Cannabis News Deutschland, Österreich und Schweiz

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Provokative Assoziationen?

Eine neue Institution will sich in Deutschland mit dem Konsumverhalten von Cannabis liebhabern beschäftigen. Dabei soll es vor allem um den rekreativen, also den Freizeitgebrauch von Hanfprodukten gehen und weniger um die medizinische Verwendung. Der Name der neuen Organisation „Forschungsinitiative Cannabiskonsum” zielt offenbar darauf ab, gebietsfremde Assoziationen zu wecken und damit auf sich aufmerksam zu machen. An der Bezeichnung der Initiative ist zunächst nichts auszusetzen, allerdings kommt die Abkürzung und die aus dieser bestehende Internetadresse für viele schlichtweg provokativ oder auch einfach nur peinlich rüber, weil sie ganz offensichtlich auf die Erregung von Aufsehen abzielt: www.fi-ck.de ist ein für eine seriöse wissenschaftliche Unternehmung gänzlich unpassender Name – jeder potenzielle Interessent kann sich da leicht veräppelt vorkommen, was auf Facebook und in den anderen sozialen Medien ersichtlich wird. Auf der Website des Verbands heißt es: „Die Forschungsinitiative führt verschiedene Studien durch. Gestartet wurde im November 2016 mit der ‚Wissenschaftlichen Studie zu Cannabisfolgen bei psychisch gesunden erwachsenen Konsumenten‛”. Wir dürfen gespannt sein, was langfristig dabei herumkommt. Wer sich als Studienteilnehmer für eine der Untersuchungen bewerben möchte, surfe auf www.fi-ck.de/newsletter.html vorbei und trage sich in den Newsletter ein.
Quelle und Infos: www.fi-ck.de

Schon wieder mal: Cannabis für Berlin

Die rot-rot-grün geführte Landesregierung der deutschen Bundeshauptstadt Berlin will sich ernsthaft für Modellprojekte zur Cannabisabgabe einsetzen. Seit Jahren schon wollen Berliner Politiker sich für eine solche Studie erwärmen – und werden jedesmal jäh von der Bundesopiumstelle innerhalb des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn gestoppt und mundtot gemacht. Das Argument der Bundesbehörde: Solche Modellversuche ließen sich nicht mit dem aktuell geltenden Betäubungsmittelrecht vereinbaren. Jetzt wollen, wie im November verkündet, SPD, Grüne und Linke in Berlin erneut einen entsprechenden Versuch wagen, solche Modellprojekte zu etablieren. Eventuell, so vermutet die rot-rot-grüne Regierung, habe das Wort des Stadtsenats gegenüber der Bundesopiumstelle mehr Gewicht als der Antrag eines einzelnen Bezirks.
Quelle und Infos: www.zeit.de

Erstmals CBD von der Kasse übernommen!

Es ist der Fall eines 13 Jahre alten Mädchens aus Deutschland, das unter starker Epilepsie leidet und haufenweise Medikamente bekommt. Der Cannabiswirkstoff Cannabidiol (CBD) ist dabei eine der Substanzen, die dem Kind am besten helfen, Anfälle auf ein Mindestmaß zu beschränken. Nachdem das Mädchen über eine lange Zeit hinweg täglichen Anfällen und Krankheitsattacken ausgesetzt gewesen war, hat jetzt die Krankenversicherung der Eltern die Kostenübernahme für die CBD-Medizin zugesagt und damit einen Präzedenzfall geschaffen. Der behandelnde Arzt, der deutsche Cannabinoidmedizin-Experte Dr. Franjo Grotenhermen aus Rüthen (Landkreis Soest), darf sich den Erfolg auf die Fahnen schreiben, setzt er sich doch seit Jahren dafür ein, dass Cannabismedizin in der Öffentlichkeit als Heilmittel und nicht als „Rauschgift” wahrgenommen wird. Auf seiner Internetseite kommentiert er die Behandlungserfolge, die bei dem 13-jährigen Kind schon nach kurzer Zeit erzielt werden konnten, folgendermaßen: „Die Patientin ist deutlich ruhiger, wacher, klarer und ansprechbarer. (…) CBD ist das bisher erste Mittel, das eine deutliche Verbesserung des Krankheitsbildes verursacht hat”.
Quelle und Infos: www.cannabis-med.org

Schweiz: Bis 10 Gramm sind völlig legal

Soft Secrets berichtete kürzlich, dass ein Student in Zürich von der Polizei mit acht Gramm Cannabis erwischt worden war und eine Buße von hundert Franken hätte zahlen sollen. Da hatte das Rechtssystem der Schweiz aber seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Beschuldigte holte sich fachkundige Hilfe von einem befreundeten Jurastudenten und weigerte sich schlichtweg, das Bußgeld zu zahlen. Das Ganze ging dann bis vors Züricher Obergericht, das nun entschieden hat: Der Kiffer muss die Buße nicht berappen, denn wenn der Besitz einer geringen Menge bis zu zehn Gramm Cannabis für den Eigenbedarf nicht als Straftat gewertet werden soll, darf auch eine entsprechende Ahndung eines damit in Verbindung stehenden „Delikts” nicht stattfinden. Die Polizei wende also, so der Student, wider besseren Wissens eine rechtswidrige Praxis an – das Gericht konnte dieser Argumentation anscheinend folgen. Und diese Situation wollen die Züricher Grünen nun möglichst schnell ändern. Es könne nicht sein, dass die Polizei über bestehende Gesetze hinwegsieht und weiterhin tut, was ihr gefällt. Leider sind nicht alle Politiker in der Schweiz so liberal eingestellt, so dass es noch eine Weile dauern dürfte, bis sich für Kiffer in dem Land wirklich etwas ändert.
Quelle und Infos: www.gemeinderat-zuerich.ch

Österreich: Medizin vom Fensterbrett für alle

Toni Straka vom Hanfinstitut ist einer von Österreichs umtriebigsten Cannabisaktivisten. Immer wieder erscheint er in den öffentlichen Medien und setzt sich für einen gerechteren Umgang mit Hanf, Hanf als Medizin und letztlich auch mit den Menschen ein. Denn die seien die Leidtragenden, wenn sie zum Beispiel als Patienten auf Heilmittel angewiesen sind, ihnen aber eine wirksame und hilfreiche Medizinalpflanze verweigert wird. Toni Straka fordert, dass – wie in vielen Bundesstaaten in den USA – die „Hanfmedizin von der Fensterbank” für jeden erlaubt sein soll, und zwar ohne Einschränkungen. Um dies zu untermauern und weiterhin voranzutreiben, hat Toni Straka jetzt einen offenen Brief an die Gesundheits-, Innen- und Justizministerien geschrieben, in dem er die Verantwortlichen auffordert, über den Schatten ihrer „staatlichen Cannabispsychose” zu springen, wie der Hanfaktivist es treffend bezeichnet. Es sei ein Ding der Unmöglichkeit, dass Menschen, die von Krankheit, chronischem Schmerz und täglichem Leid gepeinigt seien, schließlich vom eigenen Staat noch kriminalisiert werden. Es ist das alte Thema – auch in Österreich ist es noch offensichtlich lange nicht vom Tisch.
Quelle und Infos: www.kurier.at

Neue Serie im deutsch sprachigen TV

Der deutsch-französische Sender Arte hat mit einer neuen Serie, die vom 8. bis zum 15. Dezember im TV gelaufen ist, unserem Lieblingsthema eine Plattform gegeben: „Cannabis” heißt die Serie, deren erste Staffel jetzt kostenlos in der Online-Mediathek des Fernsehsenders zu sehen ist. Die jeweils etwa 50 Minuten langen Episoden befassen sich mit den Abenteuern zweier Brüder, die in den Drogenhandel verstrickt sind, und mit dem fiktiven Drogenbaron El Feo, der den War on Drugs dazu benutzt, seine schmutzigen Geschäfte mit einer Pflanze zu betreiben, die in der ganzen Welt trotz aller Verbote so beliebt ist, wie kaum eine zweite. Die Serie zeigt auf, was der Krieg gegen Drogen für verheerende Folgen für die Menschheit hat.
Quelle und Infos: www.arte.tv
Text: Markus Berger

BRAUCHEN SIE HILFE BEI EINEM DROGENBEZOGENEN PROBLEM? WENDEN SIE SICH SO SCHNELL WIE MÖGLICH AN IHRE ÖRTLICHE UNTERSTÜTZUNGSSTELLE. BEI UNMITTELBAR LEBENSBEDROHLICHEN UMSTÄNDEN SOFORT DEN NOTRUF WÄHLEN!

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