Patientenguide: alkoholische Cannabis-Extrakte

Deutschland bekommt eigenes Cannabis
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Wer nicht rauchen kann oder will, verwendet alkoholische Cannabis-Extrakte

Gründe für alkoholische Cannabis-Extrakte: Manche Personen, die Cannabis zu sich nehmen wollen oder aus medizinischen Gründen müssen, dürfen oder mögen nicht rauchen. Auch die Einnahme über Edibles, also essbare Lebensmittel, ist nicht immer leicht, weil dies schwierig zu dosieren ist. Es gibt daher die Möglichkeit, sich alkoholische Cannabis-Extrakte bzw. Tinkturen auf alkoholischer Basis herzustellen. Und die sind leicht verwendbar und zuverlässig. Die Herstellung von alkoholischen Cannabis-Extrakten wurde bis vor wenigen Jahrzehnten sogar noch in Lehrbüchern für Pharmazeuten und Apothekerhandbüchern beschrieben.

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Mit Hilfe des Alkohols als Lösungsmittel werden die Cannabinoide und andere Wirkstoffe aus der Cannabispflanze ausgezogen, also extrahiert, und können in diesem Medium auch entsprechend lange gelagert werden. Insbesondere, wenn der Alkoholextrakt in einer dunklen Flasche (Braun- oder Grünglas) aufbewahrt wird.

Beschreibung in Deutschen Arzneibuch

Wie im Ergänzungsbuch zum Deutschen Arzneibuch (Stuttgart, Deutscher Apotheker-Verlag) von 1953 vermerkt, gibt man zur Herstellung eines Cannabis-Extrakts einen Teil pulverisierten Hanfkrauts, also Blüten und gegebenenfalls Blätter, auf fünf Teile Weingeist. Das Gemisch wird bei Zimmertemperatur für sechs Tage an dunklem Orte gelagert, es empfiehlt sich, das Gefäß jeden Tag mehrmals zu schütteln, um möglichst alle Stoffe aus dem Pflanzenmaterial zu lösen. Anschließend das Pflanzenmaterial noch auspressen.
Den nun verbleibenden Rückstand reichern wir wiederum mit fünf Teilen Weingeist an und ziehen das Ganze abermals drei Tage lang aus. Zitat aus dem Apothekerbuch: „Beide Auszüge werden vereinigt, nach dem Absetzen filtriert und zu einem dicken Extrakt eingedampft. Indischhanfextrakt ist dunkelgrün, in Wasser unlöslich, löslich in Weingeist und Kollodium“ (Seite 124). Als maximale Einzeldosis wird 0,1 Gramm angegeben, als maximale Tagesdosis 0,3 Gramm und als mittlere Einzeldosis (innerlich) 0,03 Gramm.
Auch eine Tinktur ist leicht und gefahrlos zuhause herzustellen und kann zum Beispiel von Cannabispatienten genutzt werden.
Dazu benötigen wir nur hochprozentigen Alkohol (38 bis 40 % vol.), Doppelkorn oder Wodka etwa, in den wir auf den halben Liter bis zu 80 Gramm Schnittreste bzw. ungefähr 25 bis 50 Gramm Marijuana oder 10 bis 20 Gramm Haschisch (je nach Potenz des Ausgangsmaterials) einlegen können. Das Ganze kommt in ein möglichst braunes und gut verschließbares Glasgefäß und wird für eine Woche im Kühlschrank aufbewahrt.

Mindestens dreimal täglich schütteln

Das Gefäß sollte mindestens dreimal täglich durchgeschüttelt werden. Nach Ablauf der Woche siebt man das Pflanzenmaterial aus dem Alkohol und hat die fertige Tinktur vorliegen, die nun in Pipettenfläschchen oder ähnliches abgefüllt werden kann.

Pharmacopoea Helvetica

Das Schweizer Apothekerbuch „Pharmacopoea Helvetica“ hatte schon 1893 eine Rezeptur für eine „Indische Hanftinctur – Tinctura Cannabis indicae“ in petto. Dafür sollen zwanzig Teile des indischen Hanfs mit sechs Teilen Weingeist versetzt und „in einen Percolator gebracht und mit Weingeist erschöpft“ werden. „Das Gewicht des Percolates betrage hundert Teile. Klare, dunkelgrüne Flüssigkeit von eigentümlichem, betäubendem Geruche und schwach bitterem Geschmacke, mit gleichviel Wasser eine milchige Mischung gebend. Vorsichtig aufzubewahren“.

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