Kleine Historie der Bong

Die Bong als Rauchgerät stammt ursprünglich vom asiatischen Kontinent. In Thailand, auf den Philippinen, in Indonesien und Neuguinea dürfte die Bong zuerst aus einfachen Mitteln entwickelt worden sein, ganz sicher ist der Ursprung der Bong aber nicht geklärt. Kann ebensogut sein, dass sich diese Art des Bauens einer Wasserpfeife nahezu gleichzeitig in verschiedenen Ländern entwickelt hat. Denn die Grundstoffe für eine originale Bong sind identisch: Die Bongs wurden und werden aus Kokosnüssen und Bambus hergestellt.

Solche Bongexemplare lasen sich noch heute finden, sogar als moderne Varianten im Bongshop der Wahl. Der Drogenforscher Dr. C. Hartwich schreibt in seinem Buch „Die menschlichen Genussmittel, ihre Herkunft, Verbreitung, Geschichte, Anwendung, Bestandteile und Wirkung“: „Hanfrauchen und Wasserpfeife gehören ursprünglich zusammen und haben sich weit verbreitet, aber nicht gleichmäßig, das erstere ist in Asien meines Wissens im Wesentlichen auf die Muhamedaner beschränkt geblieben und hat fast ganz Afrika, also auch die Neger, erobert, wobei offenbar die Araber auf ihren Kriegs- und Handelszügen die Verbreiter gewesen sind.“

Wie kam es aber nun zur Bong?

Auch das ist nicht schlussendlich geklärt. Sicherlich ist es nicht das erklärte Ziel der Ureinwohner einer der genannten asiatischen Länder gewesen, eine möglichst lungenschonende Form des Rauchens anzustreben. Vielmehr wird die urtümliche Bong einfach eine beliebte Methode dargestellt haben, mit wenig Aufwand eine Pfeife zu basteln.

Die Idee ist nun tatsächlich recht naheliegend und auch anderen Kulturkreisen im Laufe der Zeit gekommen. Sehen wir uns nur die Shisha des Orients an, die ebenfalls eine Wasserpfeife ist – aber eben keine Bong. Die Bambus- oder Kokosnussbong verfügt über lediglich ein Loch, in das ein Rauchrohr/Shillum gesteckt wird.

Wie kam die Bong nun in den Rest der Welt?

Auf relativ direktem Wege: Nämlich über die psychedelischen Weltreisenden, vornehmlich die Hippies, die ja bekanntermaßen gerade Asien, insbesondere Indien, aber auch Thailand und andere Länder mit Hingabe bereisten. Und über die Händler, jene, die sich damals allzumeist aus der Hippieszene entwickelt hatten, die ersten Paraphernalienhändler nämlich. So fanden irgendwann in den Siebzigerjahren die ersten Bongs den Weg nach Mitteleuropa, kurz darauf gingen die ersten Unternehmer dazu über, ihre eigenen Modelle in Auftrag zu geben. Meist wieder bei asiatischen Firmen. Ein Umstand, der sich bis heute nicht großartig verändert hat.

Es gibt in der Hauptsache Keramikbongs, Metallbongs, Holzbongs (die heute eher selten geworden sind), Acrylbongs und Glasbongs. Letztere sind weltweit mit am beliebtesten, und es hat sich in der Geschäftswelt ein richtiger eigener Zweig gebildet, der sich den Bongs und der Entwicklung immer neuer Modelle und Systeme verschrieben hat.

Die Modelle werden zumeist aus Laborglas hergestellt, dem so genannten Borosilikatglas, und sind mittlerweile auch in puncto Bruchfestigkeit den Bongs aus früheren Jahren meilenweit voraus. So wird der empfindlichste Teil einer Bong – das ist zweifellos der Schliff (der Teil der Pfeife, in den das Rauchrohr hineingesteckt wird) – in der heutigen Zeit gern mit bistabilem Glas gebaut.

Um es zu vereinfachen: Der Schliff ist bei guten Bongs aus einer Doppelschicht Glas gefertigt. Und das sorgt für eine enorme Stabilität. Bessere Bongs weisen zudem eine Wandstärke von fünf bis sieben Millimetern auf, was eine solche Pfeife zu einem wahrhaft stabilen Endprodukt macht.

Acrylbongs sind billig und spacig bunt, viel mehr allerdings auch nicht. Sie sind nicht wegen ihrer Rauchqualitäten beliebt, sondern aus ebenjenen Gründen. Der Rest ist eher von nachteiligem Charakter. Acrylbongs lassen sich gegenüber Glasbongs schwierig reinigen, weil der Kunststoff die Ablagerungen förmlich anzieht. Acrylbongs schmecken vielen Rauchern schlichtweg nicht. Der Geschmack von Rauch, der durch Kunststoff gesogen wurde, ist vielen genauso unsympathisch wie Bier aus der PET-Flasche. Ganz davon ab sind Acrylbongs häufig mit derart dürftigen und viel zu kleinen Köpfchen aus Aluminium ausgestattet, dass die praktische Handhabung einer solchen Pfeife gern einem akrobatischen Akt ähnelt. Wer es schafft, die Mischung bis zum Zug im Kopf zu behalten, darf rauchen!

Genauso verhält es sich mit Keramik- oder Tonpfeifen und Holzbongs, die ebenfalls oft mit diesen eigenartigen Aluköpfchen daherkommen. Sie schmecken einfach fürchterlich. Wenigstens nach einer Weile. Aber auch hier scheiden sich die Geister.

Es gibt in der Tat Raucher, die voller Leidenschaft auf ihre Keramik- oder Acrylbong stehen – und es sei ihnen gegönnt. In puncto Geschmack verhalten sich Metallbongs aus Aluminium oder Edelstahl und Glasbongs am neutralsten.

Übrigens ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass sogenannte Hollandbongs immer aus Keramik bestehen müssen. Derartiges kann man tatsächlich ab und zu hören. Ist aber Unsinn. Hollandbongs gibt es nicht nur auch aus Glas, die ursprüngliche Hollandbong ist gar selbst aus diesem Material – und bis heute häufiger als die Keramikvariante anzutreffen.

Eine Hollandbong ist gekennzeichnet durch ihr blumenvasen- oder kegelähnliches Aussehen. Hollandbongs haben heutzutage häufig einen Flutschkopf, also ein konisches Rauchrohr, das in einem einzigen Zug durchgeraucht wird. Die originäre und ursprüngliche Hollandbong ist aus Glas hergestellt, hat kein Kickloch und anstatt eines Shillums einen Plastikschlauch mit Holzkopf.

Kein Kickloch? Ja, genau, kein Kickloch.

Das führt uns zur Frage, weshalb in Mitteleuropa die Bong im Grunde genommen „falsch“ geraucht wird. Die Antwort: Weil die originale Bong über kein Kickloch verfügt. Das Kickloch ist eine mitteleuropäische Erfindung und damit untypisch für eine echte Bong. Das Kickloch hat sich deshalb auch außerhalb Mitteleuropas nicht etablieren können. Im Gegenteil: Viele Kiffer, gerade aus Holland, aber auch aus dem deutschsprachigen Gebiet, neigen dazu, wieder Bongs ohne Kickloch zu präferieren. Auch in den USA, wo die Bong deutlich beliebter ist als der Joint – und im übrigen der Glasbong eindeutig der Vorzug gegeben wird, ist ein Kickloch geradezu unbekannt. Es ist auch unnötig, liebe Rauchergemeinde. Erstens wird nur der Daumen oder ein anderer Finger schlorkig, und zweitens ist das Prinzip des Kicklochs vornweg Blödsinn. Denn entweder, man raucht eine Bong in einem Hit durch, wozu viele Hanffreunde neigen, oder man macht es, wie es bei der urtümlichen Bong schon immer gemacht wird: nach dem Lift-Off-Prinzip. Das heißt: Bong anrauchen, Shillum oder Topf ab, Rauch ziehen, fertig.

Damit eignet sich für alle Raucher, die gern an einer Bong rauchen, aber ihr eigenes Modell grade zerschmissen haben, während das Geld für ein neues nicht mehr ausreicht, der Klassiker unter den Bongs: die Colaflasche. Wenn in die Colaflasche einfach ein Shillum oder Rauchrohr eingesteckt wird – ein entsprechendes Loch ist flugs angefertigt –, dann ist das Gebilde genauso zu rauchen wie eine originäre Bong. Und schmeckt wie ein Exemplar aus Acryl. Eine ähnliche Ästhetik hat das aus dieser provisorischen Technik abgeleitete Rauchen eines Eimers oder eines ähnlichen mit Wasser gefüllten Gefäßes, wo auch eine Plastikflasche zur Rauchbefüllung verwendet wird. Diese Variante erspart sogar das Shillum, weil die Flaschenöffnung selbst die Funktion übernimmt.

Schauen wir uns als letztes für diese kleine Einführung in die Bongkunde einige von den wichtigsten Zubehörteilen an, die sich die findige Industrie im Lauf der Jahre ausgedacht hat. Es reicht schon lange nicht mehr, einfach eine Bong zu besitzen. Nein. Sie muss zum einen extraordinär sein. Nun, das ist kein Problem, der Markt gibt Abertausende von Modellen her, jeder Hersteller hat gleich Hunderte eigene Bongs im Programm. Neue werden fortwährend kreiert.

Dann muss die Bong „gesund“ sein. Das heißt, sie muss über ein extra ausgetüfteltes Filtersystem verfügen. Sie darf nicht so kratzig schmecken, soll aber einen guten Durchzug haben. Also müssen Kühlersysteme, Perkolatoren und Diffusoren her. Sie sollen zu guter Letzt schick aussehen und eine möglichst potente Wirkung begünstigen. Auch das können die Bongs von heute nicht nur versprechen – sie halten es in den allermeisten Fällen auch.

Was gibt es also für Zubehörteile für die Bong des modernen Rauchers? Werfen wir einen Blick darauf: Da wäre zum einen der Vorkühler, ein Vorstecksystem, dass anstatt des Rauchrohrs in den Schliff der Bong eingesetzt wird und den Rauch doppelt abkühlt, bevor er in die Lunge einströmt. Und der Perkolator, der in den Innenkörper einer Bong eingebaut wird. Ein Perkolator besteht aus mehreren einzelnen Röhren, die mit Löchern oder Schlitzen versehen sind, das sind die so genannten Diffusoren. Diese werden beim Ziehen „aktiviert“ und erfüllen ihren Zweck, indem sie beim Rauchen kleine Luftbläschen erzeugen. Strömt beim Ziehen nun durch den entstehenden Druck der Rauch in den Glaszylinder der Bong, dann passiert er automatisch die einzelnen Perkolatoren-Arme und wird durch die Löcher oder Schlitze verwirbelt und damit mehrfach gekühlt. Zusätzlich wird der Rauch durch eine entstehende Zentrifugalkraft besser gefiltert als üblich. Der Rauch schmeckt insgesamt deutlich milder als bei älteren Bongmodellen ohne diese Vorrichtung.

Der Diffusor als Bauteil einer Bong ist dann wiederum etwas anderes, obgleich das Prinzip dasselbe ist. So gibt es beispielsweise Diffusor-Shillums, die eben am unteren Ende des Rauchrohrs ebenjene Löcher oder Schlitze aufweisen. Der Effekt ist oben bereits beschrieben und lässt sich gedanklich einfach übertragen. Auch hier wird der Rauch durch entstehende Luftbläschen besser gekühlt und kommt milder in der Lunge an als ohne Diffusor. Bemerkt sei jedoch dazu, dass immer wieder von Rauchern zu hören ist, sie bemerkten keinen signifikanten Unterschied zwischen Diffusor-/Perkolatorbongs und normalen Modellen.

Schauen wir uns als letztes Zubehörteil den Katalysator an. Das ist nichts weiter als ein Zwischenstück aus Glas, eine Art zusätzlich filternder Adapter, der zwischen Glastopf und Rauchrohr installiert wird, und die groben Rauchrückstände abfängt. Eine besonders filternde oder gar eine richtige reinigende Funktion hat der Katalysator nicht vorzuweisen, wohl ist der Einsatz des Adapters aber besser als das Rauchen ohne. Zumindest ein wenig.

Und dann gibt es noch die Mischformen dieser praktischen und vor allem interessanten Zubehöradapter. Das sind dann Vorkühler mit eingebautem Schlitzdiffusor und Perkolator, das sind Doppelfilterköpfe mit eingebautem Doppeldiffusor, um Asche aufzufangen und den Rauch vorzukühlen. Es gibt Zweikammer-Kühler, 2-Arm-, 3-Arm-, 7- und 8-Armperkolatoren und so weiter und so fort.

Der Erfindungsreichtum der Unternehmer, die häufig selber der Cannabisszene entstammen oder ihr nach wie vor engagiert angehören, findet kein Ende. Da muten die Bong-Stecksysteme, Aufsatzrohre und Vierfachadapter für Rohr und Shillum zur Erweiterung einer Glasbong, wie es sie schon vor 15 Jahren gab, geradezu altmodisch an. Obwohl auch die aus einer normalen Gebrauchsbong rasch eine brauchbare Partybong zu zaubern vermögen.

Schließlich gibt es seit einiger Zeit auch die Bongvaporizer. Das sind die immer mehr und mehr beliebten Vaporizer für alle, die Bongs und deren Optik, Haptik und das Handling lieben. Immer mehr Hersteller gehen mittlerweile dazu über, Bongvaporizer oder Vapobongs zu produzieren. Das Prinzip ist einfach. Alles ist wie bei einer normalen Bong. Man braucht jedoch kein Feuerzeug, sondern hat an Stelle des originären Shillums eine Wärmekammer für das Pflanzenmaterial. Entsprechend weniger voluminös ist auch der Dampf, der beim Vaporisieren entsteht. So zumindest wurde das Prinzip Bong in die Welt der Vaporizer adaptiert. Eigentlich eine schöne Idee, in aller Regel sind diese Modelle zurzeit aber noch sehr teuer, es gibt allerdings auch vereinzelte Qualitätsmodelle, die außerordentlich erschwinglich sind.

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