Umfallkrankheit: Wer wird denn da geknickt sein?

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Die Umfallkrankheit oder Stengelfäule: ein Horror für Grower. Sie ist ein erworbenes Leiden und wird von diversen Pilzorganismen verursacht, die im Substrat leben, zum Beispiel Botrytis, Fusarium, Macrophomina, Pythium, Rhizotconia, Phythophtora, Sclerotinia und Thielaviopsis. Stengelfäule ist allgemein eher eine Krankheit, die Sämlinge und Jungpflanzen befällt, in warmer wie kühlerer Umgebung auftritt, aber immer einen hohen Feuchtigkeitsgrad voraussetzt.

Umfallkrankheit/Stengelfäule

Die Umfallkrankheit/Stengelfäule kommt in warmen, stickstoffreichen Gärten vor, die über einen längeren Zeitraum feuchtem Klima ausgesetzt sind. Hydroponische Systeme können zum Beispiel die Ursache für Stengelfäule sein, wenn das Medium übersättigt wird. Stengelfäule tritt vor allem dann auf, wenn Pflanzen in ein bereits mit den pilzlichen Erregern kontaminiertes Substrat gesetzt werden.

Die Krankheit geht auch an gesunde und kräftige Sämlinge, ohne, dass diese geschwächt oder verwundet sein müssen. Ist der Pilz erst in die Pflanze eingedrungen, sondert er bestimmte Enzyme ab, die die Zellstruktur des Pflanzengewebes auflösen. Dann absorbiert er die Nährstoffe, die sich in den Pflanzenzellen befinden. Der Pilz breitet sich immer mehr über der Pflanze aus, bis diese schließlich kollabiert und stirbt.

Bevor der Pilz, der für die Stengelfäule verantwortlich ist, an der Oberfläche erscheint, schädigt er schon Samen im Boden. Sie verrotten dann und keimen nicht. Wenn die Samen es aber geschafft haben zu keimen, kann der Pilz sie immer noch befallen. Je nachdem, welcher Pilz die Stengelfäule verursacht, sind Blätter, Wurzeln oder Stengel betroffen.

Grund: Pilzorganismen

Die Umfallkrankheit/Stengelfäule wird von mehreren Pilzorganismen verursacht, die Symptome können variieren. Generell verrotten betroffene Samen im Boden, und Sämlinge fallen einfach um. An Sämlingen erkennt man eine Stengelfäule zuerst an einer rötlichen, gelblichen oder bräunlichen Verfärbung, die oberhalb des Erdbodens beginnt. Läsionen und Krebsgeschwüre bilden sich am Stengel zwischen den Blattknoten. Im weiteren Verlauf des Befalls werden schwächere Stengelteile weich, matschig und braun. Eventuell wird dieser Stengelteil den oberen Teil der Pflanze nicht länger tragen können.

Die Welke kann, wenn sie beginnt, einer Wurzelfäulnis ähneln, wenn die Blätter sich gelb verfärben, aber ein Stengelkrebs noch nicht in Erscheinung getreten ist. Der entscheidende Unterschied ist, dass Stengelfäule die Wurzel nicht schädigt. In späteren Stadien hängen die Blätter matt herunter und verfärben sich gelb. Wenn die Pflanze Läsionen aufweist, beginnt sie aufgrund des Gefäßschadens zu welken. Stengelfäule wird manchmal mit den Schadbildern verwechselt, die durch Nährstoffstoffüberschuss, salziges Substrat, große Hitze oder kaltes bzw. trockenes Substrat verursacht werden. Die Schlüsselmerkmale der Stengelfäule sind die Läsionen und Krebsgeschwüre am Stengel, die braune Verfärbung und das weiche Pflanzengewebe.

Prävention

– Benutze im Gewächshaus oder drinnen stets nur sterile Substrate oder pasteurisierte Erde. Professionelle Erde ist keimfrei. Benutze für die Sämlingsproduktion nur keimarme Werkzeuge, Töpfe, Tabletts usw.

– Prävention ist die beste Waffe gegen Stengelfäule.

– Vermeide eine Überwässerung. Wässere nur, wenn die Erdoberfläche trocken ist. Benutze einen Feuchtigkeitsmesser oder deine Finger, um zu prüfen, wie feucht das Substrat ist. Teste die Feuchtigkeit immer am inneren Topfrand, um die Wurzelzone nicht zu (zer-)stören.

– Benutze Substratmixe mit Vermiculit, Perlit oder Sand für eine adäquate Dränage.

– Stickstoffreiches Substrat behindert das Wurzelwachstum und verschlimmert Stengelfäule.

– Pflanze Samen so flach wie möglich unter der Erdoberfläche.

– Halte den Abstand zwischen deinen Pflanzen groß genug, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Damit bleibt das Klima trocken und Stengelfäule hat keine Chance.

– Fördere das Wachstum deiner Sämlinge mit der richtigen Temperatur und Licht. Bodenwärme beschleunigt das Wachstum und macht die Pflanzen resistenter.

– Benutze ein Fungizid, bevor du pflanzt.

– Pflanze junge Pflanzen erst ins Freie, wenn sie schon einige Blätter ausgebildet haben. Jüngere Pflanzen sind gegenüber diversen Pathogenen anfällig.

– Entferne und entsorge jegliches von Stengelfäule befallene Gewächs so schnell wie möglich.

– Benutze Samen, die mit einem Fungizid vorbehandelt wurden.

– Vermeide Überdüngungen, weil Stickstoffüberschuss Pilzwachstum begünstigt.

– Arbeite gut genährten Kompost und Kompost-Tee in deine Substratmischung ein. Weiche Samen für einen Tag lang in Kompost-Tee ein, bevor du sie in Erde pflanzt.

– Vermeide, Sämlinge von oben her zu gießen. Stattdessen stelle sie in mit Wasser gefüllte Töpfe. Streue eine dünne Schicht Perlit oder Sphagnum-Moos auf die Substratoberfläche.

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