SmartPots schützt die Wurzeln vor extremer Hitze und Wasserverlust

Krankheiten und Schädlinge wandern von Pflanze zu Pflanze auf schmutzigen Werkzeugen, Behältern und anderem Zubehör. Werkzeuge und Zubehör desinfizieren durch Eintauchen in oder Abwischen mit Reinigungsalkohol, 5-prozentiger Bleichlösung, handelsüblichem Desinfektionsmittel – oder mit einem Handbrenner sterilisieren, Krankheitserreger und Schädlinge abtöten. Ein schnelles Erhitzen mit dem Brenner sterilisiert die Instrumente in wenigen Sekunden. Getrennt aufbewahrte Sätze von Werkzeugen und Zubehör für den Innen-, Gewächshaus- und Außenbereich sind viel einfacher sauber zu halten.

Kranke Pflanzen in Behältern aus dem Anbau herausnehmen und in Isolation behandeln. Eine einzige schwache und kranke Pflanze kann schnell für gewaltige Schwierigkeiten in der ganzen Plantage sorgen. Falls es bei gravierenden Problemen nicht möglich sein sollte, Pflanzen zu isolieren, ist zu erwägen, sie zu entfernen und zu vernichten.

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Im Tunnelgewächshaus werden Reihen schnell überwuchert. Der Anbau muss schnell gehen, damit Krankheiten und Schädlinge keine Zeit haben, einzuziehen

Bodenbürtige Krankheitserreger, Schädlinge samt ihren Eiern existieren in verunreinigter, verbrauchter Blumenerde und in erdelosen Mischungen von Containerpflanzen. Gebrauchte Pflanzmedien verdichten sich und die Struktur verschlechtert sich. Wurzeln dringen langsamer in verdichtete Kultursubstrate ein und es ist weniger Raum für Sauerstoff vorhanden, was die Nährstoffaufnahme einschränkt. Gebrauchte Blumenerde ist an Nährstoffen erschöpft oder sie sind in einem unausgewogenen Verhältnis. Unterernährte Pflanzen wachsen dann in krankheitsanfälligem Pflanzmedium. Solche kränklichen Gewächse sind ideale Ziele für Krankheitserreger und Schädlinge.

Probleme vermeiden. Gebrauchte Kultursubstrate wegwerfen oder draußen in die Gartenerde einarbeiten. Das Einsparen von ein paar Dollar bei Blumenerde wird mit einer schlechteren Ernte und entgangenen Erträgen vergolten. Mit einer neuen Erdmischung wieder einen Anbau starten kostet anfangs mehr, geht aber vielen potenziellen Problemen aus dem Weg.

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Dieses große Gewächshaus ist mit Lampen ausgestattet, um die Pflanzen in der vegetativen Phase zu halten

Erde und anderen Substrate austauschen kann in großen Plantagen kostspielig sein. Die Wiederverwendung von Erde macht jedoch zusätzlich Arbeit und erfordert technisches Know-how.

Be- und Entlüftung ist in allen Pflanzungen, ob in Anbauräumen, im Freien oder in Gewächshäusern, notwendig. In Anbauräumen und Gewächshäusern ist die passive Be-/Entlüftung die einfachste und kostengünstigste Luftfeuchteregulierung. Lufteinlass- und -auslass öffnen, um – basierend auf der einfachen physikalischen Regel, dass warme Luft nach oben steigt – einen natürlichen Luftstrom zu erzeugen. Lufteinlassöffnungen in Bodennähe führen kühle Luft heran, die aus Entlüftungssöffnungen in Deckennähe gezogen wird.

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In großen Töpfen wachsen große Pflanzen

In Innenräumen ist ein an einen Feuchtigkeitsregler angeschlossener Entlüftungsventilator oft die effektivste Art der Luftfeuchteregulierung. Ich habe Anbauräume und Gewächshäuser mit schlechter Lüftung besucht, einige davon ohne Absaugventilatoren. Die feuchte, verbrauchte Luft war so mächtig wirksam, dass meine Brille beschlug. Dabei ist die Lösung einfach: Einen Entlüftungsventilator installieren, der die feuchte, abgestandene Luft absaugt.

Absaugventilatoren installieren, die groß genug sind, um feuchte Luft schnell zu beseitigen und die Luftfeuchtigkeit bei 50 Prozent oder weniger zu halten. CO2-Generatoren und CO2-Emittenten an einen Regler anschließen, der die Luftabsaugung steuert. CO2-Generatoren verstärken das Wachstum von Cannabis, erzeugen jedoch Wärme und Feuchtigkeit als Nebenprodukte.

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In großen Töpfen wachsen große Pflanzen

Luftentfeuchter sind relativ preiswert, leicht erhältlich und leisten gute Arbeit, um die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen unter Kontrolle zu halten. Sie verbrauchen zusätzlich Strom und das Kondenswasser muss täglich entfernt werden. Die meisten Klimaanlagen lassen sich auf eine bestimmte Luftfeuchtigkeit einstellen. Holz, Kohle und Elektrowärme trocknen und entfeuchten die Luft. Öffnen Sie die Lüftungsdurchlässe von Heizungs- und Klimaanlagen, die sich in Anbauräumen befinden, um die Temperatur besser zu steuern und die Luftfeuchtigkeit zu senken.

Senkung der Luftfeuchtigkeit im Freien erfordert Planung. Pflanzen Sie auf Gelände mit natürlicher Luftströmung, wie z.B. in offenen Durchgängen zwischen zwei Gebäuden, in Hanglagen. Nicht auf dem Grund einer Schlucht oder eines Tals anbauen, wo die Luft stillsteht. Sobald die Pflanzen im Erdboden sind, ist es praktisch unmöglich, die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. In Behältern hingegen können sie bei Wetterumschwüngen an Orte mit natürlicher Luftströmung gebracht werden.

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Ein Selfie vor einer sehr produktiven Plantage in Kalifornien

Luftzirkulation macht Krankheitserregern und Schädlingen das Leben zur Hölle. Viele Schädlinge werden buchstäblich vom Winde verweht. Pilzsporen bleibt bei einer Brise wenig Zeit, sich niederzulassen und entwickeln sich schlecht auf windgetrockneten Böden, Stängeln und Blättern. Stellen Sie in Innenräumen und Gewächshäusern Umluftventilatoren auf.

Beschneiden und entfernen Sie spindeldürre Äste und Laub in den Pflanzen. Dadurch wird die Luftzirkulation zwischen den Gewächsen verbessert, abgestandene Luft kann effizient abgeführt werden. Alle Pflanzen in Anbauräumen, Gewächshäusern und im Freien profitieren von der Entfernung minderwertiger Laubblätter.

Insekten- und pilzresistente Cannabissorten pflanzen. Im Allgemeinen sind indicadominante Züchtungen am widerstandsfähigsten gegen Schädlinge und die sativadominanten widerstandsfähiger gegen Pilzbefall. Mutterpflanzen wählen, von denen man weiß, dass sie gegen Krankheiten und Schädlinge resistent sind. Der Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge wird nun von professionellen Züchtern vorrangige Bedeutung eingeräumt. Bisher sind nur wenige krankheits- und schädlingsresistente Sorten erhältlich. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb hygienische Anbauverfahren unerlässlich sind, um die Pflanzen vor diesen Plantagenzerstörern zu schützen.

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Obwohl teurer und problematischer ist der Anbau in Innenräumen immer noch populär

Wenden Sie all diese vorbeugenden Maßnahmen an, und in der Plantage wird es weniger Probleme mit Krankheiten und Schädlingen geben. Falls doch, werden sie viel leichter zu lokalisieren und zu beheben sein. Es ist viel einfacher, Krankheiten und Schädlingen von Anfang an vorzubeugen als einen Befall auszumerzen. Wird nicht darauf kontrolliert, können sie in wenigen Wochen die Plantage verwüsten.

Plantagen in geschlossenen Anbauräumen sind anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, da sie eine gastfreundliche Umgebung für Cannabis zerstörende Krankheiten bieten. Anbauräume sind vollständig zu isolieren, damit sich die Umgebung effizient kontrolliert lässt. Etwas Unterdruck in geschlossenen Anbauräumen macht Krankheitserregern und Schädlingen das Leben schwer.

Gewächshäuser heizen sich auf, wenn die Sonne herauskommt, und kühlen schnell ab, wenn sie verschwindet. Die Temperatur kann rasch über den sicheren Schwellenwert von 29 °C steigen. Hohe Temperaturen verlangsamen das Wachstum und verursachen viele andere Probleme. Und wenn die Temperaturen sinken, steigt die relative Luftfeuchtigkeit rasch an, wodurch sich überall – Wände, Laub, Erde usw. – Kondenswasser bildet.

Outdoor-Plantagen sind mein Favorit! Sie sind weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge, weil natürliche Einflüsse – Sonnenlicht, Wind, Regen und Raubtiere in der Natur – Krankheiten und Schädlinge in Schach halten.

Krankheiten und Schädlinge bekämpfen. Wenn sich die Vorbeugung als unzureichend erweist und Krankheiten auftreten, werden methodische Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich. Krankheiten können sich wie ein Flächenbrand ausbreiten, wenn die Bedingungen stimmen. Falls Krankheiten sich trotz aller Präventivmaßnahmen einzunisten drohen, muss sofort gehandelt werden. Die Krankheit oder den Schädling identifizieren, durch welche der Schaden verursacht worden ist und das Ausmaß der Plage einschätzen. Als nächstes Maßnahmen zur Bekämpfung ergreifen.

Jorge Cervantes ist Autor der Cannabis Encyclopedia (596 Seiten, mehr als 2000 Farbbilder, großes A4-Format) und von Marijuana Horticulture (alias The Bible). Beide Bücher sind weltweit bei allen Amazon-Händlern erhältlich. Die Cannabis Encyclopedia enthält ein ausgezeichnetes Kapitel über Wasser. Kontaktieren Sie Jorge auf www.marijuanagrowing.com

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