Was ist der richtige Topf für den Cannabis-Grower?

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Zweifellos ist die Verwendung von Blumentöpfen die häufigste Anbaumethode, die von Growern unter künstlicher Beleuchtung oder in einem Gewächshaus angewandt wird. Da die Wahl des richtigen Modells einen starken Einfluss auf die Effizienz des gesamten Anbauverfahrens hat, testen professionelle Grower zunächst verschiedene Ausführungen, bevor sie sich für einen Sieger entscheiden. Heute schauen wir uns einige davon genauer an.

Auf dem Markt für Gartenbedarf/Gartengeräte gibt es kleine, große, eckige, runde, längliche, welche mit großen Abflusslöchern, mit Belüftungsöffnungen, faltbare, aus Textilstoff, aus Kunststoff, selbstbewässernde und wer-weiß-was-noch-alles. Es ist nicht daran zu denken, alle Blumentopfarten zu testen, und sie auch noch zu bewerten würde den Rahmen eines Artikels sprengen. Deshalb konzentriere ich mich diesmal auf Blumentöpfe aus Kunststoff, bei denen Gießen von Hand erforderlich ist oder die nach dem Prinzip der Kapillarbewässerung funktionieren. Diese sind am weitesten verbreitet und in vielen Formen, Größen und Designs erhältlich. Kunststoffblumentöpfe eignen sich sowohl für Eigenanbauer als auch für Großproduzenten. Sie lassen sich mehrmals verwenden, sind relativ einfach zu waschen, zu desinfizieren und von überlebenden Schädlingen zu befreien. Darüber hinaus sind sie langlebig, leicht und stabil. Natürlich, wenn einer nur mit 100%ig natürlichen Materialien arbeiten will, dann bevorzugt er wahrscheinlich Textil- oder Tontöpfe, aber es gibt viele Unzulänglichkeiten bei diesen Materialien. Sie sind viel schwieriger zu reinigen, sind entweder schwer und zerbrechlich (Keramik) oder lassen sich nur eingeschränkt handhaben. Den Blumentöpfen aus natürlichen Materialien könnten wir in einem anderen Artikel einige Zeit widmen, aber für dieses Mal werden wir uns auf Kunststoffe konzentrieren.

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Air-Pots mit Belüftungsöffnungen


Blumentopf, Pflanzmedium und Bewässerungsmethoden

Es besteht ein sehr enger Zusammenhang zwischen der Art des Blumentopfes, des Pflanzmediums und der Bewässerungsmethode. Deshalb sollte man immer das eine in Bezug zum anderen sehen und davon ausgehend am besten alle zusammen auf einmal auswählen. Beispielsweise sind bei der Tropfbewässerung kleinere Töpfe und ein saugfähigeres Kultursubstrat wie Steinwolle, Kokos oder Erde besser geeignet. Größere Töpfe eignen sich eher für Druck- oder Oberflächenbewässerung und sie können auch ein leichteres Pflanzmedium mit einem höheren Gehalt an Perlit oder Blähton aufnehmen. Für das Gießen von Hand oder passive Bewässerung ist die Größe des Topfes nicht so entscheidend, aber die Größe der Ablauflöcher spielt eine wichtige Rolle. Im Allgemeinen ist es bei reinem Kokos, Steinwollmasse und Kultursubstraten mit viel Torf (die alle große Mengen an Wasser zurückhalten) günstiger, Pflanzbehälter mit mehreren Abflusslöchern zu verwenden, und die nicht nur Löcher an der Unterseite, sondern auch Lüftungsöffnungen an den Wänden aufweisen.


Blumentöpfe mit Belüftungsöffnungen

Sprechen wir ein wenig über die Lüftungsöffnungen. Ich habe diese Art Blumentöpfe von zwei Herstellern getestet: Air-Pot and Pasquini & Bini. Die Hauptaufgabe der Lüftlöcher an den Seiten des Blumentopfes ist es, die Bildung von Ringwurzeln am inneren Topfrand zu verhindern. Somit verheddern sich die Wurzeln nicht ineinander, sondern verteilen sich gleichmäßig über das gesamte Volumen des Blumentopfes und können deshalb Wasser und Nährstoffe besser und schneller aufnehmen. Durch die Verwendung von Töpfen mit Belüftungslöchern verhindern Sie außerdem ein ungleichmäßiges Austrocknen des Pflanzmediums und übermäßige Feuchtigkeit im unteren Bereich der Töpfe, wo die Gefahr von Wurzelfäule und Schädlingsbefall besteht. Dies lässt sich allerdings auch vermeiden, indem man klassische Blumentöpfe mit größeren Ablauflöchern wählt oder eine “Drainageschicht” auf dem Boden des Blumentopfes anlegt.

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Blumentopf mit Belüftungslöchern und Wärmeisolierfolie

 

Zuerst habe ich die Air-Pot-Blumentöpfe getestet. Bestimmt haben Sie schon mal einen gesehen. Selbst wenn nicht, kann man sich diese auf einem der Fotos in diesem Artikel betrachten. Diese Töpfe lassen sich zerlegen und einfach lagern, was meiner Meinung nach eine großartige Eigenschaft ist, besonders wenn die Anbausaison nur einen Teil des Jahres dauert und Sie den Anbauraum nicht das ganze Jahr über eingerichtet haben wollen. Auseinander genommene Blumentöpfe sind auch leichter zu reinigen, da Air-Pots viele Faltungen haben, die relativ schwer zu reinigen sind, wenn der Topf zusammengesetzt ist. Air-Pots sind langlebige Pflanzenbehälter aus qualitativ hochwertigen Materialien, und ich denke, sie waren die ersten, mit denen ein System von Lüftlöchern in die Cannabisgrower-Community eingeführt wurde. Mit Air-Pots ist es mir gelungen, viele erstaunliche Ernten zu erzielen. Einer der großen Vorteile besteht in der großen Bandbreite möglicher Verwendungen. Man kann fast jedes Kultursubstrat in ihnen nutzen – Erde, Kokos, leichte Erdmischungen mit einem hohen Perlit-Anteil, Steinwolle, Mapito, etc. Darüber hinaus funktionieren sie hervorragend bei manueller, Tropf- und Druckbewässerung. Nachteile gibt es beim Cannabisanbau in großem Umfang, d.h. aufwändigere Reinigung und Lagerung. Sie können nicht ineinander gesteckt werden, wenn sie zusammengefügt sind, und obwohl sie sich leicht montieren und zerlegen lassen, kostet dies immer einige Zeit.

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Wurzeln im Ercole Blumentopf mit Lüftungsöffnungen

 

Vor knapp drei Jahren stieß ich auf einen anderen Blumentopf mit seitlichen Lüftungslöchern. Er wird von dem italienischen Hersteller Pasquini & Bini produziert. Im Gegensatz zu Air-Pots gibt es diese auch in einer Version mit quadratischem Boden, die ich persönlich einer mit rundem Boden vorziehe. Warum? Es scheint eine geeignetere Form zu sein, um eine größere Anzahl von Pflanzen auf der Anbaufläche anzuordnen, und dies bedeutet auch, dass sich der ganze Raum effektiver nutzen lässt. Ich habe gehört, Fans von Töpfen mit rundem Boden behaupten, die zylindrische Form erlaubte den Pflanzen, einen natürlich geformten Wurzelballen zu bilden. Was die Anbaupflanzen betrifft habe ich jedoch keine Anzeichen für negative Auswirkungen bemerkt, welche durch die quadratische Form verursacht werden sollen. Für viel wichtiger halte ich Wahl der richtigen Topfgröße im Hinblick auf die gewählte Anbaumethode.

Die Ercole-Serie, wie die Pasquini & Bini Blumentöpfe mit Lüftungsöffnungen genannt werden, gibt es in runder und quadratischer Ausführung. Im Grunde handelt es sich um gewöhnliche Blumentöpfe aus Kunststoff, die ineinander gestapelt werden können und relativ leicht zu reinigen sind. Im Vergleich zu Air-Pots sind sie preiswerter und meiner Meinung nach auch interessanter für die kommerzielle Verwendung. Aber der Hauptvorteil für alle Grower ist der günstige Preis. Ercole ist für alle bereits erwähnten Kultursubstrate geeignet, aber natürlich haben auch sie einige Schwachpunkte. Beispielsweise sind die Töpfe mit quadratischem Boden nicht sehr geeignet für eine Kombination weniger kompaktes Pflanzmedium und Gießen von Hand. Der Grund dafür ist, dass bei ihnen die Lüftlöcher relativ groß sind und ein stärkeres Gießen Teile des Kultursubstrats durch die Belüftungsöffnungen herausspülen kann. Die Square Super Ercole genannten quadratischen Töpfe eignen sich gut für Tropf- und Druckbewässerung, während runde Ausführungen sich auch für manuelle Bewässerung verwenden lassen, da sie etwas kleinere Lüftungslöcher haben.

Klassische Blumentöpfe mit Ablauflöchern

Blumentöpfe aus schwarzem Kunststoff müssen nicht unbedingt sein. Sie eignen sich allerdings für leichtere Kultursubstrate, einschließlich reinen Blähton. Man muss sich nicht mit der Frage nach der Wahl des richtigen Bewässerungssystem herumschlagen, denn diese Töpfe lassen sich fürs Gießen, für Kapillar-, Oberflächen- und Druckbewässerung verwenden. Außerdem ist die Reinigung und Lagerung sehr einfach. Sie eignen sich auch für den Anbau in dichteren Pflanzmedien mit höherer Wasserspeicherkapazität, wie Erde, Kokos oder Steinwolle, haben aber in dieser Hinsicht einige Nachteile. Beispielsweise könnte das Kultursubstrat selbst bei Töpfen mit großen Ablauföffnungen nicht gleichmäßig austrocknen. Zudem haben die Wurzeln im ganzen Topf keine ausbalancierten Bedingungen und die Entwicklung des Wurzelsystems kann schlechter sein als in Töpfen mit Lüftlöchern. Auch wachsen die Wurzeln oft kreisförmig an der Innenwand des Topfes entlang und verheddern sich ineinander, was in gewissem Maße ihre Fähigkeit zur Nährstoffaufnahme einschränkt (ein Teil der Wurzelhaare wird gegen eine andere Wurzel oder gegen die Topfwand gedrückt). Dennoch muss gesagt werden, dass es kein Fehler ist, diese Art von Töpfen zu wählen. Es ist möglich, bei ihnen fast jedes Substrat und jedes Bewässerungssystem zu verwenden. Kurz gesagt, sie sind äußerst vielseitig.

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Luftauslass einer Klimaanlage im Bereich des Blumentopfes


Temperatur des Pflanzmediums

Ein wichtiges Thema beim Anbau in Töpfen ist die Temperatur des Pflanzmediums, da sie einen entscheidenden Einfluss auf die richtige Entwicklung des Wurzelsystems und die Fähigkeit der Wurzeln, Nährstoffe aufzunehmen, hat. In geschlossenen Anbauräumen und Gewächshäusern liegt die Lufttemperatur normalerweise zwischen 24 °C und 30 °C. Die Wurzelentwicklung und die Nährstoffaufnahme sind jedoch bei Temperaturen zwischen 18-20 °C ideal. Wenn wir diese hohen Temperaturen in Anbauräumen und die Tatsache berücksichtigen, dass die meisten Töpfe schwarz sind, somit noch mehr Licht einfangen und sich noch mehr aufheizen, ist es klar, dass die Temperatur des Kultursubstrats irgendwie reguliert werden sollte. Die Bewässerung ist ein wichtiger Faktor bei der Temperatursenkung in Blumentöpfen. Gemäß den oben aufgeführten Daten können wir sagen, dass die ideale Temperatur der Nährlösung 18-20 °C beträgt. Einige Grower greifen auch zu anderen Mitteln als Bewässern, um die Temperatur des Pflanzmediums niedriger zu halten. Eines davon ist die wärmeisolierende Abdeckung der Töpfe, die nicht nur das einfallende Licht reflektiert, sondern auch den Topf von der Wärme im Anbauraum isoliert. Dadurch erwärmt sich das durch Wasser abgekühlte Kultursubstrat wieder langsamer und auch die ideale Temperatur zwischen den einzelnen Bewässerungszyklen ist leichter einzuhalten.

Eine andere Vorgehensweise, das Kultursubstrat kühler zu halten, besteht bei Verwendung einer Klimaanlage darin, die Luftauslässe auf den Bereich in der Nähe der Töpfe zu richten. Obwohl diese Methode gut funktioniert, stellt sich die Frage, was die Störung der Luftzirkulation im Anbauraum verursachen könnte. Die kalte Luft bleibt unten am Fußboden haften, während die warme Luft nach oben gedrückt wird. Unter normalen Umständen wird also die kühle Luft aus der Klimaanlage über den Pflanzen abgegeben. Diese sinkt dann natürlich im Pflanzenbereich ab, während die warme Luft nach oben getrieben wird. Deshalb drängen manche Grower die kühle Luft aus der Klimaanlage auf zwei “Stockwerksebenen” – eine über den Pflanzen und die andere über den Blumentöpfen. Wer keine Klimaanlage einsetzt, kann wenigstens die Töpfe kühlen, indem er über dem Niveau der Pflanzenbehälter von draußen kühlere Luft in den Anbauraum einströmen lässt. Die Luftzufuhr muss mit mindestens einem einfachen Luftfilter versehen werden, um zu verhindern, dass Verunreinigungen in den Anbauraum gelangen.

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