Welthanftag: Happy 420

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Heute – am 4. April 2021 – ist Welthanftag, auch 420 genannt. Woher kommt aber der Code 420, der ehemals internationales “Geheimzeichen” der Cannabisfreunde gewesen war? (Heute ist er kein geheimer Code mehr, sondern auch im Mainstream bekannt).

Die Zahl 420 (auch 4:20, 4/20) hat sich von den USA ausgehend als internationaler Code für Cannabiskonsum und Cannabiskultur etabliert. Um die Geschichte dahinter ranken sich zahlreiche Mythen, weil die Geschichtsschreibung der Kulturgeschichte des Hanfs den Ursprung lange nicht aufdecken konnte.

Eine Version klingt allerdings plausibel: Demnach war es eine Clique von Schülern der San Rafael High School im nordkalifornischen Marin County, die sogenannte „Waldos“-Gruppe, die im Herbst des Jahres 1971 auf ein grünes Geheimnis stieß. Ein Mitarbeiter der Küstenwache im nahegelegenen Schutzgebiet Point Reyes National Seashore hatte irgendwo in der Nähe seines Arbeitsplatzes Cannabis angepflanzt, konnte sich aber um die Hanfpflanzen nicht mehr selber kümmern. Mithilfe einer „Schatzkarte“, die der Mann angefertigt hatte und die in den Besitz der Schüler gelangt war, suchten die Waldos also nach dem Cannabis. Die Suchaktionen begannen dabei jeweils um 16.20 Uhr, nach US-amerikanischer Zeitrechnung also um 4.20 Uhr nachmittags, wobei sich die Waldos stets an einer auf dem Schulhof befindlichen Statue des französischen Chemikers und Physikers Louis Pasteur trafen. Dort gönnten sich die Pennäler zunächst einige Joints, um schließlich zur etwa 40 Minuten entfernten Halbinsel Point Reyes an der Pazifikküste zu fahren, wo das Cannabis versteckt gewesen sein soll.

Die Jugendlichen hatten das Codewort 420-Luis vereinbart, um sich, ohne Aufsehen zu erregen, zur stets erfolglosen Schatzsuche und später einfach zum Kiffen treffen zu können. So bekamen weder Lehrer noch Eltern Wind davon, was die Gruppe da eigentlich trieb. Irgendwann – die Suche nach dem nebulösen Hanf aus Point Reyes war längst aufgegeben – verkürzte die Gruppe ihr Kennwort für Smoke-ins der Einfachheit halber auf 420. Der persönliche Kontakt eines Waldos zu Bandmitgliedern der Rockgruppe Grateful Dead sorgte außerdem dafür, dass sich der Code der Hanffreunde bald über Marin County hinaus verbreitete.

2012 erzählten die inzwischen deutlich älter gewordenen Waldos der US-amerikanischen Onlinezeitung Huffington Post von ihrer Geschichte, weil sie beweisen wollten, dass es sich wirklich alles so abgespielt hatte. Um zu untermauern, dass der Ursprung des 420-Codes auf ihre Gruppe zurückgeht, machten sich die Männer auf die Suche nach dem fraglichen Mitarbeiter der Küstenwache, der Anfang der 70er das Cannabis angebaut und die entsprechende Schatzkarte angefertigt hatte. Steve Capper, der die Karte auf Umwegen ursprünglich bekommen hatte, konnte nicht mehr bei der Suche helfen, denn er war in den 80ern gestorben.

Im Jahr 2014 gelang es den Waldos dann tatsächlich, den Namen des mysteriösen Hanfgärtners von der Küstenwache herauszufinden. Es handelte sich um den 1948 geborenen Gary Newman. Nach intensiver Detektivarbeit schafften es die Waldos weitere zwei Jahre später, sich mit Newman zu verabreden und die ganze Geschichte zu hören.

Und die ging so: Gary Newman hatte sich 1967 bei der Küstenwache gemeldet. Während er in Point Reyes stationiert gewesen war, kümmerte er sich um den dortigen historischen Leuchtturm. Das fragliche Cannabis hatte Gary Newman ganz in der Nähe des Leuchtturms angepflanzt und gehegt – auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst. Doch im Herbst 1971 war Newman bei der Pflege seines Hanfes um ein Haar erwischt worden, woraufhin er die „Schatzkarte“ zum Auffinden des Cannabis entworfen und sie seinen beiden Schwagern Bill und Pat McNulty überlassen hatte. Und von denen gelangte sie schließlich zu Steve Capper von den Waldos. Interessanterweise hatte Newman all die Jahre über nicht mitbekommen, dass er bzw. seine Story die Inspiration für den Kiffer-Code 420 gewesen war.

Aus: Markus Berger, Hanf! – Cannabis als Heilmittel, Nutzpflanze, Genusskraut, Aarau: AT Verlag 2020

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