Hanf und Sexualität

Altes Wissen: Cannabis und Sexualität (mal anders)

Dass der Hanf ein vielversprechendes “geschlechtliches” Hilfsmittel sein kann, wissen so gut wie alle Cannabisfreunde. Blättert man in alten Büchern, so kann man darüber hinaus auch immer wieder Anwendungen der Cannabispflanze finden, die sich auf die Sexualität beziehen.
Da finden sich Anwendungen, die man mit Cannabis so gar nicht in Verbindung gebracht hätte. Manche können dabei auch als eine Art Verschlüsselung verstanden werden. So beispielsweise die innerliche Einnahme einer Abkochung von Cannabis-Samen, die bei sogenannten Pollutionen empfohlen wird (z. B. im „Taschenbuch der Heilpflanzen“, A. P. Dinand, von 1926). Der Ethnopharmakologe Christian Rätsch vermutet, dass es sich bei dieser Indikation schlicht um die Anwendung des Hanfs als Aphrodisiakum (Liebesmittel) handelt. Cannabis wird gegen „Pollutionen“ (das ist ein ungewollter, aber auch vorzeitiger Samenerguss) nicht nur eingenommen, um unwillkürliche nächtliche Ejakulationen zu unterbinden, wie sie vor allem bei männlichen Kindern und Jugendlichen vorkommen, sondern auch bzw. insbesondere, damit der Mann „länger kann“ und damit das Liebesspiel eine tiefere Note erhält, vermutet Christian Rätsch (persönliche Mitteilung). Dafür wird laut der eher ungenauen Angaben in den Kräuterbüchern eine Abkochung von drei bis vier Esslöffeln zerkleinerter Cannabissamen in einem halben Liter Milch aufgekocht. Eine „kleine Tasse“ (was immer das auch heißen mag) vor dem Schlafengehen (bzw. vor dem Beischlaf) soll die ungewünschte Ejakulation verhindern. Wie es um den damit zu erzielenden Erfolg steht, bleibt offen. Vielen genügt für ein sinnlicheres Sexualleben schon, einen Joint zu rauchen.
Der Schweizer Apotheker Manfred Fankhauser hat ein Buch des Titels „Haschisch als Medikament“ verfasst, in dem er uns an den amüsanten Ausführungen aller möglichen Hanfanwendungen teilhaben lässt. So hat er zum Beispiel wertvolle Literaturstellen des Orientalisten Rudolf Gelpke ausfindig gemacht, die Gelpke selbst in diverser Literatur gefunden hatte, zum Beispiel aus einem orientalischen Volksmärchen, wo es heißt: „Vom Haschisch wird der Peniskopf gleich dem Amboss; wie er auch sei – er wird zweimal so groß. Jeder Feueranbeter und Jude und Armenier wird sogleich aus Wohlbehagen ein Moslem, nachdem er Haschisch genoss”. Möge jeder erfahrene Haschischkonsument selbst beurteilen, wie es um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage bestellt ist. Zumindest gab es aber einst ein Cannabismittel, das sogar bei Impotenz und bei, wie es so schön heißt, „sexueller Neurasthenie“ (zum Beispiel Frigidität) verwendet wurde. Das Produkt „Organin“ von der Homoia-Gesellschaft in Karlsruhe bestand unter anderem aus Cannabis, Muirapuama (ein pflanzliches Aphrodisiakum: Ptychopetalum olacoides, Potenzbaum), Hafer, Ginseng und anderen Zutaten und sollte in einer Dosierung von einer Pille bzw. zehn bis 20 Tropfen auf einen Kaffeelöffel Wasser eingenommen werden und gegen die sexuellen Störungen hilfreich gewesen sein.
Und noch ein Ding aus Fankhausers Fundus. Früher verwendete die Frau nämlich Cannabis, um entzündete Brüste zu behandeln. So dokumentiert im „Sehr nützlichen Artzney-Buch“ der französischen Autorin Madame de Fouquet, die im 17. und 18. Jahrhundert eine Vielzahl an Büchern zur Pflanzenheilkunde verfasst hatte. Im Originalduktus empfiehlt sie einen „Umschlag zum Aufflegen auff der Weiber Brüste / wenn sie Entzündung haben / und zum Schwären geneigt sind“. Unter Schwären wurden früher übrigens eitrige Geschwüre bezeichnet. Das Rezept sieht vor, eine Handvoll Hanfsamen mit zwei oder drei Lilienzwiebeln, Gerstenmehl, Lilien-Mehl und mit Hilfe von altem Schweinespeck zu einem Teig zu verarbeiten und diesen in Form von Umschlägen auf die entzündete und eiternde Stelle der Brust zu bringen: „Man muss die Lilienzwiebeln und den Hanfsamen in einem Mörser stossen und dies ein wenig mit dem Schmeere in einer Pfanne am Feuer kochen lassen, darnach das Gerstenmehl und das Lilienoel (sic!) hinein schütten, hiervon gleichsam einen Teig machen und diesen Umschlag auff die Brüste legen“.

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