Wegen Morbus Crohn vor Gericht

Deutschland bekommt eigenes Cannabis
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Ein Cannabispatient aus Bayern musste jetzt vor Gericht – wegen Morbus Crohn

Wegen Morbus Crohn vor Gericht? Das hört sich komisch an, ist aber wahr. Natürlich handelt es sich bei dem vorliegenden Fall eines 44 Jahre alten Mannes nicht um dessen Erkrankung. Vielmehr wurde der schwer kranke Mann vor den Richter gezerrt, weil er Cannabis zur Behandlung seines Leidens einsetzte.

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Der 44-Jährige aus dem mittelbayerischen Landkreis Cham leidet seit Jahrzehnten unter der entzündlichen und chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn. Seit 2001 hat er seine Diagnose. Dronabinol (pharmazeutisches THC) hilft dem Mann nicht, ebensowenig das über Jahre verordnete Kortison. Weil er sich zur Selbsttherapie ein paar Pflanzen zuhause angebaut hatte und erwischt wurde, musste sich der Patient jetzt vor Gericht verantworten.

Unglaubliche Ignoranz gegenüber Kranken

Das Gute zu Beginn: Aufgrund der schwierigen Situation des Angeklagten verurteilte der Richter den Mann “nur” zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 15 Euro. Dies sei die “unterste Grenze” des Machbaren, weil das Gericht die Notlage des kranken Patienten erkannte. Dennoch: Ein Freispruch wäre angemessener gewesen. Dass Menschen, die sich aus einer Krankheitssituation heraus selbst helfen, bestraft werden dürfen, ist ein echtes Armutszeugnis für Deutschland – selbst für Bayern.

Angeklagter sieht sich in Notlage

Das Onlineportal Mittelbayerische.de berichtete am 2. November 2019: “Der Angeklagte sagte, er habe sich in einer Notlage gesehen und durch die Einnahme von Cannabis seine Lebensqualität steigern und seine Arbeitskraft erhalten wollen. Zwischenzeitlich habe ihm die Uniklinik Regensburg bestätigt, dass sich sein Zustand durch das Cannabis verbessert habe” (Quelle).

Das war geschehen

Nach einer Routinekontrolle durch die Polizei sei der Patient mit einer geringen Menge Cannabis erwischt worden. Daraufhin durchsuchten die Beamten seine Wohnung und fanden zwei Cannabispflanzen, 30 Gramm Marijuana und 60 Gramm Hasch. Grund genug, den kranken Menschen vors Gericht zu holen.
Der erklärte, dass die ihm verordneten Medikamente außer einer Reihe von Nebenwirkungen keine große Hilfe brachten. Nur deshalb verwendete der Mann Cannabis. Er stritt die ihm zur Last gelegten Vorwürfe in keinem Fall ab. Dennoch kam es am Ende zu der Geldstrafe. Wir haben noch viel zu lernen.

Hier geht es zum Artikel von Mittelbayerische.de: https://www.mittelbayerische.de/region/cham-nachrichten/cannabis-patient-landet-vor-gericht-20909-art1856119.html
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