Terpene im Hanf: Was können sie?

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In Cannabis kommen nicht nur Cannabinoide vor, sondern eine Vielzahl anderer Wirkstoffe. So zum Beispiel die Terpene. Die sind nicht nur für die vielfältigen Aromata verantwortlich, sondern haben auch pharmakologische Eigenschaften.

Myrcen

ist eines der häufigsten Terpene in der Cannabispflanze. Das Monoterpen entfaltet nussige, erdige, aber auch zitrusartige Aromen und hat diverse pharmakologische Eigenschaften. So wirkt es antirheumatisch, antibiotisch und schmerzstillend. Außerdem scheint Myrcen synergistisch mit THC zu reagieren. Offensichtlich verstärkt das Terpen die Bioverfügbarkeit des Cannabinoids. So sagt man, eine sehr reife Mango etwa eine halbe Stunde vor dem Cannabisgenuss zu essen, bewirke aufgrund des hohen Myrcengehalts der Frucht ein stärkeres High des Cannabis. Myrcen kommt auch in der Kiefer, im Beifuß, Dill, Hopfen, Salbei und Kümmel sowie in vielen anderen Pflanzen vor.

Terpineol

ist ein stark psychoaktives Terpen. Terpineol ist ein Downer par excellence und besonders in schweren Cannabis-Sorten der Indicalinie enthalten und für deren sedierenden Effekt mitverantwortlich. Das Terpen riecht süßlich, nach Rosenblüte, Zitrus oder Flieder und ist deshalb beliebt für die Herstellung von Seife und Parfum. Terpineol kommt außerdem im ätherischen Öl von Salbei, Wacholder, Anis, Rosmarin, Majoran und anderen Pflanzen vor.

Borneol

ist ebenfalls sedativ wirksam, es induziert allerdings nicht diesen Effekt des in die Couch gedrückt werdens. Das Terpen riecht kampherartig-mentholig und kommt zum Beispiel im Wermut, im Koriander, Salbei, Muskat und Rosmarin vor. Aber auch in Cannabis, insbesondere in diversen Haze-Sorten, sorgt Borneol für beruhigende und stimulierende Effektivität.

Pinen

ist ein wichtiges Terpen, das nicht nur im Hanf, sondern auch in Nadelgehölzen, im Salbei, in Rosmarin und vielen anderen Pflanzen vorkommt. Pinen ist Hauptbestandteil des Terpentins, medizinisch ist es als Antiseptikum und Expektorans wirksam, der Cannabisliebhaber kennt Pinen wiederum als typisches Aroma von Skunk-Sorten.

Linalool

Ebenfalls beruhigend und damit psychoaktiv ist das Terpen Linalool. Es riecht nach frischen Frühjahrsblühern und hat antikanzerogene Eigenschaften. Linalool ist eines der typischen Weinaromata und kommt unter anderem im Hopfen, Zimt, Muskat, Ingwer, Basilikum und anderen Pflanzen vor.

Cineol

Cineol duftet kampherartig-mentholig und kommt hauptsächlich im ätherischen Öl des Eukalyptus vor, in geringen Mengen auch in Cannabis. Das Terpen hat schmerzstillende und beruhigende Eigenschaften und ist gleichzeitig als leichtes Stimulans bekannt.

Caryophyllen


beta-Caryophyllen ist ein entzündungshemmendes Sesquiterpen, das in Cannabis, Pfeffer, Nelken, Kalmus, Oregano und anderen Pflanzen vorkommt. Caryophyllen ist es im übrigen unter anderem, auf das Drogenspürhunde abgerichtet werden, um Cannabisprodukte zu erschnüffeln.

Limonen

Limonen ist ein Monoterpen, das unter anderem im ätherischen Öl des Dills, der Pfefferminze, der Muskatnuss, der Zitrone, des Baldrians und diverser Koniferen vorkommt. Limonen riecht zitrusartig-orangig, wird als Duftstoff und Lösungsmittel verwendet und ist ein Ausgangsstoff für die Synthese von halbsynthetisch hergestelltem THC (Dronabinol®).

Sabinen

Sabinen ist ebenfalls ein Monoterpen, das außer in Cannabis auch im Majoran und Wacholder, in der Limette und im Kubebenpfeffer sowie in der Schafgarbe, dem Sadebaum und anderen Pflanzen vorkommt. Sabinen kommt in Cannabis zum Glück nur in sehr geringer Konzentration vor, weil es ein sehr stark giftiges Terpen ist.

Ocimen

Ocimen ist ein Duftstoff, der auch als solcher industriell Verwendung findet. Das Terpen duftet zitrus- bis kieferartig und kommt unter anderem im ätherischen Öl des Lavendels, des Basilikums und der Tagetes-Arten (Studentenblumen) vor.

Die verschiedenen Terpene, über 120 an der Zahl allein in der Cannabispflanze, sind – je nach Konzentration – maßgeblich für die verschiedenartigen Highs der diversen Cannabisstrains und -sorten mitverantwortlich.

Verschiedene psychoaktive Effekte und auch die Unterschiede zwischen Indica- und Hazesorten sind zu einem großen Teil abhängig von der Zusammensetzung der Cannabinoide und Terpene und deren jeweiliger Konzentration. So liegen die niederdrückenden Wirkstoffkombinationen mit zum Beispiel höherem Terpineolanteil zumeist eher in Indica-Sorten vor, in typischen Kush- und Skunk-Strains beispielsweise.

Das Feld der Terpene, gerade der psychoaktiven Vertreter, ist für die Forschung sicherlich noch ein weites. Insbesondere die verschiedenen Synergismen, die Terpene untereinander, aber auch mit anderen psychoaktiven Wirkstoffen erzeugen, dürften gerade für die Psychoaktivaforschung von größtem Interesse sein.

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