Hanf: Kulturfolger des Menschen

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Der Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und demnach ein so genannter Kulturfolger. Doch Politiker und andere Verfechter der Drogenprohibition begründen das Cannabisverbot immer mal wieder mit dem Argument, der Hanf sei in unseren Breitengraden eine kulturfremde Pflanze.

Dies wurde sogar im Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts von 1994 behauptet. Das legte erstmals fest, dass der Besitz geringer Mengen Cannabis nicht mehr durch die Justiz verfolgt werden soll.

Auch in den vergangenen Jahren bringen Politiker das Argument von der kulturfremdem Pflanze gerne hervor. Und zwar, um zu untermauern, dass der Genuss der Pflanze in unseren Gefilden keine Tradition habe. Im Gegensatz zum Alkoholkonsum. Doch sie irren sich.

Kulturfolger Cannabis

Denn der Hanf ist als Kulturfolger des Menschen im Grunde nirgends „kulturfremd“. Viele unserer alltäglichen Lebens- und Genussmittel dagegen sehr wohl, kommen sie doch aus fernen Ländern. Bananen, Tomaten, Kartoffeln, Reis und Tabak sind passable Beispiele. Doch deren „Kulturfremdheit“ hat langfristig niemanden davon abgehalten, diese landwirtschaftlichen Produkte in unseren Ländern zu etablieren.

Die vermeintliche Kulturfremdheit kann also weder die Begründung dafür sein, ein Genuss-, Heil- oder Lebensmittel zu verbieten. Es ist korrekt, dass der Hanf bei uns nicht zur Urflora gehört haben könnte.

Hanf kommt nicht aus Asien?

Denn die Cannabispflanze ist eventuell nicht, wie bisher vermutet und in der Literatur zu lesen, vom Menschen aus Asien nach Europa gebracht worden. Die ältesten, bisher bekannten Fossilien von Cannabisblättern (!) stammen aus dem Oligozän („Cannabis oligocaenica“) und sind tatsächlich in Deutschland, nämlich in Eisleben, gefunden worden (Friedrich 1883a+b, McPartland 2018).

Das Oligozän

Das Oligozän ist eine erdgeschichtliche Epoche, die vor ungefähr 34 Millionen Jahren begonnen hatte und etwa elf Millionen Jahre dauerte. Das lässt darauf schließen, dass die Geschichte der Nutzung des Hanfs wahrscheinlich deutlich weiter zurückreicht, als bisher angenommen. Durch die Entdeckung der Literaturstelle aus dem 19. Jahrhundert, die dem italienischen Ethnobotaniker Giorgio Samorini gelang, muss die Geschichte der Herkunft des Hanfs vermutlich neu erkundet und geschrieben werden. Wenn die Identifikation der fossilen Blätter korrekt ist.

Bisher ging man davon aus, dass der Hanf ursprünglich aus Zentralasien stammt. Die Funde im deutschen Gebiet wären allerdings deutlich älter als alle bisherigen Nachweise aus Asien.

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