Ethnobotanik: Ibogain und Iboga

Cannabisfans lieben häufig auch andere psychoaktive Pflanzen. Dieser Tage kommen die psychedelischen Drogen immer mehr im Mainstream an. Personen, die vor Kurzem noch nie etwas mit Psychedelika zu tun hatten, sammeln heute Erfahrungen mit Ibogain, Ayahuasca, 5-Methoxy-DMT und der Froschmedizin Kambô.

Der Konsum von tiefgreifend wirksamen psychedelischen Drogen ist damit schon länger kein Thema mehr, das wohlinformierten Freaks vorbehalten ist.

Auch das Tryptamin Ibogain bzw. der Ibogain-enthaltende, in Afrika heimische Iboga-Strauch Tabernanthe iboga rücken seit einiger Zeit ins Blickfeld der Generationen neuer Psychonauten. Die relative Ungefährlichkeit solcher Tryptamin-Psychedelika wie LSD, Psilocybin und Co. darf für Iboga bzw. Ibogain allerdings nicht vorausgesetzt werden.

Was ist Iboga, was Ibogain?

Ibogain ist ein psychoaktiv wirksames Molekül, das in diversen Gewächsen vorkommt, insbesondere in Arten der Gattung Tabernanthe – vor allem in Tabernanthe iboga – aber auch in Spezies der Gattung Tabernaemontana, im Sternjasmin Trachelospermum jasminoides und in anderen.

Tabernanthe iboga ist ein bis zu zwei Meter hoch wachsender Strauch aus der Familie der Apocynaceae (Hundsgiftgewächse) und im tropischen Westafrika, hauptsächlich in Gabun, Kamerun, im Kongo und im äquatorialen Guinea, beheimatet.

In der Wurzel und Wurzelrinde finden sich zwölf Indolalkaloide, von denen das psychedelische Ibogain sowie die ebenfalls psychoaktiven Moleküle Ibogamin (demethoxyliertes Ibogain), Tabernanthin und Voacangin pharmakologisch am interessantesten sind. Die Indolalkaloide des Ibogastrauchs unterteilen sich in drei Gruppen, nämlich in Alkaloide vom Ibogain-, vom Voacangin- und vom Voaphyllintypus.

Zu den Nebenwirkungen

Im Gegensatz zu den meisten anderen Tryptaminpsychedelika kann die (vor allem unsachgemäße) Anwendung von Iboga bzw. Ibogain rasch zu unschönen Nebenwirkungen führen, die vor allem körperlicher Natur sind. Deshalb wird auch in eingeweihten psychonautischen Kreisen immer wieder vor einer kopflosen Einnahme von Iboga bzw. Ibogain gewarnt. Vor allem Personen mit physischen Gebrechen sollten Iboga-Zubereitungen nicht ohne fachliche Begleitung anwenden. Daniel Trachsel führt aus: „Ibogain hemmt das Enzym Cholinesterase. Die Signalübertragung an den Synapsen wird also gestört. Als Nebenwirkungen treten Übelkeit, Erbrechen und Ataxie auf. Vorsicht ist – wie bei allen Wirkstoffen – angebracht bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Substanzen/Medikamenten; Wechselwirkungen sind sehr wahrscheinlich. Kardiovaskukläre Komplikationen sind möglich, daher ist besondere Vorsicht bei vorbelasteten Personen angebracht‟ (Trachsel, Daniel, 2011, Psychedelische Chemie, Solothurn: Nachtschatten Verlag).

Vor einer Iboga- und Ibogain-Einnahme in Eigenregie rate ich ausdrücklich ab! Es ist dabei in der Vergangenheit schon häufig zu gesundheitlich bedenklichen Episoden gekommen. Zwar ist Pflanzenmaterial in diversen ethnobotanischen Onlineshops erhältlich – die laienhafte Anwendung ist jedoch schon deshalb potenziell gefährlich, weil man als Käufer solcher Produkte nichts über die Inhaltsstoffkonzentrationen des Pflanzenmaterials in Erfahrung bringen kann. Iboga und Ibogain gehören in die Hände von Profis und haben nichts in hedonistischen Settings von „psychedelischen Amateuren‟ verloren.

Aktueller Hype: Microdosing – auch mit Ibogain

Neuerdings häufen sich in Kreisen von Psychonauten Meldungen über Microdosing mit Ibogain. So sollen 4 bis 6 Milligramm des Wirkstoffs diverse subtile bis ausgeprägte Effekte herbeiführen können, zum Beispiel vitalisierende, aufmunternde und sozialisierende Wirkungen. Über die tatsächliche Wirksamkeit streiten sich die Praktiker allerdings. Die einen behaupten, dass Ibogain-Microdosing sinnvoll und gut in den Alltag implementierbar sei, andere bescheinigen, dass die wenigen Milligramm Ibogains in ihnen keine signifikanten Auswirkungen provozieren – auch nicht bei häufigerem bzw. regelmäßigem Gebrauch.

Im psychedelischen Untergrund erzählen Microdoser davon, dass Microdosing mit Iboga repetitive Verhaltensmuster, also Suchtverhalten, aufzulösen helfe. Schon nach wenigen Tagen des Iboga-Microdosings, so berichten manche, vergehe die Lust auf den täglichen Kaffee, auf Tabak und auch auf chronischen Cannabiskonsum im Grunde ganz von selbst. Dies wäre ein Effekt, der näher untersucht zu werden sich als sinnvoll erweisen könnte. Wir wissen, wie weiter oben beschrieben, dass psychedelische Durchbrucherfahrungen mit Iboga in der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt werden. Hier ergibt sich ein weites Feld für künftige psychonautische Forschungen.

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