Staatswiet für Coffeeshops Niederländisches Cannabisprojekt – die Chancen

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Die Medaille hat bekanntlicher Weise zwei Seiten, und es kommt auf das Glück an, ob die geworfene Münze Kopf oder Zahl zeigt. Das inzwischen beschlossene niederländische „Closed Coffeeshop Chain Experiment“ ist eine Chance, kann aber leider auch ein Reinfall werden. In diesem Teil geht es um die Chancen, die sich für das niederländische Coffeeshop Projekt, welches ab 1976 besteht und mehrfach „nachreguliert“ wurde, auftun.

Die derzeitige Situation

Die Niederländer sind für ihre soziale Gesellschaft bekannt, die für eine gute Gesundheitsversorgung und günstigen Wohnraum sorgt. Weltweit sind die Niederlande vermutlich eines von ganz wenigen Ländern, in denen intakte und zeitgemäße Haftanstalten aufgrund von Leerstand aufgegeben werden. Und genau diese Niederlande mussten aufgrund der Single Convention on Narcotic Drugs 1961 wie jeder andere Zeichnerstaat den Hanf als Droge ächten, wollte jedoch keine Konsumenten ahnden. Bereits ab 1976 werden Coffeeshops geduldet, wenn diese sich an einige Regeln halten. Inzwischen dürfen pro Besucher maximal fünf Gramm Marijuana oder Haschisch abgegeben werden, Minderjährige haben keinen Zugang.

Ein Problem ist jetzt über 40 Jahre alt – die Belieferung der Coffeeshops ist illegal. Der Betreiber eines Coffeeshops darf Marijuana oder Haschisch an die Kunden verkaufen, welches zwar nicht richtig legal, aber doch geduldet ist. Zugleich macht er sich strafbar, wenn er die Ware vom Zulieferer annimmt. Der Job des Drogenkuriers ist nicht ganz ohne, da er zur Quelle muss und die niederländische Polizei gegen den Drogenhandel vorgeht. Dafür sind die zu befürchtenden Strafen tendenziell milder und man hat genug Platz in den Haftanstalten.

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Kriminellen den Markt nehmenz

Das Problem

Wenn der Coffeeshop kein legales Marijuana oder Haschisch kaufen kann, dann befindet sich die gesamte Versorgungskette im illegalen Bereich. Das verdiente Geld landet beim organisierten Verbrechen, welches entweder im großen Stil anbauen lässt oder über die Häfen importiert.

Ein anderes Problem ist die mangelnde Qualitätskontrolle. Wie will der Staat regulierend eingreifen, wenn sämtliche Ansprechpartner in der illegalen Lieferkette sich vor ihm verstecken? Der Hersteller oder Händler eines mangelhaften oder sogar gesundheitsschädlichen Produkts kann nicht verwarnt und zum Nachbessern aufgefordert werden, da er ein Unbekannter ist. Nicht allein die Großhändler, sondern auch viele Kleindealer strecken ihre Ware, um ihren Gewinn zu steigern.

Das Vorhaben

Volljährige Bürger sollen kiffen dürfen, aber nicht den Schwarzmarkt bereichern. Im niederländischen Cannabisprojekt werden sechs bis zehn Städte ihre gesamten Coffeeshops auf Staatswiet umstellten, welches fünf bis zehn Produzenten herstellen. In der Phase der Umstellung dürfen die Coffeeshops für sechs Wochen Staatswiet und Backdoorwiet vertreiben. Es wird während und nach dem Cannabisprojekt ausgewertet, welche Auswirkungen das Staatswiet auf den übrigen Schwarzhandel der Region, auf das Umfeld der Coffeeshops, die Gesundheit der Konsumenten und die gesamte Gesellschaft hat, um eine Erfolgsbilanz zu ziehen.

Das Projekt geht auf die Initiative von D66 zurück, soll frühestens 2021 starten und mindestens vier, aber maximal fünfeinhalb Jahre andauern. Einige Befürworter würden es bereits als Erfolg sehen, wenn die derzeitige Situation nicht schlechter wird, solange sich der Marktanteil des Schwarzmarkts etwas verringert. Verläuft das Cannabisprojekt vielversprechend, dann wäre die anschließende „Legalisierung“ naheliegend.

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Über weniger schädliche Konsumformen aufklären

Die Chancen

Durch den staatlich regulierten Anbau hat der Staat Ansprechpartner und kann deren Produkte prüfen, um die Verantwortlichen gegebenenfalls zu ermahnen. Jeder staatlich autorisierte Cannabisproduzent soll zehn bis 15 Marijuanastrains ziehen und bis zu zehn Haschsorten herstellen. Die Produktion muss gegen Unbefugte gesichert und das Marijuana und Haschisch mit Wertschutztransportern geliefert werden.

Da die Niederländer ein gärtnerisch begabtes Volk sind und bislang auch alle Drogen beschaffen oder herstellen konnten, haben Optimisten keinen Zweifel daran, dass die ausgelobten staatlichen Cannabisproduzenten Marijuana und Haschisch in genügenden Mengen und Qualitäten produzieren werden. Dies wäre sehr wichtig, da die Konsumenten weiterhin in den Coffeeshops und nicht vor diesen auf der Straße versorgt werden sollen, wodurch auch der Jugendschutz leiden könnte.

Selbst die Erwachsenen sollen nicht zum Marijuanakonsum ermutigt werden. Geschulte Mitarbeiter der Coffeeshops sollen über Gefahren aufklären und auf gesunde Konsumformen hinweisen. Wie es bereits für Zigaretten und Tabak üblich ist, so muss auch hier auf den Verpackungen eine deutliche Gesundheitswarnung an den Kunden gerichtet werden.

Sprungbrett in die Legalität

Wenn das niederländische Cannabisprojekt positiv verläuft und die Mehrheiten für eine Legalisierung erreicht wären, gäbe es neben Produzenten für medizinische Zwecke auch erste Hersteller von Marijuana und Haschisch für den Genusskonsum.

Der staatlich straff regulierte Markt für Marijuana und Haschisch würde das Hintertür-Problem der Coffeeshop-Betreiber endlich beheben. Eine Produktkontrolle wäre möglich, der Schwarzmarkt verliert Marktanteile und der Konsument wäre legalisiert. Das alles klingt richtig gut, ist aber nur die eine Seite der Medaille, mit der anderen geht es im zweiten Teil weiter.

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