Ma'jun: Klassiche Cannabis-Edibles mit Tradition

Ma’jun wird heute wieder bekannter, ist aber kein typisches Cannabis-Edible

Heute, mit der Legalisierung von Cannabis in vielen Bundesstaaten der USA und der medizinischen Freigabe in anderen Ländern, ist das Thema der Cannabis-Edibles (essbare psychoaktive Hanfprodukte) groß im Kommen. Dabei wird Cannabis schon lange auch gegessen, auch in Form von ethnobotanischen Zubereitungen, Ma’jun, auch Majoon, ist so eine.
Ma’jun stammt ursprünglich aus Indien, ist aber schon lange auch in Marokko, Pakistan, Afghanistan und anderen Ländern Eurasiens und Nordafrikas verbreitet. Es ist eine Art Paste aus verschiedenen psychoaktiven Ingredienzien, Heilpflanzen und Gewürzen, die in kleinen Bissen oder in Pillenform seltener gekaut, meistens einfach geschluckt werden. Wo der Begriff Ma’jun fällt, denken die meisten unwillkürlich an Spacecookies, an cannabishaltiges Gebäck. Dabei wird Ma’jun gemeinhin als süße Hanfmischung aufgefasst. Dass Ma’jun damit jedoch im eigentlichen und ursprünglichen Sinne nur wenig gemein hat und erst in der neueren Zeit zu einer Art Cannabiskonfekt avancierte, wissen die wenigsten. Zwar ist Cannabis typischerweise grundsätzlich eine Ma’jun-Zutat in Indien, in Marokko hingegen muss zum Beispiel schon kein Hanf mehr in der Mischung enthalten sein.
Maj’un ist eigentlich die Bezeichnung für verschiedene ethnopharmakologische Arzneimittelmischungen. DAS Ma’jun gibt es also gar nicht. Ma’jun meint vielmehr eine Rezeptur, die in jeder Familie individuell verschieden sein kann. Die pflanzlichen und mineralischen Grundstoffe sind allerdings in den meisten Mischungen wiederzufinden. Es gibt viele klassische psychoaktive Produkte, die dem Ma’jun ähneln. Die orientalischen Fröhlichkeitspillen (die auch Nepenthe genannt werden), Gondschaki, Thandai, der indische Bhang, das europäische Elektuarium (Latwerge) und so weiter. Dabei ist den meisten Ma’jun-Mixturen heutzutage eigen, dass sie mehr oder weniger Anteil an Cannabis enthalten. Dass Ma’jun aber nicht immer und typischerweise mit Hanf assoziiert und zubereitet werden muss, zeigen zwei typische Ma’jun-Rezepte aus Marokko. Im ersten fehlt der Hanf zugunsten der Anwesenheit von diversen, machtvollen Nachtschattengewächsen (siehe Tabelle 1), im zweiten kommen sogar weder Hanf- noch Nachtschattenzutaten vor (siehe Tabelle 2). Dennoch ist wegen des Gehalts an Steppenraute und Muskat eine krasse psychoaktive Wirkung das Resultat der Einnahme solcher Präparate.
Rezeptur 1. Ma’jun aus Nachtschattengewächsen
10 Gramm Stechapfel-Samen
10 Gramm Bilsenkraut-Blätter getrocknet
10 Gramm Tollkirschen-Samen
5 Gramm Alraunwurzel
5 Tollkirschen-Früchte
Dazu Butter, Milch, Wasser, Gewürze und/oder andere Zutaten
Rezeptur 2. Ein typisches Ma’jun-Rezept aus Marokko
50 Gramm Steppenraute
50 Gramm Muskatnuss
50 Gramm Muskat-Fruchtschale
50 Gramm Myrte
80 Gramm Sesam-Samen
1 Kilo Zuckersirup
Eigentlich und ursprünglich ist Ma’jun nicht unbedingt eine Süßspeise, meist sogar genau das Gegenteil. Ma’jun ist häufig eher bitter und geschmacklich von strenger Natur. Trotzdem gibt es auch Zubereitungen, bei denen Ma’jun zur typischen Süßigkeit verarbeitet wird. Und das sind dann solche Rezepte, wie wir sie aus den bejahrten Haschisch- und Cannabiskochbüchern der Althippies kennen.

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