Pflanzenkunde: Cannabiswirkstoffe in der Natur

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Cannabiswirkstoffe kommen nicht nur in Cannabis vor. Ähnliche Substanzen finden sich auch in anderen Gewächsen. Dabei stehen wir, was das Wissen um diesen Fakt angeht, noch ganz an Anfang.

Was sind das nun für Pflanzen, in denen Cannabiswirkstoffe vorkommen? Die meisten Leser werden es nicht glauben – es sind unter anderem so bekannte und viel genutzte Gewächse, wie Rosmarin, Basilikum, Oregano, Zimt, Nelken, Pfeffer und Kümmel, die das beta-Caryophyllen enthalten, was wiederum mit den Cannabinoidrezeptoren im menschlichen und tierischen Körper interagiert.

Man könnte sagen, Cannabinoide kommen in den gängigen Gewürzen für eine zünftige Runde bei Kaffee und Kuchen vor. Doch damit bei Weitem nicht genug.

Cannabiswirkstoffe im Vorgarten?

Auch Pflanzen wie die Magnolie, der Sonnenhut Echinacea, Strohblumen der Gattung Helichrysum, der Flachs und viele weitere (wie wir weiter unten sehen werden) enthalten Cannabiswirkstoffe, die mit unseren endogenen (= körpereigenen) Schaltstellen des Zentralnervensystems in Verbindung stehen.

Wir kennen neben den klassischen Phyto-Cannabinoiden aus der Hanfpflanze die körpereigenen Cannabinoide, die Anandamide genannt werden. Wir kennen die pflanzlichen Cannabinoide in anderen Gewächsen, die Cannabiswirkstoffe in Pilzen, jene in Bakterien und natürlich die synthetischen Cannabinoide, die spätestens seit der unaufhörlichen Diskussion um die drogenpolitisch forcierten Räucher- und Rauchmischungen der Legal-High-Fraktion in aller Munde sind. Zuweilen auch im wahrsten Sinne des Wortes.

Und so mancher Leser wird sich gewundert haben, dass oben die Rede war: Cannabiswirkstoffe in Pilzen und Bakterien.

Natürliche Vielfalt

Dazu folgende Erläuterung: Diverse Schlauchpilze aus der Familie der Schimmel- und Meerespilze bzw. der Pflanzenpathogene enthalten die Substanzen Emindol-SB, Hydrochinon (bzw. ein Derivat des Moleküls), JBIR-03, Monocillin II, Neocosmosin und Radiciol. Allesamt kaum bekannte, aber rein pflanzliche Cannabinoide.

Auch unter den Bakterien gibt es verschiedene, in denen Cannabiswirkstoffe nachgewiesen werden konnten – dazu gehören zwei Arten von Cyanobakterien der Gattung Lyngbya, in denen Cannabinoide, nämlich Serinolamide, Grenadamide und Semiplenamide, nachweisbar sind und gefunden werden können.

Kaum zu glauben!

Zuletzt produzieren auch diverse Moos- und Rhododendronarten, Sonnenaugen-Spezies, Rautengewächse, der Falsche Indigo (botanisch: Amorpha), die Maca-Pflanze und viele andere Gewächse mehr unter anderem Cannabidiol (CBD), Cannabigerol (CBG), Cannabichromen (CBC), Perrottetinene, Alkamide, Macamide, Magnolol, Tetryhydromagnolol und viele weitere Cannabinoide mehr.

Die Natur ist eben immer wieder für Überraschungen gut.

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