Cannabis: Wildpflanze in Deutschland?

Cannabis-bald-umsatzstärker-als-Alkohol?

Der Hanf war nicht immer der arme Teufel, der aus ihm von den Menschen gemacht wurde. Es gab eine Zeit, in der der Hanf als das gesehen wurde, was er ist, als ganz normale Wildpflanze nämlich. Freilich stammt die Cannabispflanze nach derzeitigen Stand der Wissenschaft aus Asien. Doch auch das ist nicht ganz klar, wurden doch fossile Blätter einer mutmaßlichen Art Cannabis oligocaenica in Deutschland gefunden, wie alte und unbekannte Literaturstellen postulieren (Friedrich 1883a und 1883b).

Die Cannabispflanze ist daher vielleicht nicht, wie bisher vermutet und in der Literatur zu lesen, vom Menschen aus Asien nach Europa gebracht worden. Die ältesten, bisher bekannten Fossilien von Cannabisblättern stammen aus dem Oligozän und sind tatsächlich in Deutschland, nämlich in Eisleben, gefunden worden (Friedrich 1883a+b).

Das Oligozän ist eine erdgeschichtliche Epoche, die vor ungefähr 34 Millionen Jahren begonnen hatte und etwa elf Millionen Jahre dauerte. Das lässt darauf schließen, dass die Geschichte der Nutzung des Hanfs wahrscheinlich deutlich weiter zurückreicht als bisher angenommen. Durch die Entdeckung der entsprechenden Literaturstelle aus dem 19. Jahrhundert, die dem italienischen Ethnobotaniker Giorgio Samorini gelang, muss die Geschichte der Herkunft des Hanfs vermutlich neu erkundet und geschrieben werden, wenn denn die Identifikation der fossilen Blätter korrekt ist. Bisher ging man davon aus, dass der Hanf ursprünglich aus Zentralasien stammt, die Funde im deutschen Gebiet wären allerdings deutlich älter als alle bisherigen Nachweise aus Asien. Letzte Frage in dieser Sache ist, ob die Fossilien korrekt identifiziert sind.

Und weiter geht es im Takt. Cannabis ist auch in Deutschland und den angrenzenden Gebieten einst als Wildpflanze heimisch gewesen, wenn auch aus anderen Regionen eingeschleppt.

So verzeichnet das Buch “Flora vonDeutschland” von Schmeil und Fitschen noch 1982, dass Cannabis sativa und Cannabis ruderalis in Deutschland zuweilen noch wild zu finden sind: Cannabis ruderalis – Wild nur in O-Europa, sonst gelegentl. an Ruderalstellen u. auf Äckern in Br, BW (Mannheim) u. RhPf. (Mainz)” (Schmeil 1982: 175). Ruderalhanf auf Äckern in Bayerm Baden-Württemberg und Rheinland-Pflalz??! Das verrate mal unseren Politikern, die immer wieder erzählen, Cannabis sei in unserem Gebiet eine “kulturfremde Pflanze”!

Literatur

Friedrich, Paul (1883a), Abhandlungen zur geologischen Specialkarte von Preussen und den Thüringischen Staaten, Band IV, Heft 3. Berlin: Simon Schropp’sche Hof-Landkarten-Handlung (J.H. Neumann), Seiten 165+166

Friedrich, Paul (1883b), Atlas zu den Abhandlungen zur geologischen Specialkarte von Preussen und den Thüringischen Staaten, Band IV, Heft 3. Berlin: Simon Schropp’sche Hof-Landkarten-Handlung (J.H. Neumann), Taf. XXI, 16-17.

Schmeil, Otto (1982), Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten, Heidelberg: Quelle und Meyer


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