CBD-Basics – Cannabidiol im Detail

Die Hanfpflanze bringt zahlreiche wertvolle Wirkstoffe hervor. Allein über 110 Cannabinoide wurden bislang in den diversen Arten und Strains nachgewiesen und beschrieben. Viele von ihnen haben medizinischen Nutzen und können potenziell in der Heilkunde zur Anwendung kommen. Am bekanntesten und wichtigsten ist das THC. Aber auch ein anderer Cannabiswirkstoff ist zurzeit dabei, sich zu einem regelrechten Hype zu entwickeln, die Rede ist von CBD, Cannabidiol. Denn der Stoff hat ein weites medizinisches Potenzial und dabei keine berauschenden Eigenschaften.

Zur Erklärung: Was ist CBD?

Cannabidiol (CBD) ist dasjenige Cannabinoid, das im Nutzhanf am häufigsten vorkommt. Aber auch in den psychoaktiven Arten und Sorten, dem sogenannten Rauschhanf, ist es zu finden, und zwar in vielen Fällen als zweithäufigstes Cannabinoid nach dem THC (Tetrahydrocannabinol). CBD führt keine psychoaktiven Effekte herbei, es kann im Gegenteil sogar der berauschenden Wirkung des THC entgegenwirken. Der medizinische Nutzen des CBD ist allerdings von großem Interesse, wobei die Forschungen in dieser Hinsicht gerade erst beginnen. Viele Erkenntnisse bzw. Rückschlüsse, die bislang zum CBD gewonnen wurden, beziehen sich zum derzeitigen Stand lediglich auf die Grundlagenforschung und auf Erfahrungsberichte von Patienten. Kurz gesagt: Vieles ist zurzeit am Entstehen, und es darf davon ausgegangen werden, dass CBD ein Stoff mit gutem Potenzial ist. Cannabidiol ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz legal. In Deutschland ist CBD in Form von Arzneien allerdings rezeptpflichtig.
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Der medizinische Nutzen des Cannabidiol

Wie gesagt ist der potenzielle Nutzen, der für uns eines Tages möglicherweise von Interesse sein wird, vermutlich deutlich höher anzusiedeln, als der bisherige Stand der Kenntnis es vermuten lässt. Wir wissen heute, dass CBD bei Angst- und Bewegungsstörungen, Entzündungen, Epilepsie, Erbrechen sowie bei Abhängigkeit von Nikotin, Cannabis und Opiaten bzw. Opioiden helfen kann (es wird vereinzelt davon berichtet, dass CBD helfen kann, Entzugserscheinungen zu überwinden). Des Weiteren kann CBD bei schizophrenen Psychosen, Schmerzen sowie als Appetithemmer hilfreich sein. Es könnte außerdem sein, dass CBD für den Menschen auch als Krebshemmer sowie bei Alzheimer, Diabetes, Durchblutungsstörungen, Nervenleiden, Morbus Parkinson, Hepatitis, Schädigungen von Gehirn und Leber, Hauterkrankungen, Allergien, Malaria und anderen Krankheiten und Leiden wirksam ist.
Interessanterweise wirkt CBD den berauschenden Effekten (und auch einigen körperlichen Wirkungen) des THC entgegen. Das ist sehr praktisch, weil man somit Cannabisüberdosierungen gut behandeln kann, z.B. mit einem schnell wirksamen CBD-Spray. Das ist gerade in heutigen Zeiten bei aller Beliebtheit der hochpotenten BHO-Konzentrate recht praktisch.

Im Speziellen: CBD gegen Schlafprobleme

Verschiedene Menschen können die Wirksamkeit des CBD gegensätzlich erleben. Während die einen von CBD angeregt und eher wacher werden, neigen andere dazu, nach der Einnahme von CBD gut ein- und durchschlafen zu können, wobei jedoch auch die Dosierung eine Rolle zu spielen scheint (niedrige Dosen scheinen eher anregend, hohe eher beruhigend zu wirken). Im Übrigen verhält sich das auch mit der generellen psychischen Wirkung des CBD so. Die einen verspüren unabhängig von der Dosis keinerlei psychische Effekte, während andere den Stoff für beruhigend halten.
In meinem direkten Umfeld sind mir die Fälle zweier Personen bekannt, die (sich nicht kennen und) das absolut gleiche Problem haben. Sie schlafen nach dem Zubettgehen gut ein, erwachen dann aber nach zwei bis drei Stunden und können dann nicht mehr einschlafen. Das Problem ist bei beiden Männern kein neues, sondern eine „Altlast“ – einer schleppt es seit Jahren, der andere seit Monaten mit sich herum. Nach der Einnahme von CBD in einer minimalen Dosierung von 15 Milligramm, jeweils vor dem Zubettgehen bei Einnahme eines öligen Extrakts bzw. Sprays, gelingt es beiden, die Schlafstörungen zu überwinden. Sicherlich sind solche Einzelfallerfahrungen nicht das Maß der Dinge. Sie lassen aber durchaus aufhorchen und können deshalb auch von anderen, die unter ähnlichen Malästen leiden, problemlos probiert werden. Wie oben jedoch schon beschrieben, kann CBD sich auch gegenteilig auswirken und eher aufhellend wirken. Diese aus dem Leben gegriffenen Fallbeispiele zeigen uns, wie vielschichtig die Wirkungen eines Stoffes sein können.
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Birgt CBD auch Gefahren?

Erstaunlicherweise kommt der mit zahlreichen heilkräftigen Eigenschaften ausgestattete Cannabiswirkstoff CBD mit nur sehr wenigen Nebenwirkungen daher. Was die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten angeht, so sollte bei Einnahme großer Dosierungen CBD vorausschauend und mit Bedacht gehandelt werden. Im Zweifel ist es ratsam, lieber vorher mit dem Arzt zu sprechen, auch wenn dieser sich eventuell mit Cannabinoiden nicht auskennt. Er sollte in der Lage sein, sich in die Thematik einzulesen. Der Grund: Es gibt Medikamente, deren Abbau in der Leber durch CBD verlangsamt wird, zum Beispiel Diclofenac (ein häufig eingesetztes Schmerz- und Entzündungsmittel, zum Beispiel Voltaren), Warfarin (Blutgerinnungsmittel), diverse Epilepsie-Medikamente sowie einige Säurehemmer. Wer diese Mittel einnimmt, und das sind nicht wenige Menschen, der sollte vor Gebrauch großer CBD-Mengen unbedingt den Arzt aufsuchen und diesen dazu befragen.

Was ist eigentlich CBDA?

Immer wieder ist im Zusammenhang mit Cannabidiol auch die Substanz CBDA im Gespräch. Bei diesem Stoff handelt es sich um die Säureform des CBD, wobei das A für das englische Wort acid steht. Im internationalen Gebrauch hat sich durchgesetzt, die englische Abkürzung für das Cannabinoid zu verwenden, obwohl wir im deutschsprachigen Raum auch durchaus von CBDS sprechen könnten.
Cannabidiolsäure, also CBDA, hat selbst auch heilkräftige Eigenschaften, die allerdings nicht mit denen des CBD identisch sind. So kann CBDA Übelkeit und Erbrechen lindern und ist auch ein Krebshemmer, der die Ausbreitung von Brustkrebs unterbindet. Daneben vermindert CBDA übermäßige Darmbewegungen, was ebenfalls medizinisch nutzbar sein kann. CBD selber ist aber ein weitaus effektiveres Mittel als seine Säureform. CBDA liegt vor allem in frischem Pflanzenmaterial vor – so wie auch THCA, die THC-Säure und anderen Säureformen von Cannabinoiden. Alle wandeln sich bei Trocknung und Erhitzung in die aktiven Formen um.

Cannabidiol-Strains: CBD-Gras growen

CBD ist auch in vielen Strains des sogenannten Rauschhanfs oft als zweithäufigstes Cannabinoid anwesend. Uns interessiert aber in diesem Zusammenhang eher, welche Sorten besonders CBD-reich sind bzw. welche Cannabis-Strains mehr Cannabidiol enthalten als THC. Da ist zum einen natürlich der Faserhanf, der nur bis 0,2 bzw. 0,3 Prozent THC enthält, dafür aber deutlich mehr CBD. Deshalb sind Faserhanfprodukte für Menschen, die sich gern mit CBD versorgen wollen, eine gute Wahl. Es gibt aber auch eine immer größer werdende Zahl an Cannabis-Hybriden, die von den Züchtern und Samenbanken eigens gekreuzt und auf einen hohen CBD-Gehalt hin optimiert werden. Die zurzeit bekannteste Sorte ist dabei Bediol von der niederländischen Firma Bedrocan (Vertrieb: Fagron Farmaceuticals), die medizinisches Cannabis herstellt. Die von Bedrocan geführten Sorten, im Moment fünf an der Zahl, sind auch in Deutschland erhältlich, die Sorte Bediol enthält etwa 6,3 bis 6,5 Prozent THC und etwa 8 Prozent CBD. Eine weitere Sorte nennt sich Bedrolite und stellt quasi eine reine CBD-Sorte dar. Bedrolite enthält etwa 9 Prozent CBD bei weniger als einem Prozent THC. Patienten, die also vom CBD profitieren und auf die berauschende Wirkung des Cannabis komplett verzichten mögen, können zu Bedrolite greifen.
Daneben gibt es mittlerweile von vielen Züchtern CBD-Sorten, zum Beispiel und unter anderem von Royal Queen Seeds, Paradise Seeds, Dutch Passion (alle Holland), Reggae Seeds (Spanien) und von den Spezialisten der CBD Crew, die neben weiteren Cannabidiol-Sorten die CBD Medi Haze (CBD: 8 Prozent, THC: 4 Prozent) und die CBD Nordle (CBD: knapp 9 Prozent, THC knapp 6,5 Prozent) im Programm führen. Noch weiter treiben’s natürlich nur die Amis: Der High-CBD-Low-THC-Strain „Charlotte’s Web“ von den US-amerikanischen Breedern Stanley Brothers (Colorado) enthält etwa 20 Prozent CBD und weniger als 0,5 Prozent THC.
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Cannabidiol auf dem freien Markt

Wer sich nicht mit der Pflanzenpflege und dem Anbau von Cannabis befassen kann oder will, der hat die Möglichkeit, auf eines der immer größer werdenden Produktpalette von CBD-Präparaten zurückzugreifen. Nicht alle sind dabei als „Heilmittel“ deklariert, sondern aus rechtlichen Gründen als Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika oder schlicht als Extrakt. Der Inhalt dieser Produkte ist jedoch zumeist der selbe, nämlich ein CBD-haltiger Faserhanfextrakt, der weniger als 0,3 Prozent THC enthält und damit keine berauschenden Wirkungen herbeiführt – auch nicht in höheren bzw. sehr hohen Dosierungen.
Verzichten sollte man auf Bestellungen von No-Name-Produkten, die inzwischen auch von einigen Herstellern auf diversen Internetplattformen angeboten werden. Hier wollen Geschäftsleute nur einen schnellen Euro mit dem CBD-Hype verdienen und bringen teils fragwürdige Faserhanfextrakte an die Frau und den Mann, deren Wirkstoffzusammensetzung, Herkunft und Effektivität eher zweifelhaft sind. Wenn man sich als Verbraucher an eine der hier angegebenen Adressen wendet, kann man eigentlich nichts falsch machen.

CBD-Extrakte selber herstellen

Wer sich ein wenig mit der Extraktion von Pflanzen auskennt oder sich in die Thematik einlesen und einarbeiten will, der kann sich auch aus selbst besorgtem Faserhanf (den es in auf dem Markt verschiedenen Variationen gibt) einen Extrakt herstellen, den man zumindest mal probieren kann. Solche Extrakte können mit Lösungsmittel hergestellt werden, Stichwort: BHO-Extraktion (Butan oder DMSO, Dimethylsulfoxid, sind hier unter anderem gebräuchlich). Man kann aber genauso gut aus den Faserhanfblüten einen Olivenölextrakt oder eine Tinktur ansetzen oder auch eine Hanfbutter oder ähnliches zubereiten, die man dann in der Küche verwendet. Dem kreativen und einfallsreichen Kopf sind hier kaum Grenzen gesetzt. Wir dürfen nur nicht vergessen: Die aus Faserhanf gewonnen Extrakte sind natürlich keine reinen CBD-Extrakte, so wie auch konventionelle BHOs keine reinen THC-Konzentrate sind: Beide enthalten immer das Wirkstoffgemisch der ganzen Pflanze.

Fazit und Ausblick

Eines kann als sicher gelten: Cannabidiol, CBD, dieser interessante und nutzbringende Cannabiswirkstoff, wird uns in Zukunft noch so manches Mal beschäftigen. Wir können davon ausgehen, dass sich sowohl die Medizin und Heilkunde, wie auch die Gemeinschaft der Hanffreunde noch intensiv mit diesem Cannabinoid auseinandersetzen wird. Und die Wissenschaft wird hoffentlich zahlreiche neue Erkenntnisse und Bestätigungen der Grundlagenforschung gewinnen, die dazu beitragen, dass dieser Naturstoff womöglich irgendwann so manches mit Nebenwirkungen behaftete Medikament ersetzen kann. Denn soviel ist klar: CBD hat ein enormes Potenzial.
Text: Markus Berger

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