Klimaanlage im Growraum

Soft Secrets
13 Jun 2021

Der Hitzegau droht jeden Sommer!

Die letzten drei Jahre signalisieren klar den Trend: Jeden Sommer droht dem Growraum der Hitzegau. Heiße Sommertage und schwüle Nächte gab es sicherlich vor zehn Jahren auch bereits, doch es ist etwas anders – einige Nächte kühlen sich kaum noch unter 25 Grad ab!
Luft hat nicht viel Masse, das Mauerwerk vieler älterer Gebäude hingegen schon. Die Sommerhitze dringt nach und nach durch das ganze Mauerwerk und heizt dieses auf, das Gebäude glüht innerlich. In der Nacht gehen die Fenster auf, um 10 Uhr Vormittags wieder zu, um die Wohnung abzukühlen. Das allein reicht im Growraum nicht, die Zeituhren für die Lampen werden auf 22 bis 10 Uhr gestellt. Selbst LEDs strahlen Wärme ab und diese lässt sich besser in der Nacht runterkühlen. Wer jedoch einen Growraum hat, der sich in der Tageshitze stark aufheizt, konnte auch vor zehn Jahren nur durch eine Sommerpause dem Hitzegau entgehen. Für viele stellt sich also die Frage, wie sie den drohenden Hitzegau vermeiden: - Auf teure LEDs umsteigen - Sommerpause von Juni bis August - Die Beleuchtungsphase in die Nacht legen - Von kühler Stelle Luft in den Growraum blasen - Weniger Pflanzen und damit weniger Beleuchtung - In den heißen Tagen einen Großteil der Lampen aus lassen - Weniger Düngen: Da mehr Wasser verdunstet, droht das Überdüngen - Eine Klimaanlage als weiteren Stromfresser aufbauen Die Klimaanlage kann zum wichtigen Element werden. Das aber nur, wenn diese richtig eingesetzt wird. Das gelingt nur denen, die das Konzept einer Klimaanlage verstehen. Diese arbeitet mit einer Wärmepumpe, und moderne Geräte haben einen Verbrauchswert, der deutlich unter der Nennleistung liegt. 2400 Watt Kühlleistung verbrauchen z.B. 900 Watt. 11 Stunden wären also 10 kWh, zu 30 Cents wären es drei Euro am Tag – aber nur während der heißen Sommerphasen! Die Wärmepumpe zieht zur einen Seite die Wärme raus und drückt sie zur anderen Seite wieder rein. Sie saugt also Luft an und gibt einen Teil als warme, den anderen als kalte Luft zurück. Mit dem eingesetzten Strom verdichtet ein Kompressor das Kühlmittel, wodurch Wärme entsteht. Das Kühlmittel fließt zum „Verdampfer“, wo es wieder gasförmig wird und zurück zum Kompressor strömt. Beim Ausgasen entsteht die Kälte. In jedem Fall wird sehr viel Luft bewegt, es gibt jedoch die Monoblock und die Split-Klimaanlage.
Klimaanlage im Growraum
Ein Vielfaches könnte dran sitzen
Monoblock oder mobile Klimaanlage: Kompressor und Verdampfer sind in einem festen Block, der meistens zur Seite Luft ansaugt und hinten und vorne je einen Ausgang hat. An einen der Ausgänge wird ein kurzer Luftschlauch geklemmt und nach draußen geleitet. Zur anderen Seite kommt entweder die kalte oder warme Luft heraus. Das bedeutet, dass die Monoblock-Klimaanlage im Winter theoretisch auch im Vorraum zum Heizen verwendet werden kann. Split-Klimaanlage: Viele haben bereits die kleinen grauen Kästen an Hauswänden gesehen, in denen sich ein Lüfterrad dreht. Dies sind die Außengeräte der Split-Klimaanlage. Das verdichtete Kühlmittel fließt durch eine Leitung zurück in den Wohnbereich, in dem die Kühleinheit hängt. Moderne Geräte können aber auch andersherum arbeiten und heizen. Die Split-Klimaanlage ist besser, da die Luftkreisläufe getrennt bleiben. Im Wohnbereich wird lediglich die Innenluft angesogen, gekühlt und wieder ausgestoßen. Beide Geräte können die Luft immer nur 5 bis 10 Grad herunterkühlen. Doch die Split-Klimaanlage kühlt die gekühlte Innenluft einfach nochmal. Die Monoblock-Klimaanlage braucht bereits möglichst kühle Frischluft oder kann wegen des ständigen Luftaustauschs nach draußen nicht effektiv kühlen. Zu Beginn wurde bereits beschrieben, dass die Wärme sich im Mauerwerk und den Betondecken staut. In der Luft ist deutlich weniger Wärmeenergie, weswegen sich das Herunterkühlen in der heißen Sommernacht über Stunden hinzieht. Die Klimaanlage kann die Luft sehr schnell kühlen. Wenn jedoch das Mauerwerk die Wärme abstrahlt, entsteht ein merkwürdiger Effekt – der kalte Luftstrom im warmen Raum macht krank, auch die Pflanzen.
Klimaanlage im Growraum
Außeneinheit der Split-Klimaanlage
Die Hersteller von Klimaanlagen erklären, dass es am effektivsten kühlt, wenn der Raum sich gar nicht erst aufheizt. Die Klimaanlage soll bereits ab dem Vormittag durchlaufen. Steht jedoch die mobile Klimaanlage im Raum und bläst die warme Luft durch einen kurzen Abluftschlauch raus, muss diese Luftmenge nachströmen. Wenn die Luftmenge von draußen sehr warm einströmt und noch durch die halbe Wohnung muss, ist der kühlende Effekt verpufft. Demnach musste die frische Außenluft zuerst durch die Küche und den Flur in den eigentlichen Raum. Die Klimaanlage lärmte, schluckte Strom und Küche und Flur heizten sich noch stärker auf! Deswegen wurde eine Fensterdichtung für zwei Anschlussstücke gekauft. Durch das eine wird die Luft unten rausgeblasen. Durch den oberen Auslas strömt Luft wieder rein. Ohne weiteren Schlauch zieht das Gerät die Außenluft sehr direkt an und bläst die Kaltluft nach vorne raus. Wegen des falschen Aufbaus werden die meisten Monoblock-Klimaanlagen nur einen kleinen Teil ihrer Leistung entfalten. Aber auch ansonsten wäre die Split-Klimaanlage immer zu bevorzugen. Leider muss der Kompressor außen angebracht werden, dieser macht Lärm. Leisere Modelle kosten dementsprechend mehr. Selbst dann dürfen Split-Klimaanlagen in vielen Wohnungen nicht einfach an der Außenwand oder auf dem Balkon angebracht werden. Die Split-Klimaanlage hat eine sehr gute Kühlleistung, lässt sich aber in vielen Situationen nicht einsetzen. Die Monoblock-Klimaanlage ist die deutlich schlechtere Wahl, lässt sich aber außerhalb der Ruhezeiten verwenden. Ob der Kühleffekt jedoch einen Hitzegau im Growraum verhindert, bleibt die entscheidende Frage.
Klimaanlage im Growraum
Monoblock Klimaanlage, oben kommt Frischluft rein
Das nächste Problem sind die Luftströme. Pflanzen können es genauso wenig wie Menschen oder Tiere haben, wenn es zur einen Seite warm ist und zur anderen ein kalter Luftstrom vorbeizieht. Die Luft ist also bereits vor dem Pflanzbereich zu kühlen und zu verwirbeln. Wenn das Growzelt in einem Raum steht, wäre die Klimaanlage also im Raum aufzustellen. Wer einen größeren Growraum hat, bläst die Frischluft vielleicht bereits durch einen sogenannten Air-Sock ein. Diese gibt es als Stoffschlauch oder als Kunststoffschlauch mit Löchern. Die Kompressoren sind bereits gegen Erschütterungen empfindlich. Wird eine Klimaanlage transportiert, muss sich das Kühlmittel erst einen Tag setzen. Wird sie nur verrückt, sollte eine Ruhestunde reichen. Läuft die Monoblock-Klimaanlage, sollte sie nicht einmal leicht angestoßen werden, sonst ändert der Kompressor direkt den Ton und leidet. Genauso ist das Gebläse der Monoblock-Klimaanlage sehr empfindlich. Der Abluftschlauch darf nicht länger als 1,5 Meter sein, und zur anderen Seite darf kein Schlauchstück anmontiert werden. So ist es zumindest bei den gängigen Modellen. Das bedeutet, dass die Monoblock-Klimaanlage direkt dort steht, wo sie die Abluft rausbläst. Sie stößt die Kaltluft in den offenen Raum aus. Das ist sogar gut, da sie hier etwas verwirbelt. Der Lüfter für den Air-Sock kann die kalte Luft ansaugen und in den Growraum blasen.
Klimaanlage im Growraum
Monoblock Klimaanlage in Kammer bläst in Schlauchverlängerung
Wer die Kaltluft direkt ansaugen will, kann sich eine universelle Schlauchverlängerung bauen. Auf den ansaugenden Lüfter wird ein großer offener Karton montiert. Das Stück zum Lufteinlass wird rausgeschnitten. Dieser offene Trichter soll 50 Zentimeter vor dem Luftauslass der Klimaanlage hängen. Ein Über- oder Unterdruck puffert zu den Seiten weg, es wird jedoch die Kaltluft angesogen. Der ansaugende Lüfter lässt sich im Idealfall mit einem Drehzahlminderer auf die Leistung der Klimaanlage runterfahren. Weshalb sich selbst die Monoblock Klimaanlage auszahlen kann: Keine Frage, der Stromverbrauch sollte möglichst niedrig bleiben. Wenn aber nur die heißesten Sommertage runtergekühlt werden, ist der Mehraufwand gering, doch die Ernte gerettet. Das Problem ist die Umluft. Die Lüftung muss immer wenigstens auf niedriger Stufe laufen, die Pflanzen brauchen Luft. Selbst in hermetisch abgeriegelten Growräumen mit CO2-Begasung wird die Luft in regelmäßigen Intervallen ausgetauscht. Wenn die Frischluft zu warm reinkommt und im Growraum Wärmequellen alles weiter aufheizen, ist der Hitzegau vorprogrammiert. Die Kühleinheit der Split-Klimaanlage oder die Monoblock-Klimaanlage ist in diesen Frischluftstrom integrierbar. Wie bereits ganz am Anfang beschrieben, kommt es jedoch auf den richtigen Aufbau an, damit eine Monoblock-Klimaanlage überhaupt kühlt. Wer jedoch die Beleuchtungsphase in die Nacht legt und nicht alleine im Haus lebt, kann die Monoblock-Klimaanlage nicht durchlaufen lassen, es gelten Ruhezeiten. In anderen Situationen ist die Stromleitung bereits bis zur Grenze ausgelastet. Eine Haushaltssicherung kann bis zu 3600 Watt belastet werden, dann ist sie überlastet und springt raus. Es geht also nicht um Steckdosen in der Wand, sondern um Sicherungen im Sicherungskasten. Werden die Sicherungen der Reihe nach rausgenommen, zeigt sich schnell, welche Steckdosen über dieselbe Sicherung laufen. Wer bereits bei rund 3000 Watt rauskommt, sollte keine weiteren starken Verbraucher anklemmen.
Klimaanlage im Growraum
Die gekühlte Luft durch den Air-Sock in den Pflanzraum blasen
Das nächste Problem, an dem viele scheitern, ist der Platzmangel. Die Monoblock-Klimaanlage muss aufgebaut werden, die Split-Klimaanlage hängt mit der Kühleinheit hingegen oben an der Wand und ist platzsparend. Das Fazit zur Klimaanlage: Viele können weder die Split-, noch die Monoblock Klimaanlage sinnvoll in ihren Luftstrom integrieren. Es ist nicht allein Platz notwendig. Der Kompressor tuckert, die meisten Modelle sind fast so laut wie ein Zweitakter-Rasenmäher. Wenn die Ausgangssituation hingegen gut ist und die Klimaanlage sinnvoll in den Luftstrom integriert wird, kann sie den Hitzegau abwenden. Wie oben bereits geschildert, sollte sie bereits ab dem Vormittag durchlaufen, damit das Mauerwerk sich gar nicht erst aufheizt. Zur Information: Es gibt inzwischen eine dritte Klasse von Klimageräten, die als Wärmetauscher oder mit Wärmepumpe arbeiten und auch zum Luftaustausch gut funktionieren. Es sind flache Kästen, die zur Außenwand unter die Decke montiert werden und mit zwei Wanddurchbrüchen die Luft tauschen. Diese sind vermutlich deutlich besser, als eine Split-Klimaanlage, aber derzeit anscheinend nicht in Baumärkten erhältlich.
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